INTERNET und DEMOKRATIE

Blog zum Buch von Stephan Eisel (weitere Informationen: www.stephaneisel.de)

  • Kategorien

  • Twitter Updates

    Fehler: Twitter hat nicht geantwortet. Bitte warte einige Minuten und aktualisiere dann diese Seite.

Legendenbildung mit falschen Nutzerzahlen

Posted by Stephan Eisel - 30. Januar 2011

Immer wieder verbreitet die Stadt Bonn in ihren offiziellen Presseerklärungen falsche Zahlen zur Nutzung des Internetportals „Bonn-pakts-an“:
 „2100 Bonnerinnen und Bonner“ hätten sich beteligt (20.1.2011) „4300 Bürgerinnen und Bürger“ (24.1.2011), „5000 Bonner“ (25.1.2011) oder „6100 Bürgerinnen und Bürger“. Auch auf der Homepage selbst wird bewusst irreführend die „Anzahl der registrierten Teilnehmer“ angegeben. Tatsächlich handelt es sich um die Zahl der registrierten e-mail-Adressen. Niemand weiß wieviele tatsächliche Personen dahinter stehen, da man sich problemlos mit verschiedenen e-mail-Adressen registrieren und abstimmen kann. Außerdem ist nicht feststellbar, ob die Teilnehmer Bonner sind oder nicht. Über 90 Prozent der Teilnehmer benutzen nicht ihre tatsächlichen Namen, sondern nehmen anonym am Verfahren teil. Die Organisationen teilen dazu lapidar mit die Teilnahme von Nicht-Bonnern sei „unproblematisch“. Na denn…

Advertisements

4 Antworten to “Legendenbildung mit falschen Nutzerzahlen”

  1. Willi Strauß said

    Ach Herr Eisel!

    Viel Vertrauen legen Sie ja nicht in die Bürger, die Sie in den letzten Jahren bei den Bundestagswahlen gebeten haben, für Sie zu stimmen. Jemand der denkt, dass andere mehrfach für einen Vorschlag abstimmen, macht dies selbst meist auch. Sonst käme man nicht auf die Idee.
    Ich halte den Bürgerhaushalt für eine gute Möglichkeit, ein Stimmungsbild zu bekommen, wie eine nicht unerhebliche Menge von Bonner Bürgern, bestimmte Vorschläge zu Einsparungsmaßnahmen kommentieren und bewerten.
    Auch wenn das Verfahren nach herrschender Meinung nicht repräsentativ sein soll, ist es zumindest ein Beratungsinstrument, welches durchaus helfen kann, eine Meinung der Bonner Bevölkerung wiederzuspiegeln
    Haben Sie mehr Vertrauen in die Bürger!

    Gruß, Willi Strauß

    • Sehr geehrter Herr Strauss,

      in die Bonner Bürger habe ich sehr viel Vertrauen. Ihnen dürfte ja auch aufgefallen sein, dass die Kritik an dem Verfahren auf der Plattform selbst, in Leserbriefen und vielen Gesprächen deutlich überwiegt. Deshalb fällt aiuch die Beteiligung so gering aus.
      Gegen ein Diskussionsforum im Internet, in dem Vorschläge zur Haushaltskosolidierung gesammelt werden, spricht garnichts, aber dieses manipulative Abstimmungsverfahren ist unseriös, völlig irreführend und taugt noch nicht einmal als Stimmungsbild. Sie finden ja in diesem Blog und auf meiner homepage http://www.stephaneisel.de dafür viele Beispiele. Und was denken Sie, warum ein unabhägige Begleitung des Verfahrens nicht vorgesehen ist, sondern die im Auftrag der Stadt darüber urteilen, die mit der Vermarktung des Verfahrens Geld verdienen?
      Ich beteilige mich nicht an dieser Manipulation, nehme aber sehr wohl zur Kenntnis, dass im Internet ganz offen Hinweise kursieren wie man manipulieren kann und an vielen stellen auch Nicht-Bonner aufgerufen weden mit abzustimmen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Stephan Eisel

  2. Dr.Klaus Stahl said

    Lieber Herr Eisel,
    Selten hat mir eine Stellungnahme zu einer politischen Aktion so aus dem Herzen – und
    auch aus dem Verstande – gesprochen wie Ihre völlig richtige Kritik an der sog. Bürger-
    beteiligung zum Bonner Haushalt. Es ist für mich ein Höhepunkt von Populismus und ein
    Tiefpunkt der politischen Kultur. Politik in der Demokratie soll die Vielzahl der Einzelinteres-
    sen zu einem am Allgemeinwohl orientierten Ergebnis zusammenführen. Hier aber wird
    eine zufällige Zahl vin Einzelmeinungen summiert, ohne dass auch nur ansatzweise eine
    Gesamtschau möglich ist. Wie daraus gute Politik entstehen soll bleibt schleierhaft. Mich
    wundert, dass offenbar die CDU-Fraktion eine, wenn nicht sogar die treibende Kraft neben
    dem OB bei dieser Aktion ist. Nach Ende der Aktion wird sich der Rat anstatt mit sachlichen
    Argumenten mit der Abwehr von zufälligen angeblichen Bürgermehrheiten zu vielen Punk-
    ten beschäftigen, also noch ineffektiver werden. Ich kann nur sagen : “ Denk ich an Bonn
    in der Nacht, …. “ Viele Grüße Klaus Stahl

  3. Steinsträßer, Dr. Inge said

    Lieber Herr Dr. Eisel,
    es ist gut, dass Sie so deutlche Worte gefunden haben. Ich halte das ganze Verfahren für pseudodemokratisch und unseriös. Leider verhält sich die CU nicht nur passiv, sondern beschämend kleinlaut. Ich kann nicht verstehen, wie man ein solches Verfahren stützen kann. Das wäre doch der ideale Weg, um sich selbst besser zu positionieren. Aber leider nein……Wir machen weiter, herzliche Grüße,
    Ihre Inge Steinsträßer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s