INTERNET und DEMOKRATIE

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Stadt verbreitet falsche Zahlen zum „Bürgerhaushalt“

Posted by Stephan Eisel - 3. Februar 2011

falscher Teilnehmerzahlen zur laufenden Internetaktion „Bonn packts an“ verbreitet die Stadtverwaltung und die Betreiber des Internetforums vor Die Beteiligung der Bonner ist wesentlich geringer als öffentlich dargestellt. Es ist unverantwortlich wie hier wider besseres Wissen Zahlen verfälscht werden, nur um die Schwächen des ganzen Verfahrens zu vertuschen.

Obwohl lediglich die Zahl der e-mail-Adressen registriert wird, erweckt die die Stadt Bonn in ihren offiziellen Presseerklärungen konsequent den Eindruck es handele um : „2100 Bonnerinnen und Bonner“ (20.1.2011) „4300 Bürgerinnen und Bürger“ (24.1.2011), „5000 Bonner“ (25.1.2011), „6700 Bürgerinnen und Bürger“ (27.1.2011) und über 8000 „registrierte Teilnehmende“ ( 2. 2. 2011). Auch auf der Homepage selbst wird bewusst irreführend die „Anzahl der registrierten Teilnehmer“ angegeben.

Tatsächlich weiß niemand, wie viele tatsächliche Personen hinter der Zahl der registrierten e-mail-Adressen.stehen, da man sich problemlos mit verschiedenen e-mail-Adressen registrieren und mehrfach abstimmen kann. Außerdem ist nicht feststellbar, ob die Teilnehmer Bonner sind oder nicht. Allein 10 Prozent geben freiwillig an, nicht in Bonn zu wohnen, weitere 15 Prozent machen keine Angaben und eine gewisse Dunkelziffer ergibt sich aus der Anonymität des Verfahrens, denn über 90 Prozent der Teilnehmer benutzen nicht ihre tatsächlichen Namen: Aus den bisherigen Erfahrungen kann man schliessen, dass bis zu einem Drittel der abgegebenen Stimmen aus Mehrfachabstimmungen bzw. von Nicht-Bonnern kommen.

Ebenso falsch ist die Aussage der städtischen Presseerklärung: „Die Nutzerinnen und Nutzer … hinterließen 9.650 Kommentare“ (2.2.2011). Tatsächlich zählt das System jede Stellungnahme der Verwaltung und der Redaktion als „Kommentar“. Fast ein Drittel fallen in diese Kategorie und stammen nicht von Nutzern des Portals. Es ist bedauerlich, dass man in der Stadtverwaltung zu solchen billigen Tricks greift. Seriös wäre anstatt dieser irreführenden Selbstbeweihräucherung eine unabhängige Evaluierung des Verfahrens.

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