INTERNET und DEMOKRATIE

Blog zum Buch von Stephan Eisel (weitere Informationen: www.stephaneisel.de)

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Auch im Internet braucht es engagierte Demokraten

Posted by Stephan Eisel - 26. Juli 2011

Entgegen der gerne propagierten Selbstwahrnehmung animiert das Internet mindestens ebenso sehr zum Tunnelblick im Kreise Gleichgesinnter wie es Unterschiedliches zusammenführt und Vielfalt fördert. Oft ist eine besorgniserregende Radikalisierung der Sprache zu beobachten, die sich nicht selten zu ausgesprochener Aggression steigert. Gefragt ist die Zivilcourage der Demokraten, extremistische Äußerungen gegen die Menschenwürde auch im Internet entschlossen entgegen zu treten. Mehr dazu finden Sie in meinem soeben erschienenen Buch INTERNET UND DEMOKRATIE.

Es kommt der Bequemlichkeit der meisten Menschen entgegen, wenn sie im Internet vor allem den Haltungen begegnen, die sie selbst einnehmen, und die ihr Weltbild nicht in Frage stellen. Für die freiheitliche Demokratie liegt hier nicht nur die Gefahr der Schwächung der Meinungsvielfalt, die des gemeinsamen Raumes für das Unterschiedliche und Gegensätzliche bedarf, damit es sich wechselseitig befruchtet. Die Parallelexistenz vieler unterschiedlicher, sich eher radikalisierender Gruppen ist auch eine Bedrohung für das Grundprinzip freiheitlicher Demokratie: e pluribus unum.

 Als fragmentierte Echogesellschaft ist das Internet eben nicht einfach nur ein Forum des demokratischen Austausches, für das seine Apologeten es ausgeben. In vielen Foren gilt das Motto. ‚Jeder darf meiner Meinung sein!‘ So entsteht der Schein von Diskussion, wo es sich in Wirklichkeit nur um stete Selbstbestätigung handelt. Der politische Netzdialog ist insgesamt eher gesinnungsethisch, selten an Kompromiss ausgerichtet und oft schrill und konfrontativ. Diese Seite des Internets ist ein Nährboden für jedweden Extremismus, der besonders dort gedeiht, wo 

Maßnahmen gegen politischen Extremismus im Internet sahen sich in der Internet-Community immer schnell mit dem Vorwurf der Zensur konfrontiert. Das Ideal des ‚freien Internets‘ lässt hier für Viele die Notwendigkeit der Verteidigung demokratischer Werte in den Hintergrund treten. Die Frage, ob im Internet tatsächlich alles erlaubt sein soll, gilt häufig immer noch als unerlaubt.


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