INTERNET und DEMOKRATIE

Blog zum Buch von Stephan Eisel (weitere Informationen: www.stephaneisel.de)

Internet-Buch These 10: Im Netz dominieren fragmentierte Echogesellschaften

Posted by Stephan Eisel - 2. November 2011

Im Schlusskapitel meines Buch INTERNET UND DEMOKRATIE habe ich den Inhalt in 20 Thesen zusammengefasst, die in diesem Blog nach und nach zur Diskussion gestellt werden. Wie ist Ihre Meinung:
These 10: Das Internet bietet keine allgemeine Öffentlichkeit für alle, sondern fragmentiert sich aufgrund seiner Größe in viele Teilöffentlichkeiten. Sie bergen die Gefahr einer Echogesellschaft der Gleichgesinnten, die sich Neuem und Anderem verschließt.

Das Internet besteht aus unzähligen Netznischen, die es jedem ermöglichen, einen eigenen Schutzraum der Selbstbestätigung aufzubauen. Diese Abschottung im Kreis Gleichgesinnter widerspricht der Grundidee freiheitlicher Demokratie, die von der Akzeptanz von Verschiedenartigkeit und Vielfalt lebt. Zugleich fordert sie vom Bürger, diese Vielfalt auf das Gemeinwohl zu beziehen. In einem Netz von einander abgeschotteter und interessensbezogener Teilöffentlichkeiten wird es schwerer, die Notwendigkeit des gemeinsamen Ganzen zu vermitteln. Es fehlt dafür auch der gemeinsame Ort des Austausches. Die Selbstbestätigung im Kreis Gleichgesinnter birgt auch die Gefahr einer Radikalisierung des unhinterfragten Tunnelblicks. Die technologischen Strukturen des Internets von Suchmaschinen bis zur Browser-Programmierung laden auch immer wieder zur Internetnutzung auf vertrauten Pfaden ein. Das Neue hat es im Netz schwer, zum etablierten Nutzer durchzudringen, wenn der sich nicht ausdrücklich darum bemüht.

Das gesamte Schlußkapitel des Buches können Sie hier ausdrucken

Eine Antwort to “Internet-Buch These 10: Im Netz dominieren fragmentierte Echogesellschaften”

  1. Die Gefahr mag es geben, aber das ist aus meiner Sicht aber auch eine Frage der Freundeskreise in den sozialen Netzwerken; wenn es da keine Unterschiede gibt, wird sich auch wenig Diskussionsbedarf ergeben – aber ausgetauscht wird rege – öffentlich in Blogs und an Pinwänden und über Chats und Persönliche Mitteilungen, die für andere nicht mitzulesen sind …
    In unserer Gesellschaft hier lässt die Demokratie das zu und die Entwicklung führt zu mehr psychischen Erkrankungen, steigenden Mobbingzahlen und das ist dann auch ein Antrieb nach Bestätigung in Nischen zu suchen oder sich auch Genesungsuznterstützung zu verschaffen. Das finde ich gut und richtig, wenn man dabei nicht vergisst, dass das Leben auch noch eine Wirklichkeit außerhalb der Netze und Nischen hat und man sich dort auch sicher und selbstbewusst bewegen können sollte …
    Gundo Sanders

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