INTERNET und DEMOKRATIE

Blog zum Buch von Stephan Eisel (weitere Informationen: www.stephaneisel.de)

Warum das Internet nicht repräsentativ ist

Posted by Stephan Eisel - 9. Januar 2012

Die aktuelle Debatte um Bundespräsident Wulff zeigt erneut, wie wenig repräsentativ das Internet ist: Während in Meinungsumfragen die Mehrheit der Bevölkerung für einen Verbleib von Christian Wulff im Amt plädiert, hat das Internet den Bundespräsidenten längst abgeschrieben. Eine krititische Auseinandersetzung mit den Ursachen lohnt.

Den folgenden Beitrag können Sie hier ausdrucken.

Umfragen zur Zukunft von Bundespräsident Wulff:
Warum das Internet nicht repräsentativ ist

In der aktuellen Debatte um Bundespräsident Christian Wulff fällt wieder einmal auf, wie sehr Urteils- und Meinungsbildung im Internet und die in repräsentativen Umfragen ermittelte Meinung der Bevölke­rung auseinanderfallen.

So ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Infratest-Dimap in einer repräsentativen Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend am 6. Januar 2012, dass 56 Prozent der Befragten der Ansicht sind, Wulff solle im Amt bleiben. Nur 41 Prozent forderten seinen Rücktritt. Die Forschungsgruppe Wahlen er­mittelte für das ZDF-Politbarometer am 5. Januar 2012, 50 Prozent der Deutschen seien der Meinung, dass Wulff im Amt bleiben soll, 43 Prozent wollten einen Rücktritt. Bei „hart aber fair“ wurden am 9. Januar 2012 jeweils 46 Prozent für und gegen einen Rücktritt ermittelt.

Ganz im Gegensatz dazu hat das Internet sein Urteil über Wulff längst gefällt und mit dem Bundesprä­sidenten abgeschlossen. Das zeigen nicht nur die dominierenden Kommentare auf Twitter oder Face­book: Sie reichen von differenzierter Kritik bis zu hämischer Aggression. Äußerungen, die für einen Verbleib des Bundespräsidenten im Amt sind, finden sich kaum. Auch Online-Umfragen spiegeln die zerrissene Meinungsbildung der Bevölkerung nicht wieder. So veröffentlichte Focus-Online am 4. Ja­nuar 2012, dass dort 90,4 Prozent für einen Rücktritt von Christian Wulff gestimmt hätten, nur 9,6 Prozent dagegen. Bei einer Online-Umfrage von Tagesschau.de forderten Anfang Januar 2012 87,5 Prozent Wulff solle zurücktreten, 10,3 Prozent dagegen. Insgesamt waren über 120.000 Stimmen ab­gegeben worden.

Für dieses Auseinanderfallen von repräsentativen Umfragen und der Meinungsbildung im Internet gibt es drei wesentliche Ursachen:

Dreifache digitale Spaltung

Das Internet als Kommunikationsraum ist im Alltag der Menschen noch lange nicht mit der Bedeutung von Radio und Fernsehen zu vergleichen ist. Als reine Konsummedien erreichen sie in den industriali­sierten Ländern fast einhundert Prozent der Bevölkerung. Das Internet ist ein Aktivitätsmedium und kommt wohl auch deshalb trotz aller Wachstumsraten weder in Europa noch in den USA über eine Ab­deckung von höchstens 70-80 Prozent der Bevölkerung hinaus. Nach neuen Untersuchungen sind 62 Prozent der Bürger nicht versiert im Umgang mit digitalen Medien.

Selbst in einem reichen Industrieland wie Deutschland ist eine dreifache digitale Spaltung Gesellschaft zu beobachten:

  • Erstens ist fast ein Drittel der deutschsprachigen Bevölkerung über vierzehn Jahre mangels Zugang generell vom Internet ausgeschlossen.
  • Zweitens nutzt ein Drittel derer, die einen Internetzugang haben, die bestehende Zugangsmöglichkeit nur selten. Insgesamt kann nur etwa die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung über vierzehn Jah­re als regelmäßige Internetnutzer gelten.
  • Drittens beschränken sich zwei Drittel der regelmäßigen Nutzer auf wenige, vor allem passiv-konsumierende Nutzungsarten und nehmen die vielfältigen interaktiven Möglichkeiten des Mediums praktisch nicht in An­spruch.

Allenfalls ein Fünftel der in Deutschland lebenden deutschsprachigen Menschen über vierzehn Jahre ist also internetaffin in dem Sinne, dass sie das Internet nicht nur als Abrufmedium, sondern als Kommunikations­plattform nutzen. Es wäre ein großer Fehler davon auszugehen, dass nur existiert, was digital existiert. De­mokratie würde sich selbst ad absurdum führen, wenn sie sich auf das Internet fokussiert und Netzbürgern mehr Bedeutung zumisst als denen, die das Medium nicht nutzen können oder wollen.

Geschwindigkeitsrausch, digitale Vereinfachung und Hysteriefalle

In der Bewertung der politischen Meinungsbildung im Internet darf nicht übersehen werden, dass das Netz vor allem ein Markt- und Spielplatz ist und Politik dort nur eine Nischenexistenz führt. Vor allem aber haben typische Charakteristika der Netzkultur auch erhebliche politische Wirkungen:

So ist Schnelligkeit im Cyberspace das höchste Gut. Baut sich eine Seite zu langsam auf, klicken wir weiter. Gibt eine Suchmaschine die Antwort auf unsere Fragen zu langsam, wechseln wir den Anbieter. Im Internet ist der schnelle Klick die gültige Währung, Politik erscheint demgegenüber träge und langsam. Schnelligkeit ist aber kein Ausweis von Demokratiesteigerung, ihr wohnt die große Gefahr der Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit inne. Im Gegenteil dazu zeichnen sich stabile Demokratien dadurch aus, dass sie Entscheidun­gen ihre Reifezeit geben.

Den Geschwindigkeitsdruck im Internet begünstig auch eine Atmosphäre sich schnell wandelnder Stimmun­gen und Emotionen. Noch gibt es im Internet auch reflektierende Kommunikationsformen. So hat die ur­sprüngliche Textorientierung des Internets eine durchaus heilsam rationalisierende Wirkung Zugleich hebt der Trend von der textgebundenen zur bildorientierten Nachricht diese Rationalitätsebene der Netzwelt zu­nehmend auf. Die Verstärkung des emotionalen Spontaneindrucks durch die Bildorientierung des Internets steht nicht nur im Widerspruch zum Rationalitätsanspruch von Politik in der freiheitlichen Demokratie.

Diese Entwicklung ist in gewisser Weise auch komplementär zur Tendenz zur Vereinfachung, die dem Inter­net schon durch die digitale Struktur innewohnt und einen weiteren Gegensatz zwischen der virtuellen Netz­welt und der demokratischen Politikwelt konstituiert: Digitales Denken privilegiert die einfache Wahl zwi­schen A und B. Politisches Denken dagegen ist komplex.

Insgesamt ist das Internet auch ein nervöses Skandalisierungsmedium. Nirgends entstehen so viele Gerüchte und nirgends werden sie so schnell verbreitet wie im Internet. Dies ist auch einem oberflächlichen Spieltrieb geschuldet, der in der Weitergabe einer im Netz gefundenen Nachricht einen von deren Inhalt oder Seriosität unabhängigen Selbstzweck sieht. Wer zur Verbreitung beiträgt, sieht sich im Internet selten verantwortlich für den Inhalt des Weitergegebenen. Was aber viele verbreiten, wird schnell von allen geglaubt.

Verzerrungen durch die Dominanz der Zeitreichen

Dominiert wird das Internet von einer Minderheit der Zeitreichen, die diesem Medium ihre volle Aufmerk­samkeit widmen wollen und können. Das Internet gefällt sich zwar in der Beschreibung, ein Medium der Chancengleichheit für alle zu sein, aber dies ist ein Trugschluss.

Tatsächlich erfordert es nicht nur ein gewisses technologisches Grundverständnis, sondern auch ein erhebli­ches Zeitbudget, die Möglichkeiten des Internets so zu nutzen, dass man es nicht nur passiv konsumiert, son­dern auch aktiv gestaltet. Es sind nicht viele Bürger, die in ihrem privaten und beruflichen Alltag dazu mehr oder weniger täglich in der Lage sind, wie dies erforderlich ist, wenn man im Internet wirken will. Deshalb dominieren als Gestalter und Autoren im Internet diejenigen, die entweder beruflich damit zu tun haben oder die finanzielle oder zeitliche Disposition für die notwendigen Aktivitäten dort haben.

Diese Charakteristika des Internets führen zu einer spezifischen und keineswegs re­präsentativen Meinungsbildung im Netz, die ihrerseits jedoch erhebliche Auswirkun­gen auf die mediale und politische Debatte außerhalb des Internets hat. Im kritischen Umgang damit gibt es noch erheblichen Nachholbedarf.

7 Antworten to “Warum das Internet nicht repräsentativ ist”

  1. AK said

    Die folgenden, als Fakten dargestellten Thesen, werden in der von Ihnen angeführten Studie nicht belegt, teilweise sogar als fehlerhaft entlarvt.

    “ Erstens ist fast ein Drittel der deutschsprachigen Bevölkerung über vierzehn Jahre mangels Zugang generell vom Internet ausgeschlossen.
    Zweitens nutzt ein Drittel derer, die einen Internetzugang haben, die bestehende Zugangsmöglichkeit nur selten. Insgesamt kann nur etwa die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung über vierzehn Jah­re als regelmäßige Internetnutzer gelten.
    Drittens beschränken sich zwei Drittel der regelmäßigen Nutzer auf wenige, vor allem passiv-konsumierende Nutzungsarten und nehmen die vielfältigen interaktiven Möglichkeiten des Mediums praktisch nicht in An­spruch.“

    Zu 1) Die Studie weist aus, dass von den befragten 1.005 Personen über 14 Jahre 623 Personen „digital wenig erreichte“ sind, von denen 385 Personen Internetnutzer sind. Demnach verbleiben 238 Nicht-Internetnutzer. Das sind knapp 23,7 % der Gesamtbefragten, also weniger als ein Viertel – und nicht wie von Ihnen angeführt „fast ein Drittel“. Weiter sollte berücksichtigt werden, dass nur Personen befragt wurden, die Zugang zu Festnetztelfonie haben. Laut statistischem Bundesamt gab es 2010 81,5 Millionen Menschen in Deutschland, davon 71,4 Millionen 14 Jahre oder älter. Die Studie berücksichtigt „nur“ 70,5 Millionen Menschen. Ich persönlich gehöre auch zu den 0,9 Millionen verbliebenen, die keinen Festnetzanschluss haben. Dennoch nutze ich Internet, privat wie beruflich, zuhause und Mobil. Weiter hat der überwiegende Anteil der Studierenden in Wohnheimen keinen Festnetzanschluss, jedoch einen Internetanschluss. Es darf also davon ausgeganen werden, dass etwa ein weiterer Prozentpunkt der Bevölkerung von 14 Jahren oder älter Internetznutzer ist.

    Interessanterweise sagen andere Studien, dass etwa ein achtel der deutschen Haushalte kein Festnetz nutzen, sondern nur Mobil telefonieren. (Studien nicht zur Hand, Belege lassen sich sicher finden). Davon ausgehend, dass beide Studien recht haben, würde das bedeuten, dass Millionen von Bürgern in Deutschland einen Festnetzanschluss haben, der niemals genutzt wird. Der Grund könnte darin liegen, dass hier der Internetanschluss das entscheidende Kriterium des Anschlusses ist.

    Zu 2) Die von Ihnen angeführte Studie weist 28% aller Befragten als „Gelegenheitsnutzer“ aus. Das entspricht etwa einem Anteil von 36,7% der Internetnutzer. Dazu kommen die rund 2,3% der „digitalen Aussenseiter“, die zwar Internet haben, es aber selten nutzen. Macht ca. 39 % der in der Statistik erfassten Nutzer. Die Angabe „rund die Hälfte“ kann man also gelten lassen.

    Zu 3) Hier fehlt mir in der Studie jeglicher Bezug.

    Allgemein ist anzumerken, dass die Studie zwar klar belegt, warum das Internet nicht representativ ist, völlig offen bleibt aber, wie die deutlichen Unterschiede der on- und offline Meinungen zu Stande kommen. Hier ist jegliche „kritische Auseinandersetzung“ mit Meinungsentwicklung und Demokratie im Zeitalter digitaler Medien vollkommen auf der Strecke geblieben.

    Nehmen wir Ihre Zahlen zum „Fall“ Wulff. Wenn Ihre Angaben stimmen, und davon ausgehend, dass tatsächlich rund 1/3 aller das Internet bidirektional nutzt und sich an solchen Abstimmungen beteiligt, würde es bedeuten, dass von den verbleibenden 2/3 „nur“ etwa 30% den Rücktritt von Wulff gefordert haben. Eine deutliche Diskrepanz zu den 90% der Nutzer von interaktiven Möglichkeiten des Internets. Worin ist nun diese Diskrepanz begründet? Hier lassen sich sicher auf Anhieb dutzende von Hypothesen aufstellen.

    • Ich führe in meinem Buch „Internet und Demokratie“ die verschiedensten Studien zur Verbreitung des Internets an, die alle zu, ähnlichen geschilderten Ergebnis kommen.
      Hier eine Auswahl (zur Erleichterung mit den Fußnoten aus dem Kapitel: „Weder Volkssport noch Alltagsdominanz“

      78 Statistisches Bundesamt 2010, S. 692 (Der Internationale Vergleich bezieht sich auf das Jahr 2008).
      79 Statistisches Bundesamt 2010, S. 441.
      80 AGOF 2010; S. 5.
      81 76% der Internetnutzer kommen dabei über einen Computer und/oder einen Laptop (51 Prozent) ins Netz. Nur 8 Prozent nutzen dafür ein Handy (ARD/ZDF-Onlinestudie 2010).
      82 Vgl. Mirko Marr, Ein Gerücht geht um die Welt, in: Neue Züricher Zeitung, 11. Januar 2011 (http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/ein_geruecht_geht_um_die_welt_1.9055992.html).
      In dem Artikel wird schlüssig die Behauptung widerlegt, das Radio habe 38 Jahre, das Fernsehen 13 Jahre und das Internet lediglich 4 Jahre benötigt, um fünfzig Millionen Menschen zu erreichen.
      83 Statistisches Bundesamt 2010, S. 116.
      84 Statistisches Bundesamt 2010, S. 116; ähnlich AGOF 2010. S. 9.
      85 ARD/ZDF-Onlinestudie 2010. Fast 95 Prozent der Internetnutzer gehen von zu Hause aus ins Netz, nur ein Drittel tut dies auch am Arbeitsplatz oder bei Freunden. (AGOF 2010: S. 10).

      92 So eine repräsentative Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitcom (General-Anzeiger 18.11.2010, S. 12). „76,6 Prozent der Internetnutzer – das sind 38,04 Millionen Menschen – sind seit mehr als drei Jahren im Netz und können damit als versierte Nutzer mit langer Nutzungserfahrung angesehen werden.“ AGOF
      2010, S. 10.
      93 ARD/ZDF-Onlinestudie 2010; Setzt man die Altersgrenze bereits bei zehn Jahren an, sind siebzig Prozent der Internetnutzer „jeden oder fast jeden Tag“ im Netz.

      98 ARD/ZDF-Onlinestudie 2010; Während die Nutzungsdauer desInternets seit 1998 ständig zugenommen hat, steigt sie beim Fernsehen geringer und ist sie beim Horfünk leicht rückläufig. Von der „Nutzungsdauer“ unterscheidet die Studie die „Verweildauer“, die bei der Onlinenutzung seit 2003 stabil um 130 Minuten täglich
      liegt.
      Die Firma „Media Control“ spricht von einer „TV-Sehdauer“ von 223 Minuten für 2010 (2009: 212 Minuten) vgl. http://www.mediacontrol. de/gigantischer-anstieg-der-tv-sehdauer.html
      In Österreich wurde im Herbst 2009 bei der Mediennutzung innerhalb einer Woche lang die Reichweite des Radios bei 82,2 Prozent, der Tageszeitungen bei 75 Prozent, des Fernsehens bei 61,8 Prozent
      und des Internet bei nur 29,5 Prozent gemessen. Vgl. Heigl/Hacker 2010, S. 67.

      100 Generation Netzwerk 2010, S. 20; Der Branchenverband Bitkom teilte am 14. September 2010 in einer Presseerklärung mit, „91 Prozent aller Jugendlichen von 14 – 19 Jahren nutzen das Internet
      (…) Mehr als siebzig Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen nutzen das Internet, vorausgesetzt die Eltern haben einen Anschluss.“

      102 SevenOne Media 2010, S. 28.
      103 SevenOne Media 2010, S. 8.
      104 ARD/ZDF-Onlinestudie 2010; Statistisches Bundesamt 2010, S.
      118; Ähnliche Zahlen bei AGOF 2010, S. 10: Im Vordergrund der Internetnutzung stehen danach das Senden und Empfangen von E-mails (89 Prozent) und die Suche nach Informationen überWaren und Dienstleistungen (86 Prozent). Nur die Hälfte der Nutzer besucht Foren und Chatrooms oder nutzt das Internet-Banking. 40
      Prozent besorgen sich Software über das Internet, 30 Prozent nutzen Internetradio oder -fernsehen. Auch die Zahlen für jüngere Nutzer unterscheiden sich nicht wesentlich: Von den 12–24-jährigen Internetnutzern, die mindestens einmal in der Woche im Netz sind, nutzen etwa neunzig Prozent die Suchmaschine Google,
      siebzig Prozent YouTube und 54,9 Prozent Wkipedia (Schmidt 2009, S. 33).
      Bei SevenOne Media wurde ermittelt, dass unter den 14–49-jährigen deutschsprachigen Internetnutzern zwar 91 Prozent E-Mails abrufen, aber nur 37 Prozent in sozialen Netzwerken vertreten sind. 20 Prozent erstellen Inhalt fürs Internet und 7 Prozent bloggen (SevenOne Media 2010, S. 19).
      105 Katrin Busemann / Christoph Gscheidle, web 2.0: Nutzung steigt – Interesse an aktiver Teilnahme sinkt, in: ARD/ZDF-Onlinestudie 2010, S. 362.

      108 ARD/ZDF-Onlinestudie 2010; Ähnliche Zahlen zu den wöchentlich bzw. täglichen Nutzern ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Fittkau&Maaß im Sommer 2010 (vgl. General-Anzeiger 1. Juli 2010). Danach sollen aber 62 Prozent aller Internetsurfer bei sozialen Netzwerken angemeldet sein. Dies bestätigt
      eine repräsentativen Erhebung des Nürnberger Marktforschers Forschungswerk, allerdings ohne Angaben über die Nutzungsintensität: Danach sind 63 Prozent der erwachsenen Internetnutzer (ab 18 Jahren) in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet, bei den 18–29-Jährigen sogar neunzig Prozent. 27 Prozent der Internutzer
      sind in zwei oder mehr Netzwerken Mitglied (vgl. http://www.internetworld.de am 28. April 2009: „Fast zwei Drittel der Internetuser nutzen Onlinenetzwerke“ (www.internetworld.de/layout/
      set/print/content/view/print/18444/).
      109 Intiti@tive D21 2010, S. 24. Dabei machen die „digital wenig Erreichten“ etwa zwei Drittel der Bevölkerung über 14 Jahre aus.

      114 AGOF 2010. S. 7ff. (Andere Abweichungen fallen weniger deutlich aus. Knapp über fünfzig Prozent der Gesamtbevölkerung lebt in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 2000 Euro, in der Online-Community sind es 46,9 Prozent. 24,6 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in Haushalten mit einem Nettoein-
      kommen von bis zwei- und dreitausend Euro, in der Online-Community sind es 24,5 Prozent).

  2. Andreas said

    Schöner wäre es, Sie würden Ihre statistischen Erhebungen auch belegen.

    Richtig gelesen wird ein Schuh daraus:

    Während Jugendliche und junge Erwachsene (14 bis 29 Jahre) zu 95 Prozent online sind, ist es bei den Senioren ab 65 nur jeder vierte.
    Quelle:
    http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64026_67654.aspx

    Und auch 25 % bei den Senioren finde ich beachtlich.

    Eine E-Mail Adresse bei einem Kommentar angeben zu müssen ist übrigens zwar gerne genommener „usus“ bei Blogangeboten, aus Datenschutzrechtlicher Sicht allerdings fragwürdig. Und glauben Sie mir, die realistische Anfrage, welche Daten Sie wie nutzen (die Möglichkeit gibt das BDSG her), die möchten Sie nicht wirklich in Ihrem Postkasten finden.

    Grüße

    A.

    • In meinem Buch werden viele Studien ausgewertet und aufgeführt.

      Aktuell empfehle ich Ihnen zum Beispiel
      http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2012/02/Mobile_Internetnutzung_2012.pdf

      Dort heisst u. a.
      „Tatsächlich stagniert die Entwicklung einer digitalen Gesellschaft, deren Mitglieder souverän und sicher die digitalen Medien für ihren persönlichen Nutzen einsetzen
      können. Die Studie „Digitale Gesellschaft 2011“ der
      Initiative D21 zeigt auf, dass es im Vergleich zu den Vorjahren nur marginale Steigerungen gegeben hat. Gerade einmal um einen Prozentpunkt auf 38 Prozent wuchs die Gruppe der Nutzer in der deutschen Bevölkerung, die zu den sogenannten „Digital Souveränen“ gezählt werden können.“

      • Andreas said

        in der TNS Infratest Studie, welche Sie verlinkten, geht es um MOBILE Internetnutzung. Da die dazu genutzten Geräte (Smartphone, Pads diverser Bauart und unterschiedlicher Hersteller) relativ neu auf dem Markt sind und die Zielgruppe sich genau in der Marktrelevanten Altersgruppe von 15 bis 45 befindet, sind solche Ergebnisse kaum verwunderlich. Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

      • Sie haben die Studie offenbar nicht gelesen, denn darin wird die Mobile-Nutzung vor dem Hintergrund der allgemeinen Internetverbreitung geschildert und dazu mit Zahlen belegt:
        „Tatsächlich stagniert die Entwicklung einer digitalen Gesellschaft, deren Mitglieder souverän und sicher die digitalen Medien für ihren persönlichen Nutzen einsetzen können. Die Studie „Digitale Gesellschaft 2011“ der
        Initiative D21 zeigt auf, dass es im Vergleich zu den Vorjahren nur marginale Steigerungen gegeben hat. Gerade einmal um einen Prozentpunkt auf 38 Prozent wuchs die Gruppe der Nutzer in der deutschen Bevölkerung, die zu den sogenannten „Digital Souveränen“ gezählt werden können.“

        Diese Aussage bezieht sich aufs Internet insgesamt und nicht auf die mobile Nutzung.

  3. […] bezeichnet werden können (s. hierzu auch den gestrigen Artikel von Stephan Eisel: “Warum das Internet nicht repräsentativ ist“). Die Schlussfolgerung war (wenn sowas in der kurzen Zeit überhaupt möglich ist), dass […]

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