INTERNET und DEMOKRATIE

Blog zum Buch von Stephan Eisel (weitere Informationen: www.stephaneisel.de)

Anonymous V: Selbstjustiz im Internet

Posted by Stephan Eisel - 27. März 2012

Unter Berufung auf die „Anonymous“-Bewegung werden immer wieder unliebsame Internetseiten blockiert oder mit Hackerangriffen persönliche Daten gestohlen. Solche Attacken werden aus der Anoymität initiiert und als Aktionen „wahrer“ Demokraten dargestellt. Tatsächlich handelt es sich um willkürliches Faustrecht.

Den folgenden Text können Sie hier ausdrucken.

Selbstjustiz im Internet

Wie Anonymous ein digitales Faustrecht reklamiert

Bei den Demonstrationen gegen die Ratifizierung des ACTA-Abkommen, das internationale Standards gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen etablieren will, verstecken sich viele Demonstranten hinter einer grinsenden Maske. Es sind Anhänger der aus dem Internet kommenden Anonymous-Bewegung. Der Gruppe kann sich jeder zurechnen, der das gemeinsame Feindbild teilt und gegen Banken, Konzerne und Regierungen vorgehen will.

Terroristischer Anarchist als Idol

Gerne beschreiben Anhänger die „Anonymous“-Bewegung als zufälligen Zusammenschluss unabhängiger Individuen, als „eine Idee“ ohne Struktur. Zugleich geben sie ihre Individualität bereitwillig auf und unterwerfen sich ohne Bedenken einem einheitlichen Outfit (Maske) und gebetsmühlenartig wiederholten Einheitsparolen. Anonymous gebärdet sich ebenso gerne als anonymer Geheimbund wie als lockeres Netzwerk.

Die „Anonymous“-Bewegung ist so widersprüchlich wie ihr Markenzeichen: die grinsende Maske von Guy Fawkes, hinter der sich ihre Anhänger gerne verstecken. Fawkes wollte 1605 mit mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver das englische Parlament in die Luft sprengen. 2008 machte der Film „V wie Vendetta“ nach der gleichnamigen Comicserie das Gesicht des gescheiterten Terroristen bekannt, weil es der anarchistische Titelheld bei seinen Anschlägen als Maske trug. Die Rechte an Comic und Film liegen übrigens beim Medienkonzern Time Warner, einem der Feindbilder der Anonymous-Bewegung. Auch die von ihr benutzte Fawkes-Maske gehört zu den Merchandise-Produkten des Konzerns. So verdient der internationale Medienkonzern an jeder Maske, die seine Gegner im Kampf gegen ihn tragen…

Drohung gegen Andersdenkende

Angeblich um die Freiheit des Internets zu schützen, bedient sich Anonymous des größten Feindes der Freiheit: der Angst. Aus dem Lehrbuch des Totalitarismus könnten die Slogans stammen, die Anonymous-Anhänger als gemeinsames Erkennungszeichen im Internet wie ein Mantra wiederholen: „Wir sind viele, aber Du weißt nicht wer; wir sind überall, doch du weißt nicht wo.“ Dieser implizite Drohung gegenüber Andersdenkenden entspricht der explizit aggressiven Ton bis hin zu persönliche Beschimpfungen in vielen Äußerungen von Anonymous-Anhängern. Es fällt ihnen offenkundig schwer, anderen Meinungen Respekt entgegen zu bringen.

Mit dem für Ideologien typischen Absolutheits- und Wahrheitsanspruch beansprucht beansprucht Anonymous immer wieder für die Mehrheit zu sprechen. Ein beliebter Slogan lautet in unverhüllter Anmaßung “Wir sind 99 Prozent”. Die Akzeptanz des ”agree to disagree” als eine Grundlage demokratischen Debattenkultur liegt Anonymous ebenso fern wie das Toleranzgebot von Voltaire: “Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.”

Dabei bestreiten die meisten Anonymous-Anhänger, dass die Bundesrepublik Deutschland eine Demokratie sei. Daraus wird das Recht auf jede Form des Widerstands abgeleitet und z. B. auch Hackerangriffe auf unliebsame Internetangebote. gerechtfertigt. Ohne dass dieser Bezug ausdrücklich hergestellt wird, erinnert diese Sichtweise sehr an die Thesen einer “strukturellen Gewalt” wie sie Johann Galtung Ende der 60er Jahre vertreten hat. Auch viele Anonymous-Aktivisten leiten daraus das “Recht auf Gegengewalt” und sehen in demokratischen Verfahren wie dem Machtwechsel durch Wahlen keine Perspektive.

Der Zweck heiligt die Mittel

Auf Interseiten der Bewegung sind Slogans zu finden wie: „Da niemand weiß, was richtig ist, kann niemand beurteilen, was falsch ist.“ Oder „Alles ist erlaubt!“. Solche Anarchie-Bekenntnisse sind bei vielen Anhängern sehr beliebt und führen zum Hauptproblem von „Anonymous“:

Anonymous propagiert nicht nur, sondern praktizert das digitale Faustrecht im Internet. Man kann die Ziele des Internet-Kollektivs teilen oder auch nicht, aber viele seiner Methoden sind in der Demokratie inakzeptabel. Die Bewegung nimmt nämlich für sich in Anspruch, dass der Zweck die Mittel heiligt. Dieser machiavellistische Grundsatz ist das Gegenteil von freiheitlicher Demokratie. Anonymous kämpft gegen Internetzensur auch mit den Mitteln der Zensur, indem durch Hackerangriffe systematisch Internetangebote unliebsamer Anbieter lahmgelegt werden. Man ist gegen „Netzsperren“, um selbst nach Gutdünken im Internet zu sperren, was nicht behagt.

Dieser Ideologie der Selbstjustiz fielen Unternehmen wie Visa, Paypal oder Mastercard, deren Internetangebote von Anonymous-Anhängern blockiert wurden, ebenso zum Opfer wie die Interseiten beispielsweise der griechischen Regierung. Hackerangriffe aus der Anonymous-Szene gab es außerdem auf das FBI, Scotland Yard und das Computersystem der GEO Group in Florida, die in den USA Gefängnisse betreibt. Solche Aktionen werden gerne als „virtuelle Sitzblockaden“ verharmlost und damit gerechtfertigt, dass sie sich ursprünglich gegen das Internetangebot von Scientology gerichtet hätten.

Inzwischen ist aber kein Unternehmen, keine staatliche Institution und auch keine unliebsame Privatperson im Netz davor sicher. Als der Medienkonzern Sony 2011 gegen zwei Hacker klagte, die Informationen über das Kopierschutzsystem der PlayStation 3 veröffentlicht haben sollen, legte Anonymous einfach das Internetangebot des Unternehmens lahm.

Die Willkür des eigenen Gutdünkens

Am Heiligabend gingen Anonymous-Aktivisten noch weiter: Sie stahlen tausende Kreditkartendaten von Kunden der US-Sicherheitsfirma Stratfor mit dem Ziel, „mehr als eine Million Dollar“ als Weihnachtsspenden umzuverteilen wie BBC und ‚Washington Post‘ berichteten. Inzwischen haben Opfer des Anschlags nicht genehmigte Überweisungen angezeigt. Ausserdem wurden kurz darauf bei Wikileaks über fünf Millionen e-mails veröffentlicht, die bei dem virtuellen Überfall ebenfalls erbeutet worden waren.

Die meisten Anonymous-Anhänger rechtfertigen solche Hackerangriffe. Offen wird dabei ein „digitales Faustrecht” reklamiert, denn Maßstab für solche Attacken auf die Meinungsfreiheit (für Anbieter) und Informationsfreiheit (für Nutzer) ist die Willkür des eigenen Gutdünkens. Es gibt auch Kommentare aus der Anonymous-Szene, die eine gewisse Distanz zu Hackerangriffen signalisieren. Insbesondere wird dabei darauf verwiesen, es handele sich dabei um Aktivitäten einer kleinen Gruppe, die nicht typisch für Anoymous sei. Eine klare Ablehnung von Hackerangriffen oder Blockaden unliebsamer Internetangebote ist allerdings praktisch nicht zu finden.

Anonymität gegen Transparenz

Sakrosankt ist vor allem das Prinzip der Anonymität der danach auch benannten Bewegung: „Identität ist unwichtig, wenn du weist, dass es uns gibt.“ heisst es in den Verlautbarungen der Szene. Zwar ist Anonymität, die in Diktaturen Oppositionelle vor Verfolgung schützen kann, auch in der Demokratie ein selbstverständlichen Recht: Man denke nur das Wahlgeheimnis oder die Schweigepflicht von Ärzten und Anwälten.

Aber als Basis für Angriffe auf die Freiheitsrechte Dritter verliert Anonymität ihre Legitimität und gehört eben auch zur Grundausstattung der Gegner der Freiheit: Rechts- und Linksextremisten vermummen sich, religiöse Fundamentalisten agieren aus dem subversiven Untergrund. Wer im Schutz der Anonymität nicht nur Internetseiten lahmgelegt, sondern auch Kreditkartendaten stiehlt oder persönliche Daten veröffentlicht, bedient sich der gleichen Methoden.

Diese ambivalente Gesicht der Anonymität wird von Anonymous-Anhängern geleugnet. Ihre Inkonsequenz zeigt sich auch darin, dass sie mit dem Beharren auf eigener Anonymität gerade die Informationsfreiheit und Transparenz beschneiden, die sie von anderen so vehement einfordern.

140 Antworten to “Anonymous V: Selbstjustiz im Internet”

  1. Fried Bracht said

    Wollen wir doch mal bitte festhalten: 1. Das Internet ist nicht Eigentum einer selbsternannten Web-Polizei, die unter „Freiheit des Internets“ das Recht auf fortgesetzten Diebstahl geistigen Eigentums, auf beliebiges Hacken oder die Produktion sinnfreier „Lulz“ versteht. 2. Im Internet müssen die gleichen Spielregeln gelten wie in Gesellschaften, die in rechtsstaatlichen Demokratien leben. 3. Was außerhalb des Internets als Straftat gilt, muss auch im Internet so gesehen werden. 4. Mehr Demokratie wird erst dann mit Hilfe des Internets erreichbar sein, wenn ernsthafte Diskussionen möglich sind, ohne dass Trolle ständig Jauche vergießen. 5. Früher oder später wird eine Debatte darüber stattfinden (müssen), ob Anonymität wirklich schützenswert ist – wenn sie immer wieder missbraucht wird, um andere Menschen oder auch Menschengruppen zu beleidigen.

  2. Radar Rider said

    Herr Eisel…
    Ist Ihre Welt so verdammt klein, das Sie sie auf die Daten Ihrer Homepage zusammenstauchen?
    In jedem 3. Kommentar von Ihnen lese ich hier „Diebstahl der Zugangsdaten meiner Homepage“.
    Ist das alles was Sie an Argumenten vorbringen können um gegen Anonymous vorzugehen?
    Schauen Sie mal, Sony hat nicht mal halb so wild gejammert, als das Sony Network gehackt wurde.
    STRATFOR hat wohl etwas gezürnt, aber auch nicht gejammert, weil Daten abgegriffen wurden.

    Nur der „gütige“ Herr Eisel Jammert, als ginge es ihm ans Leder.
    Schämen Sie sich nicht?
    Glauben Sie mir, auch mir wurde schon ein Forum gehackt.
    Ich konnte auch schon live zuschauen, wie ein „Hacker“ meine Harddisk auf den Kopf stellte.
    Aber niemals hab ich mich dabei in Selbstmitleid gewälzt so wie Sie das tun.
    Im Gegenteil, ich hab gleich darauf versucht rauszufinden, welche Schwachstellen der „Hacker“ nutzte.
    Ich hab versucht zu verstehen, welche Motivationen der „Hacker“ hatte, meine Ressourcen anzugreifen.
    Und auch wenn es nicht gerade der grosse Traum war, die „Schäden“ wieder zu bereinigen, so konnte ich doch nicht umhin
    diese „Hacker“ zu bewundern.
    Es gehört eine grosse Leistung dazu, ein „Bombensicheres“ System zu knacken.

    Daher würden Sie Herr Eisel, auch mal gut daran tun, in Vernunft darüber nachzudenken, und allenfalls mal das Gespräch mit
    den „Hackern“ suchen, anstatt auf sie einzuschlagen.
    Denn am Ende sind wir alle Menschen.
    Wir stinken alle, wenn wir auf dem Klo sitzen.

    Und ich bin mir absolut sicher, das wenn sie offen und ehrlich auf Anonymous und deren „Hacker“ zugehen, niemand ausfällig und beleidigend wird.

    Grüsse

    Radar Rider

    • Sie schreiben:
      „Und ich bin mir absolut sicher, das wenn sie offen und ehrlich auf Anonymous und deren „Hacker“ zugehen, niemand ausfällig und beleidigend wird.“
      Na dann lesen Sie mal die Kommentare, die viele in diesem Blog hinterlassen …

      • Radar Rider said

        Sie ignoranter Dünnbrettbohrer…
        Merken Sie nicht, das diese Leute nicht Anonymous darstellen?
        Sind Sie so von Wahnvorstellungen geplagt, das Sie alles was Ihnen quer kommt gleich als Anonymous bezeichnen?
        Sorry, Sportsfreund… Aber an Ihrer Stelle würde ich in diesem Falle mal im nächsten Psychosanatorium vorbeischauen
        und mir die Schrauben nachziehen lassen.

      • Wer und Was Anonymous „darstellt“ lässt sich nur am Verhalten derer beurteilen, die sich als Anonymous-Anhänger ausgeben. Im übrigen richten sich Ihre Beschimpfungen selbst und offenbaren eine traurige Argumentationsarmut.

      • Radar Rider said

        Anderen Argumentationsarmut vorwerfen, selbst aber null Plan der Sache an sich.
        LOOOOOOL
        Sie sind ne absolute Witzfigur, mehr nicht!!!

      • Immerhin beschäftigt Sie meine Meinung doch so sehr, dass immer wieder auf meinen Blog zurückkehren….

  3. Arno Dübel said

    Schön zu sehen, dass entgegen Ihrer Äußerung, Sie würden nichts zensieren, hier einige Kommentare nicht freigeschaltet werden.

  4. Hans W. said

    Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,
    Durch Zufall bin ich vor wenigen Wochen auf der Facebook Fanseite des Anonymous Kollektivs gelandet. Von dort fand ich auch den Weg in Ihren Blog.

    Das ganze was sich hier zwischen Ihnen und den Aktivisten abgespielt hat, erweckte meine Neugier und ich begann mich mit den Themen zu beschäftigen. Also wurde ich Mitglied in weiteren Anonymousgruppen auf Facebook, schaute mir das Treiben im IRC an und „kämpfte“ mich durch zahlreiche Foren. Den das ist es doch schließlich was man tun sollte um sich eine Meinung bilden zu können.

    Hier nun mein persönliches Ergebnis:
    Es ist erschreckend mit welcher Naivität die sog. Anhänger der Facebook Seite Anonymous kollektiv zu Werke gehen. Der „große Unbekannte“ schreibt etwas und alle laufen blind und ohne etwas zu hinterfragen wie die Lemminge hinterher. Kritische Kommentare werden auf dieser Seite gleich mit Hohn und Spott beantwortet und werden immer mit dem Entstehen von Anonymous begründet. Und das hat letztlich auch zu den Auswüchsen in Ihrem Blog oder Ihrer Facebook Seite geführt. Wenn man sich dann auch noch die Qualität der Masse an Kommentaren ansieht, sei es eben bei Facebook oder in Ihrem Blog, so kann ich es mir nur damit erklären dass ein Großteil der dort versammelten Anhänger wohl nicht Volljährig ist. Sicherlich gab es auch inhaltlich Sinnvolle Blogeinträge, das möchte ich gar nicht bestreiten und ehrlichgesagt kann ich es auch nachvollziehen das die Anhänger Ihnen unterstellt haben, sie würden immer nur dieselben Argumente wiederholen, aber trotzdem war es doch meist nur der Versuch der Legitimation von Straftaten.

    Ähnliche Erfahrungen sammelte ich auch im IRC. Dort passieren Dinge die ein normaler Betreiber eines Chats nicht gutheißen würde. Was für Inhalte dort veröffentlicht werden, und auf welchen Niveau dort kommuniziert wird möchte ich hier gar nicht wiedergeben, aber auch dieses deutet auf die oben beschriebene Personengruppe hin. Und alle berufen sich auf Anonymous und die Regeln, nun wenn sie ihre eigene Regeln mal strickt befolgen würden, so wären sie eigentlich ihre eigenen Gegner, denn die Gründe warum man dort aus dem Chat fliegt haben sich mir zu keiner Zeit erschlossen und wirkten wie Willkür und Zensur.

    Nun komme ich zu den Foren und Anonymousgruppen. Hier scheint es so als würden hier wirklich Leute wissen was sie tun und gemeinsam für ein Ziel arbeiten. In diesen Gruppen geht es meist ausschließlich um Scientology und Informationsfreiheit. Dagegen bzw. dafür zu streiten empfinde ich als hehres Ziel. Diese Gruppen lehnen Hacks ab und beschränken sich auf Demonstrationen und Informationsaustausch bzw. Aufklärung. Das sie dies unter dem Schutz einer Maske tun, begründen sie mit dem Schutz ihrer eigene Identität vor den Folgen der „Fair Game“ Regeln der Scientology, was Sie lieber Herr Eisel ja auch schon kritisiert haben. Und dazu möchte ich nun auch mal kurz Stellung nehmen: es ist sicherlich etwas anderes wenn der ehemalige Abgeordnete an einer Demonstration ohne eine Maske teilnimmt, als wenn Max Mustermann diese tut, denn schlechte Presse möchte die Scientology nicht, also würde Ihnen, niemand etwas wollen, aber gilt das auch für Max Mustermann?

    Mein Fazit :
    es ist unglaublich das Hacker eine Verehrung wie Popstars erfahren und es für Jugendliche tatsächlich ein erstrebenswertes Ziel ist, der große unbekannt Hacker zu werden, vor dem die Welt zittert und von diesen Jugendlichen scheint sich eine große Masse auf Anonymus zu berufen und das ist wirklich eine Gefahr für die Demokratie und ja das was diese tun ist zweifelsfrei digitales Faustrecht. Und das ist durch nichts zu Rechtfertigen. Ich dachte im Bezug auf die Geschichte Deutschlands das es nicht mehr so leicht wäre eine Masse unter dem Deckmantel der einer Idee dazu zu bringen, etwas zu tun oder gutzuheißen ohne sich der Konsequenzen ihres Handels auch nur einen Momentlang bewusst zu sein.
    Dann wiederum gibt es einen Teil dieser Bewegung der mir sympathisch ist, sie üben ihr demokratisches Recht aus und Demonstrieren, sie haben klare Regeln für ihren Protest und halten diese auch strikt ein und das sorgt dafür das diese Proteste immer bunt, lustig und friedlich Verkaufen. Nur dieser Teil von Anonymous scheint leider der kleinste zu sein, der große Rest kann, wie es schon in den Regeln des Internets steht, ein Monster sein.

    • Ich kann Ihrer interessanten Schilderung weitestgehend zustimmen.

      Hinweisen möchte ich nur darauf, dass ich an Demonstrationen gegen Rechts- und Linksextremisten oder Sekten wie Scientology teilgenommen, Veranstaltungen gegen diese Gruppen organisiert und Analysen dazu veröffentlicht habe, lange bevor ich Abgeordneter wurde – nämlich als – wie sie so schön schreiben – „Max Mustermann“. Ich bin übrigens der Auffassung und habe ich die Erfahrung, dass solche Gruppen die offen gezeigte (und nicht in der Anonymität versteckte) Ablehnung „einfacher“ Bürger mehr trifft als manche Äußerung tatsächlich oder vermeintlich Prominenter.

  5. mac said

    Hallo Herr Eisel,

    wenn Sie sich mal aufmerksam die Publikation vom Anonymous zu Hack ihrer Seite durchlesen, werden Sie feststellen, das Ihre Seite nicht korrekt gesichert war und jeder, der ein bisschen Ahnung von CMS die hätte durchführen können. Sie sollten sich mal an die eigene Nase fassen. Das ist genauso, wie wenn Sie im Auto den Schlüssel stecken lassen.

    Einem „Internetkenner“ wie Ihnen sollte so etwas eigentlich nicht passieren. Wenn ihr mir jetzt vorstelle, das ein Bundestag mit ähnlicher Befähigung über Vorratsdatenspeicherung, Internetzensur und ähnlichem Entscheiden darf, bekomme ich Angst.

    Sie können Ihre eigenen Daten nicht schützen, geschweige denn die der Bürger

    Armes Deutschland

    • Für Sie ist offenbar der Bestohlene und nicht der Dieb der Schuldige – nach dem Motto: Du hast kein Gitter vor Deinem Fenster, da musste ich es doch einschmeissen und in Deine Wohnung einbrechen. Ich jedenfalls möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der dies das Handlungsmotto ist.

      • mac said

        Was genau wurde Ihnen denn bitte gestohlen Herr Eisel?

        ein Stück ihres Egos?

        Seien Sie doch eher froh, das Anonymous Sie auf die Sicherheitslücken Ihrer Website aufmerksam gemacht hat. Firmen in der freien Wirtschaft müssen für einen solchen Service sehr viel Geld investieren.

        aber bleiben wir doch mal bei meinem Vergleich mit dem Auto.. Lassen Sie ihr Auto offen, den Schlüssel stecken, so ähnlich haben die Herren von Anonymous wohl auch Ihre Website vorgefunden.. was wird dann wohl Ihre Versicherung dazu sagen wenn das Auto gestohlen wurde? Das ist definitiv grob fahrlässig..

      • Gestohlen wurde mir meine Daten. Für Sie ist aber offenbar der Bestohlene der Schuldige und nicht der Dieb: selbst wenn sie ein Auto mit Schlüssel sehen, haben Sie noch kein Recht, es einfach zu stehlen. Im übrigen ging dem Diebstahl von Zugangsdaten der Einbruch auf einem Server voraus. Es ist einfach nur traurig, wenn sie solche Willkür zu rechtfertigen versuchen.

      • Arno Blumenstein said

        Herr Eisel.

        Wenn Sie Ihre Haustür offen stehen lassen oder unzureichend sichern und es findet dadurch ein Diebstahl statt, dann wird
        1. Jede Versicherung sagen…Fail keinen Cent wenns ganz dumm läuft bekommen sie von denen sogar eine Anzeige wegen versuchten Betruges.
        2. Bei eifriger Polizei werden Sie wahrscheinlich noch angezeigt und dürfen wenns ganz dumm läuft noch Strafe zahlen wegen Förderung einer Straftat.

        Ausser das das hier Ihren Ego extrem kratz, ist hier nichts passiert soweit ich das hier raus lesen kann.
        Wenn Sie natürlich auf diesem System auch noch Ihre Mails verwalten sieht das schon anders aus. Aber dann gehören nicht die geohrfeigt die diese Lücke entdeckt haben sondern denen die Ihr System hier verwalten.

      • Selbst wenn die Haustür offensteht, bleibt der Diebstahl ein Diebstahl und ist inakzeptabel. Das dies bestreiten erinnert mich doch sehr an die abwegige Argumentation, an Vergewaltigungen seien doch die Opfer schuld, weil sie die Täter in Versuchung geführt hätten …

      • Arno Blumenstein said

        Jetzt werden Sie aber komisch.
        Hoppla…da wird ein Einbruch auf ein CMS gleichgestellt mit einer Vergewaltigung.
        Großartiger Vergleich!
        Herr Eisel dieser Vergleich ist eher niveaulos und ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen das das Ihre Liga ist.

        Natürlich bleibt es Diebstahl das bestreitet keiner. Das das nicht korrekt ist bestreitet auch niemand. Das es allerdings Menschen gibt die sowas wie Schadenfreude empfinden, sollte Ihnen als allererstes klar sein schließlich stehen Sie in der Öffentlichkeit und kennen diese Art der Genugtuung wahrscheinlich sehr genau.

      • Ich habe nicht Datendiebstahl Vergewaltigung verglichen, sondern Ihre Argumentation, beim Diebstahl von Daten sei das Opfer schuldig und nicht der Dieb.

        Schadenfreude darüber, dass jemand bestohlen wird, soll vorkommen, ist aber deswegen nicht akzeptabel. Wenn Sie sich daran ergötzen, kann sich jeder darüber sein Urteil bilden.

      • Arno Blumenstein said

        >>…..Wenn Sie sich daran ergötzen, kann sich jeder darüber sein Urteil bilden.

        Herr Eisel…
        ich schrieb „…es soll Leute geben die Schadenfreude empfinden“.
        War da irgendwo von mir die Rede?
        Ich bin Ihnen immer freundlich begegnet, sind Sie so nett und vergessen Ihre gute Erziehung nicht und unterstellen Sie mir nicht ich hätte Schadenfreude daran !
        Danke

      • Ich hatte Sie so verstanden, dass Sie Verständnis für solche Schadenfreude über die Manipulation meiner Homepage hätten. Wenn ich Sie missverstanden habe, tuts mir leid.

  6. gnarrzapp said

    Herr Eisel,
    würden sie bitte zur Blockade von Antworten auf ihre Kommentare Stellung nehmen? Genauso wie mich wird das bestimmt einige Diskutanten, die ihre Meinung äußern wollen, stören. Sie müssen nicht das letzte Wort haben, wozu die „Zensur“?

    • Es gibt hier keine Zensur, alle Kommentare werden freigeschaltet. Allerdings erlaube ich mir auf meinem Blog auch meine Meinung zu den eingesandten Kommentaren zu äußern.

      • gnarrzapp said

        Warum kann ich dann in besagtem Thread von RK und anderen Kommentarthreads nicht auf ihre Kommentare antworten?

      • Ich wiederhole es noch einmal: Alle Ihre Kommentare wurden veröffentlicht – das gilt auch für alle anderen, die hier kommentieren.

      • Arno Dübel said

        Wenn Sie sich erlauben, Ihre Meinung zu äußern, dann tun Sie das doch bitte auch ordentlich und nicht mit kurzen abgeschmetterten Phrasen, die unter fast jedem zweiten Kommentar gleich sind.

      • Wie ich meine Meinung äußere, müssen Sie schon mir überlassen. Niemand zwingt Sie, sich an der Diskussion auf diesem Blog zu beteiligen.

      • gnarrzapp said

        Angenommen, ich würde ihnen nun sagen wollen, dass sie auch auf ihrem Blog zu einer korrekt-sachlichen Diskussion angehalten sind, was sie ja auch glücklicherweise größtenteils einhalten und einhalten wollen, und angenommen ich würde das als Antwort auf ihren Kommentar vom 30. März 2012 um 6:31 posten wollen: Warum ist mir das nicht möglich, was haben sie dagegen? Es existiert für diesen Kommentar kein Antwort-Button, warum? Liegt ein technisches Problem vor?

        PS: Eigentlich wollte ich das als Kommentar auf ihre Antwort von heute, um 6:12 schreiben, was mir aber leider aus oben besagten Gründen nicht möglich ist.

      • Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass Sie auf meinem Blog Ihre Meinung äußern. Sie tun auch des Öfteren und haben gar keinen Grund sich verzweifelt nach Zensur umzusehen …

  7. gnarrzapp said

    Da offensichtlich der Kommentarthread von „RK“ gesperrt und mir eine Antwort auf Herrn Eisels Kommentar auf meinen Post verweigert wurde, können wir doch gleich hier von Zensur vor Ort sprechen. Sollte ein technisches Problem vorliegen bitte ich um Entschuldigung.

  8. Commentwriter said

    Hallo Herr Eisel,

    nächtes Mal besser nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnen…

    Wer keine Ahnung hat, sollte unter Umständen besser die Klappe halten.

    Freundliche Grüße

    • Durch willkürliche Selbstjustiz wie den Diebstahl der Zugngsdaten zu meiner Homepage, um dort unliebsame Texte zu löschen und zu manipulieren, lasse ich mich mit Sicherheit nicht mundtot machen.

  9. Ben said

    Werter Herr. Eisel ,

    ich würde ihnen aus Neutral betrachter Perspecktive eines Dritten außenstehenden nahe legen es mal Lieber zu unterlassen sich Ständig über eine Bewegung aufzuregen die Welt Weit Organisiert ist und vor allem dies nur um Aufmerksamkeit auf ihre Arbeit zu lenken , da ja vorher bevor sie dies Taten kaum einer auch nur annähernd ihren Namen kannte mir kahm dieser Aspekt grade ebend beim Frühstück auf , der wird nur Welle gegen Anonymus machen damit seine Politische Karriere aufmerksamkeit der Presse erhält und sich da durch Laufbahntechnisch für ihn zum Vorteil ändert .
    All das den Anschlag der Vereinigung gegen ihre Homepage welchen ich Gestern belustigender weise Sehr gefeiert habe , haben sie doch durch ihr Hohles Frasen gedresche selber zu verantworten , und nun Schwafeln sie hier von Selbstjustitz durch Anonymus im Internet herlich herlich herlich , könnte mich tot lachen . Das kann ich einfach nicht Gut heißen Politiker die nicht merken das eine Solche bewegung genau das ist was das Volk nein Sogar die Menschheit Welt Weit braucht um aus der Tyranei & Unterdrückung der NEUEN WELT ORDNUNG auszubrechen und sich selbst eine Stimme zu verschafen , weil in Wirklichkeit sind unsere Politiker doch schon dabei uns alle Mond Tot zu machen , die andauernde Propagande die Welt weit in den Nachrichten betrieben wird dient doch lediglich dazu das Volk ruhig zu stimmen damit keine Revolution ausbricht . Und kein Proteste aufkommen , Acta war doch das Beste beispiel dafür wie die Politik dafür sorgen wollte das Die Menschheit Welt weit kein Freies Recht auf Meinungsäußerung mehr haben sollte im Internet weil so viel zu viele Kontakte entstehen und Kommuniziert wird und die Menschheit Langsamm auch auf Teils unbewuste art und Weise anfängt dahinter zu kommen was sie/ihr(die NWO) so treibt !
    “ Ich denke da an Seiten wie Twitter “ auf den der Binladen Tot anzunehmen war lange bevor Obama seine Rede hielt nur weil die US truppen sich nicht an die eigentlich Befehle hielten , und jemand vor ort anfing das ganze zu Twittern , „Some thing Big Must be Happening , ore why i See 2 Chenooks in the Middle of the Night of the City “ nicht ganz wort genau zitiert aber so in Etwa Twitterte der Median Designer aus Pakisten den vorfall …..

    Kurz gesagt , legen sie ihr Amt nieder Lassen sie das Volk entscheiden was Gut für das Volk ist und nicht Irgendwelche Marionetten der Welt weiten Schattendiktatur der NWO !

    mit Freundlichen Grüßen
    Oldenburg der 29.3.2012 Ben G.
    für Rücksprache oder Gerne auch eine 4 Augen diskusion wenden sie sich bitte an meine Email adresse danke !

    • Dass Sie es angeblich „neutraler“ Beobachter für richtig halten, dass Anonymous-Anhänger die Zugangsdaten zu meiner Homepage gestohlen haben, um dort unliebsame Text zu löschen und zu manipulieren, sagt alles über Ihre „Neutralität“. Seien Sie versichert, dass ich mich nicht mundtot machen lasse.

  10. harrygambler2009 said

    Ich denke, dass sie die Idee von Anonymus nicht begriffen haben. So wurde deshalb die Seite der Kredithaie gehackt, weil sie was verkauft haben, was es nicht gibt, Kreditsicherheit im Internet. Man sollte generell davon Abstand nehmen.
    Anonymus wehrt sich nur gegen den Versuch von Großkonzernen und Politikern, das Internet zu zensieren.
    So haben sich die Piraten zum Beispiel in NRW Gegen Missbrauch ihres Namens durch die CDU gewehrt und die Seite gehackt.
    Wer versucht das Internet zu kontrollieren, muß damit rechnen, dass es aus dem Internet ausgeschlossen wird.
    So hat der Journalist H. M. Broder gegen der Radio Fritz Redakteur Ken Jebsen gehetzt und ihn aus dem Job gemobbt. Broder ist übrigens der geistige Vater des Osloattentär, dieser hat die Artikel von H. M. Broder wie Botschaften im Kampf gegen den Islam angesehen und sich ständig darauf berufen.
    Ein Hacker hat dem Spuk ein Ende gesetzt und Broder und seine Facebookseite gehackt.
    Ich sehe das „Hacken“ anderer Seite für nicht unproblematisch an, verstehe aber in vielen Fällen dies als Internetdemokratie an.
    Nicht gehackt wird selbst von Geheimdiensten zum Beispiel die Internetseite:
    http://denkbonus.wordpress.com/2012/03/28/everybody-loves-iran-israel/
    Everybody Loves Iran – & Israel
    ;-))
    Tue Gutes und es wieder fährt auch dir Gutes ist die Macht des Internets, hacken nur eine Form der Demokratie gegen die Guthasser. ;-))
    MfG

    • Ihr Satz „Tue Gutes und es wieder fährt auch dir Gutes ist die Macht des Internets“ sagt alles: Anonymous-Anhänger entscheiden, was sie für „gut“ halten und alles andere wird gelöscht, manipuliert oder blockiert. So etwas nennt man Willkür und Selbstjustiz.
      Noch nicht einmal Kritik halten Anonynmous-Anhänger aus, sondern haben z. B. mit dem Diebstahl der Zugangsdaten zu meiner Homepage reagiert, um dort unliebsame Texte zu löschen und zu manipulieren: Zensur pur !

      • Morris Grahneis said

        Seltsamerweise halten in der letzten Zeit viele Leute die meisten Aktionen ausgehend von Anonymous in Ordnung und offenbar ist es an der Zeit, dass die Leute merken, dass die Regierung unseres Landes nicht gut ist.

        Wo wurde der Bürger gefragt, als das Ehrensold für unseren tollen Ex-Bundespräsidenten abgesegnet wurde, wo wird irgendwer gefragt, wenn es um Gelder für Griechenland geht?

        In diesem Land wird alles (außer Ihre tollen Wahlen, auf die Sie immer pochen) über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden, kein Wunder, wenn immer mehr junge und kompetente Menschen das Land verlassen und Deutschland höchstwahrscheinlich irgendwann am demographischen Wandel zu Grunde geht.

        Mit freundlichem Gruß
        Morris Grahneis

      • Ob „in diesem Land alles über die Köpfe der Leute entschieden“ wird, entscheiden nicht sie, sondern dazu gibt es Wahlen mit der Möglichkeit des Mehrheits- und damit Regierungswechsels. Wenn sich selbsternannte Eliten wie z. B. Anonymous-Anhänger anmassen, für „das Volk“ zu sprechen hat das keine Relevanz solange sie sich nicht dem demokratischen wettbewerb stellen.

      • Morris Grahneis said

        Immer wieder schön zu sehen, mit wieviel Substanz Sie auf die Kommentare eingehen. Natürlich habe ich nicht zu entscheiden, ob etwas über die Köpfe der Menschen entschieden wird, aber Wahlen ändern daran wohl kaum was, denn egal welche Partei an die Macht kommt, ändern wird sich daran nichts.

        Zumindest wird sich solange nichts daran ändern, wie das Volk immer älter wird und die alte Menschen, die meiste eh gegen alles neue sind, nur immer die alten Parteien wählen. Um dabei nochmal auf den demographischen Wandel zu sprechen zu kommen: Irgendwann überwiegen die alten Menschen, klar, dass dann keiner mehr für neue Parteien stimmt, sondern immer wählt, was man schon immer wählte.

        Ich bin auch der Meinung Anonymous maßt sich nicht an, für das Volk zu sprechen, sondern tut es, wenn auch nur für die jüngeren Generationen. Die älteren Generationen lassen sich natürlich schlecht erreichen, wenn Anonymous durch Leute wie Sie verunglimpft wird.

      • Merken Sie eigentlich nicht, wie Sie sich selbst widersprechen:

        Zuerst schreiben Sie: „Natürlich habe ich nicht zu entscheiden, ob etwas über die Köpfe der Menschen entschieden wird“ und dann tun sie es doch, indem sie schreiben: „Ich bin auch der Meinung Anonymous maßt sich nicht an, für das Volk zu sprechen, sondern tut es, wenn auch nur für die jüngeren Generationen.“

        Wie kommen Sie auf die Idee Anonymous würde „für das Volk, wenn auch nur für die jüngere Generationen“ sprechen ??? Anonymous hat sich nie irgendwelchen Abstimmungen oder Wahlen gestellt …

        Im übrigen machen Sie eine fragwürdige Unterscheidung zwischen „älter“ und „jünger“: Sollen die Einen ein höheres Stimmrecht als die Anderen haben ? Wo setzten Sie denn die Altersgrenze zwischen „älter“ und „jünger“ ??? Alles ziemlich unausgegoren…

      • harrygambler2009 said

        Ich denke, man sollte das Problem genau ansehen. Sicherlich ist das Hacken von Seiten zweispältig, doch wie im Fall der NPD-Facebookseite halte ich das für legal.
        Anonynmus ist sicherlich grenzwertig und ich würde da nicht mitmischen, doch im Fall von IShareGossip hat das vielen Menschen geholfen.
        Selbstjsutiz ist das, was in Emden passiert ist, als der Mob einen 17-Jährigen lynchen wollte, und heute weiß man, er war es nicht. Der Mob hat den Nmaen ins Internet gestellt, grausam aber wahr.
        Anonymus greift ja auch nicht alles an, sondern nur bestimmte Seiten, von denen sie wissen, hier stimmt etwas nicht. Und sie beziehen Stellung dazu, warum sie das tun. Zensur oder Gegenwehr? Denn wenn Anonymus zuschlägt, ist immer eine Betroffener mit an Bord, das behaupte ich mal so.
        ;-))

      • Es ist weder legal noch legitim, wenn sich Einzelpersonen und Gruppen anmassen, über das Wohl und Wehe anderer und beispielsweise deren Anspruch auf Meinungsfreiheit zu urteilen und ihre Sichtweise nach eigenem Gutdünken in willkürlicher Selbstjustiz anderen Aufzuzwingen. Dazu ist nur der demokratisch verfasste Staat berechtigt. Genau darin liegt die Überwindung des Faustrechts, d. h. der Herrschaft des Stärkeren gegenüber dem Schwächeren.
        Wer dann noch nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ vorgeht, verweigert sich dem Grundkonsens der Demokraten, der eben dieser persönlichen Willkür die Grenze der Freiheit aller setzt. Ich sehe in dieser grundlegenden Frage keinen Raum für Kompromisse.

  11. Uwe Vitz said

    Hallo Herr Eisel und alle anderen Leser,

    erst einmal möchte ich Ihnen meine Anerkennung aussprechen, Herr Eisel
    Sie geben sich wirklich Mühe und versuchen in ihrem Blog eine ernsthafte Diskussion mit Bürgern zu führen.

    Natürlich führt diese Diskussion so teilweise ins Nichts,
    Das eigentliche Thema Anonymus vs Politik geht in einer Flut von anderen Themen unter.
    Dieses Problem teilen Internetdiskussionen wohl mit Talkshows.
    Ein normales Gespräch sollte so laufen, dass beide Parteien ihre Meinung erklären und begründen.
    Danach machen nur noch neue Argumente Sinn.
    Persönliche Vorwürfe und Beleidigungen sollten tabu sein.

    Eine Zusammenfassung der Ergebnisse, welche ich aus der bisherige Diskussion ableite.

    1.Egal wie man zu einzelnen Politikern steht, die Demokratie sollten wir alle, wenn es uns möglich ist, entschlossen
    verteidigen.
    Die Gegner der Demokratie argumentieren gerne mit korrupten Politikern, vergessen jedoch,
    dass eben diese besonders häufig in die Medien kommen.
    Jene die ihre Arbeit korrekt machen sind hingegen langweilig und werden vergessen.
    Das ist so und wird auch so bleiben, weil uns alle ja auch der Kriminelle mehr interessiert, als der langweilige normale
    Arbeitnehmer.

    2. Anonymus verübt teilweise kriminelle oder wenigstens zweifelhafte Aktionen, dies verurteilen Sie zu Recht.
    Es bleibt jedoch bei vielen, auch bei mir, das ebenso zweifelhafte Gefühl, dass Anonymus nicht nur negativ auffällt.
    Die Unterstützung des Freiheitskampfes in der arabischen Welt hätte die offizielle Politik so nie hin bekommen.
    Was den Kampf gegen Kinderpornographie und Naziwebsiten im Netz angeht, macht Anonymus da nicht genau das,
    was die Piraten dem Innenminister NIE erlauben würden?
    Also setzt sich Anonymus, in diesen Fällen, durch eigenes Handeln, für ein Verfahren ein, welches solche Websiten, ohne
    juristische Prüfung sperrt.
    Um diese Thema wird es also auch in Zukunft noch viele Auseinandersetzungen geben.

    3. Anonymus scheint eher eine Bewegung als eine Organisation zu sein.
    Ist jedes Mitglied einer Bewegung für alle Taten der Bewegung verantwortlich oder nur für jene,
    welche es selber begeht?
    Natürlich ist dies eine Frage, die niemand klar beantworten kann.
    Es kommt immer auf die Umstände an.
    Es scheint jedoch einige Organisationen in Anonymus zu geben, welche gemeinsame Aktionen
    durchführen.
    Dies bedeutet es gibt also unterschiedliche Formen der Organisation innerhalb von Anonymus.
    Gibt es eigentlich einen gemeinsamen Ehrenkodex von Anonymus?
    Darüber habe ich jedenfalls noch nichts gelesen.
    Wäre eigentlich für eine Bewegung wie Anonymus lebensnotwendig.
    Sonst kann jeder alles im Namen der Bewegung machen, was auf Dauer jeder Bewegung das Genick
    bricht

    4.Was die Macht der Konzernen und das Urheberrecht auf der einen Seite, das Recht des Einzelnen auf freie
    Informationsbeschaffung auf der anderen angeht, ist dies ein Thema,
    welches Sie hier nicht erschöpfend ausdiskutieren können.
    Das Thema ist zu groß für eine Nebendiskussion und sollte eine eigene Diskussionsrunde haben.

    Grüße aus der Würfelwelt

    • Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, denen ich weitgehend zustimmen kann.
      Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass es einen großen Unterschied macht, ob man in einer Diktatur oder in einer Demokratie agiert. Meine Kritik richtet sich in diesem Blog „Internet und Demokratie“ gegen Anonymous-Anhänger, die sich in unserer freiheitlichen Gesellschaft anmaßen, nach eigenem Gutdünken die Freiheit anderer einzuschränken.Dabei kann es auch nicht um die Frage nach den Zielen gehen, denn ein Verhalten nach dem Muster „Der Zweck heiligt die Mittel“ ist inakzeptabel. Feiheitseinschränkungen können auch in einer Demokratie notwendig sein (z. b. für Kinderpornographie, Internetkriminalität oder Terrorismus), bedürfen aber einer demokratischen Legitimation durch die Mehrheit und müssen (ggf. vom Verfassungsgericht überprüft) verfassungsfest sein.

      In einer Diktatur, die den freien Austausch von Argumenten nicht zulässt, stellen sich manche Fragen anders. Aber auch dort muss es um die Herstellung von Freiheit gehen und nicht um die Einschränkung nach eigenem Gutdünken. So sind z. B. Hilfestellungen bei der Umgehung von staatlichen Internetsperren in diktatorischen Systemen (z. B. China oder Syrien) meiner Erachtens legitim.

      Die angebliche Unorganisiertheit von Anonymous lässt sich durchaus hinterfragen. Im Kern handelt es sich wohl um ein gut koordiniertes Netzwerk, zu dem sich am Rande viele Mitläufer gesellen.

      Bei den Angriffen auf meine homepage hat sich dies wieder gezeigt: Den Diebstahl der Zugangsdaten haben einige wenige bewerkstelligt, an der der dadurch möglichen Löschung und Manipulation von unliebsamen Texten haben sich dann mehr Leute beteiligt, die aber ohne die Initiatialzündung des Datendiebstahl und den Zugriff darauf dazu nicht in der Lage gewesen wären.

      • Kevin Büchner said

        Meiner Meinung nach sind wir in Deutschland nicht weit von einer Diktatur entfernt, wenn europaweite Proteste von der EU als „demokratisch nicht legitimiert“ abgetan werden, oder am morgigen Tag einfach mal so eine Verhandlung über Änderungen an einem Artikel im Grundgesetz stattfinden, von denen mal wieder kein Mensch informiert wird.

      • Es ist m. E, völlig abwegig, wenn Sie Deutschland auf dem Weg in eine Diktatur sehen. So bedürfen beispielsweise Änderungen des Grundgesetzes einer 273-Mehrheit im Deutschen Bundestag, der in drei Lesungen eine öffentliche Beratung vorausgeht. Das Grundgesetz lässt sich nicht in „Geheimverhandlungen“ (die offenbar so geheim sind, dass sie hier darüber schreiben) ändern.

      • Kevin Büchner said

        So geheim ist das gar nicht!
        http://www.radio-utopie.de/2012/03/29/antrag-auf-verfassungsanderung-im-bundestag/

      • Ohne einen öffentlich vorgelegten Gesetzesentwurf behandelt der Deutsche Bundestag garnichts. Der ersten immer öffentlichen Lesung, folgt die Ausschussberatung und die immern öffentichen zweiten und dritten Lesungen. In diesem Fall ist es offenbar noch nicht einmal zu einer ersten Lesung gekommen, da kein Antrag vorgelegt wurde.
        Was bitte schön ist den geheim an Gesprächen, der Ergebnis garkeine Chance hat, umgesetzt zu werden, wenn es nicht öffentlich zur Debatte gestellt wird.

  12. Laura H. said

    Sehr geehrter Eisel,

    ich trete nun nicht im Schutze der Anonymität auf, zeige mich mit (für Sie einsehbaren) Klarnamen. Ich gehe sogar weiter und stelle mich vor. Mein Name ist Laura und ich bin fast 17 Jahre alt. Seit längeren verfolge ich nun die Politik, ganz klar, denn pünkltich zur nächsten Wahl darf ich auch meine Stimme abgeben und da will ich nicht auf den letzten Drücker mir die Aktivitäten des 17. Bundestages anschauen und kurzfristig meine Meinung bilden. Doch wenn ich so sehe, was in diesem Land, auf dieser Welt vor sich geht, bekomme ich ernsthafte Depressionen, dies sage ich nun nicht in einem Sinnbild.

    Das ganze Szenario, eine „Horde“ junger Erwachsener stürzt sich in die Politik und tut ihre Meinung kund, gab es schonmal, nämlich die Studentenproteste ’78. Es waren vielleicht andere Gründe, doch in gewissen Dingen stimmen sie überein. Doch was machen, wenn die Proteste nicht erhört werden? Schlucken? Aufgeben? Sich ergeben?
    Sagen Sie mir, wie stehen Sie zu ACTA, ich meine nun nicht die Idee dahinter, die durchaus verständlich ist sondern eher die Kritikpunkte wie:
    – Keine gewählten Vertreter habe dieses ABKOMMEN (nicht Gesetz, obwohl es weitreichende Einschnitte ins GG vorsieht!) verhandelt, sondern es ist mehr oder minder durch Lobbyismus entstanden,
    – Bewusste Verschleierung und totschweigen der Sache,
    – Diffamieren der Protestierenden als eine Horde wahnsinniger Menschen, die den ganzen Tag nur Raubkopien ziehen, etwas überspitzt aber dennoch treffend dargestellt?
    Jetzt sagen Sie mir, wie stehen Sie zum Lobbyismus, den es zweifelsfrei gibt? Dass man sich fast schon ein Gesetz „kaufen“ kann? Dass der Alt-Bundeskanzler Schröder nun ein Lobbyist ist? Stellt das nicht gleichzeitig seine Unbestechlichkeit in Frage, wenn er danach ein Lobbyist wird?

    Sie bezeichnen das Kollektiv als mehrere Personen, die alle zusammenarbeiten und alles plattmachen, was im Wege steht. Ich heiße viele Aktionen von Anonymous gut, aber nicht alle. Und das macht das Kollektiv so einzigartig. Denn jeder ist ein akzeptiertes Individuum, was seine Meinung kundtut, durch Worte oder Taten. Einst war Anonymous nur eine Spaßbewegung, doch inzwischen steht sie bei vielen als ein Sinnbild von Freiheit, Schlagwort Mexikos Drogenkartelle. In II schrieben Sie, dass Anonymous durchaus organisiert sei. Das wäre der Fall, wenn der Flame War sofort gestartet wäre. Sie schrieben aber nach 2-3 Stunden wäre es gestartet, und dies ist das Indiz, dass das Gegenteil der Fall. Meiner Meinung nach sind Sie dort noch nicht im Internet angekommen, wo sich Informationen, Bilder und Fehltritte rasend verbreiten.

    Sie wurden erfolgreich „getrollt“, wie es im Netzjargon heißt und haben sich darauf auch eingelassen. Natürlich bekommt ihr Blog nun ungewollt die Aufmerksamkeit, die ein Blog braucht und doch lese ich nie irgendwie etwas wie „Ja, dem stimme ich zu“ oder andere positive Resonanzen. Im Gegenteil. Ich gehe nun nicht auf ihren Text ein und behalte meine Meinung zu diesem auch bei mir, dennoch, ich frage Sie direkt und sehe das als Chance, mal mit einem ehemaligen Bundestagsabgeordneten zu reden UND keine standartisierte Antwort zu bekommen. Meine Frage ist einfach:

    Wo ist die Demokratie, das aktive Mitbestimmungsrecht in Deutschland?
    Wir wählen alle paar Jahre einige Abgeordnete, den Bügermeister der Stadt etc. Doch wo können wir letztendlich direkt sagen, was wir wollen und wo tritt man mal für uns ein, die Bürger?
    Denn das ist in meinen Augen Demokratie. Nicht einige Stimmen ab sondern alle Stimmen ab, wer die Legislative ist. Kann ein Mensch denn die Meinung von hunderten tragen? Ich denke nicht.

    Sie sagen, das Zeichen der Demokratie in Deutschland ist, dass wir unsere Meinung frei äußern dürfen. Ja das dürfen wir. Doch was bringt uns eine Meinung, die wir nur alle 4 Jahre zum direkten Ausdruck bringen können?
    Demokratie heißt Gleichberechtigung – alle sind vor dem Staat gleich
    Wo ist die Gerechtigkeit, das Verhältnis im Strafmaß verschiedener Straftaten in Deutschland? (Pädophiler Vergewaltiger vs. „Raub“kopierer)
    Wo ist die Gerechtigkeit im Schulsystem? Die Liste ist lang an Beispielen.

    Ich denke auf die heutige Jugend trifft das Wort „Wutbürger“ sehr gut. Die jungen Erwachsenen sind frustriert und wissen sich gleichweg nicht anders zu helfen. Und diese Wut vereint. Über Nationen und Sprachen zu Anonymous. Anonymous mag unangenehm sein, doch es ist die Wahrheit, die traurige Wahrheit über eine Generation, die man Internet natives nennt. Das meine ich nicht im Sinne von, dass sie bemitleidenswert sind, nein, letztendlich ist Ihr heißgeliebtes Kollektiv (was offensichtlich auch sehr von Ihnen angetan ist) nur das Produkt der Unzufriedenheit junger Erwachsene, die mit dem System nicht einverstanden sind. Das heißt nicht, dass sie Anarchisten sind!

    Dass die Medien sich auf soetwas stürzen ist natürlich klar, doch bisher habe ich nur von wenigen Zeitungen einen Artikel gesehen, die beide Seiten beleuchtet. Ja, Aktivisten des Kollektiv cracken, sie zerstören und stellen bloß. Doch man stelle sich vor, jeder der mit Anonymous sympathisiert geht auf die Straße und macht digitales zu realem… das wäre Anarchie. Das Internet ist im Vergleich zur Realität nur ein Spielplatz, wenn normale Bürger verletzt werden sind das „Kinder“ die von der Schaukel stürzen. Und es sind vergleichsweise wenige. Und der Kollerteralschaden ist genauso groß wie alle Cracker im Kollektiv. Die Menge, die bei Veröffentlichungen zu Schaden kommt entspricht der Anzahl von Crackern, die Anonymous hat.

    Sie dagegen lassen den Eindruck entstehen, das Kollektiv würde nur aus den Greyhats bestehen. Und das ist nicht korrekt, was ein Fakt ist, den Sie nicht aus der Welt schaffen können.

    • Sehr geehrte Laura,

      zunächst vielen Dank für Ihre differenzierten Fragen und dafür, dass Sie sich an dieser Debatte offen und nicht anonym beteiligen.
      Ich versuche im folgenden auf einige Punkte einzugehen und Sie können sicher sein, dass es sich – wie bei allen meinen Kommentaren – um individuelle und nicht um standardisierte Antworten handelt.
      Hier einige Anmerkungen:

      1) ACTA ist sehr wohl von demokratisch legitimierten Vertretern ausgehandelt worden, nämlich von den Vertretern der Regierungen, die von ihren Parlamenten gewählt wurden. Sowohl im Europaparlament als auch im Bundestag lagen und liegen wegen der notwendigen Ratifizierung alle Informationen und sind öffentlich verfügbar. Allerdings hat sich zunächst niemand dafür interessiert. Das hat sich durch Proteste aus der Internetszene geändert und nun findet das Thema größeres Interesse als dies ursprünglich der Fall war. Dieses Prozedere ist demokratischer Alltag. Für Verschwörungstheorien sehe ich keinen Grund und Anlass.

      2) Lobbyismus – d. h. die Vertretung eigener Interessen – ist in einer offenen Gesellschaft eine völlig legitime Sache. Allerdings muss dabei Transparenz sichergestellt sein. So führt beispielsweise der Deutsche Bundestag ein ständig aktualisiertes öffentliches Lobbyverzeichnis mit wichtigen Informationen zu Lobbyverbänden (Vorstandsmitglieder, Mitgliederzahl usw.): 
      http://www.bundestag.de/dokumente/parlamentsarchiv/sachgeb/lobbyliste/lobbylisteaktuell.pdf
      Transparenz ist hier wie bei anderen Themen die beste Kontrolle. Das Beispiel Schröder allerdings auch einige Einschränkungen nahe wie z. B. ein Verbot der Übernahme vom Lobbyaufgaben durch öffentliche Amtsträger für eine bestimmte Karenzzeit (etwa solang der Staat Übergangsgelder nach ausscheiden aus dem Amt bezahlt). Freilich darf daraus kein Berufsverbot für diejenigen werden, die sich politisch engagieren und in Mandate gewählt waren.

      3) Die demokratische Ordnung der Grundgesetzes beschränkt die Beteiligung der Bürger bewusst nicht auf die Teilnahme an Wahlen, sondern setzt auf die Mitwirkung auch in den Zeiträumen dazwischen. Viele Millionen Menschen machen bei uns davon Gebrauch: in Parteien, Verbänden, Bürgerinitiativen, bei Demonstrationen, öffentlichen Debatten, in Meinungsäußerungen gegenüber ihren Abgeordneten usw. Jeder kann sich so stark einbringen wie er möchte, aber es gibt auf der anderen seite keine Pflicht zum politischen Engagement. Einige Gedanken dazu finden Sie hier:
      http://burgerbeteiligung.wordpress.com/2011/11/02/reprasentativ-oder-plebiszitar/

      4) Sie fragen nach der „Gerechtigkeit im Strafmaß“ bei unterschiedlichen Straftaten. Der Rahmen des Strafmaßnahmen wird durch die parlamentarische Mehrheit durch die Verabschiedung des ´Strafgesetzbuches festgelegt. In diesem rahmen gilt die Unabhängigkeit der Gerichte. Wenn Sie also für eine Veränderung des Strafmaßes etwa bei Urheberrechtsverletzungen eintreten, müssten Sie (bei Wahlen) entsprechende Parlamentsmehrheiten dafür schaffen.

      5) Haben Sie nicht ein etwas zu romantisches Bild von Anonymous und stimmt es wirklich, dass digital nicht zugleich real ist ? Ich nenne Ihnen hier nur ein kleines aktuelles Beispiel: In einer organisierten und konzertierten Aktion haben Anonymous-Anhänger die Zugangsdaten zu meiner Homepage gestohlen und löschen bzw. manipulieren dort ihnen unliebsame Texte. Diese Zensur ist reine Willkür und sehr real, denn offenbar passt es manchen Leuten nicht, dass ich meine Meinung äußere. Mit Demokratie hat das jedenfalls nichts zu tun.

      Sie fragen auch, ob Sie mit mir einmal sprechen können. Sehr gerne – aber ich weiss nicht wie nahe Sie an Bonn wohnen. Schreiben Sie ggf. einfach eine mail an stephan.eisel@gmx.net.
      Mit freundlichen Grüßen
      Stephan Eisel 

      • Laura H. said

        Sehr geeherter Eisel,

        1) Ich rede auch nicht von Verschwörungstheorien, sehr wohl aber von gewollter Verdummung der Bürger. Ich habe mir den ACTA-Text im Rahmen eines Vortrages selbst zu Gemüte geführt. Schlimm waren dort nicht die Passagen, die eindeutig waren, denn im Abgleich zum UrhG ist für Deutschland nicht viel neues. Viel schlimmer waren die Eventualitäten in den Fußnoten, wo z.B. vorgeschlagen wurde, dass die Provider die Nutzer ja überwachen könnten usw.
        Natürlich war alles öffentlich, doch z.B. Spiegel Online hat auch erst das erste mal am 01.02.2010-03.03.2012 über ACTA informiert, danach erst wieder, als all dies durch SOPA und PIPA ins Mittelpunkt rückte. Was ich meinte war, dass wirklich keiner so öffentlich darüber redete, erst, als ein Ihnen gut bekanntes Kollektiv es mit einem überzogenen Video in den Mittelpunkt rückte. Dann war die Empörung groß. Ich war auf den Anti ACTA-Demos und vorallem beim der ersten war es überwältigend. Auf die Frage vom Veranstalter, wer das erste Mal auf einer Demostation ist, hob gut ein Drittel die Hand. Die Demostranten waren nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene waren dabei.
        Als ich den Vortrag hielt, fragte ich, wer von ACTA schon gehört hatte, von rund 25 Teilnehmern hoben 5 (!) Leute die Hand. Und auf die Frage, seit wann diese von ACTA wissen kam die Antwort, nach den Demostrationen, als das Thema wirklich publik wurde. Selbst mein Sozialkundelehrer gab zu, dass er, erst durch meine Nachfrage ob ich denn einen Vortrag halten darf, von ACTA erfahren hatte und sich näher Infomiert hatte.
        Was mich persönlich aufregt ist, dass offensichtlich versucht wurde, ACTA möglichst unter dem Tisch durchzuhandeln. Hinweise dazu gibt es zu genüge. Damit das Handelsabkommen durchkommt bedarf es u.A. einen Beschluss zur Unterzeichnung.
        Dieser wurde in einer nichtöffentlichen! Sitzung im Rat für Landwirtschaft und Fischerei beschlossen.

        2) Ich habe nichts gegen Interessenvertretung. Dennoch ist der Begriff Lobbyismus vorallem mit dem Verständnis geprägt, dass die großen Firmen in Gesetzesentwürfen „mitarbeiten“, die zwangsläufig ihren Unternehmensinteressen im Wege stehen, diese entweder mit Klauseln abschwächen oder gar ganz verhindern. Ich habe momentan kein Beispiel zur Hand, aber es wäre gelogen zu sagen, dass das noch nicht passiert ist. Und dies stört bestimmt nicht nur mich. (Ihr Link funktioniert übrigens nicht.)

        3) Ihr Vorschlag ist der Beitritt in eine Partei. Wenn ich mir jetzt das Parteiprogramm bzw. die einzelnen Aktivitäten der Parteien (FDP, CDU/CSU, SPD, Grüne, Piraten, Linke, …) anschaue, trifft keine Partei so wirklich meinen Wünschen bzw. ist mir die Piratenpartei zu unausgereift, als dass ich sie ernsthaft wählen würde (Stichwort Protestpartei). Natürlich werden diese die Politik wohl in Zukunft ordentlich aufmischen, aber deren selbsternanntes Ziel ist es schließlich, „sich selbst überflüssig zu machen“. So ist mein derzeitiger Wahlentschluss, würde mich wer fragen wen ich wohl zur Bundestagswahl wählen würde, wäre meine Antwort wohl die Partei der Autofahrer o.Ä.
        Die Frage ist auch, was Jugendliche machen können, denn viele sind, wie ich, politisch unentschlossen. Ich selbst wohne in einem kleinen Dorf bzw die größte Stadt im Umkreis von 50 km hat ~133.000 Einwohner.

        4) Hier habe ich mich geirrt, tut mir Leid.

        5) Überall führen Sie dieses Argument auf. Doch dieses kapern der Website ist nichts neues. Ich habe mir die letzten Tage darüber eingehend Gedanken gemacht. Zu einem hält eine Vielzahl der anderen Anons nichts von dieser Facebook-Fanseite, sie werden als „Fags“ (Faggot, Zurückgebliebene, im Anon-Jargong ist das die Standartbeleidigung) bezeichnet. Tatsächlich missfällt mir diese Seite sogar, da sie aktive Meinungsbildung betreibt. Man sollte von dieser Seite nicht auf die ganze Zelle schließen.
        Sie sind der Meinung, dass im Internet auch die Demokratie gelten soll. Warum? Was ist denn der Beweis, dass sich etwas, was in der Realität vielleicht mit Kanten gut klappt in einem chaotischen etwas wie dem Internet klappen kann? In einer virtuellen Welt, wo die verschiedensten Menschen zusammenkommen, aus China usw., kann man diesen wirklich die Demokratie aufzwingen? Ich bin der Meinung, dass man dem Internet keine Struktur verpassen kann wie einem Staat.
        Zu meinem „zu romantischen Bild von Anonymous“ kann ich nur zurückfragen: haben Sie sich schonmal auf diversen Seiten, etwa
        http://www.whyweprotest.com
        durchgeklickt? Dort steht, auch auf deutsch, dass jede Meinung toleriert wird, auch braune. Wie oben gesagt halte ich nicht viel von den Vertretern der Anonymous-Bewegung in Facebook, da sie genau dies missachtet wird. Anonymous steht für unpolitisch und doch postiert man sich gegen die NPD. Die Liste ist lang. Kurzum bin ich der Meinung, dass die Zelle, die sie angreift, keineswegs die ganze Bewegung korrekt darstellen.

        Leider wohne ich in Bayern und Bonn ist etwas weit weg😉.

      • 1) Man kann ACTA unterschiedlich beurteilen und Demonstrationen dagegen sind völlig legitim. In Kraft treten kann ein solches Abkommen aber nur, wenn es die zuständigen Parlamente ratifizieren. Das ist ein völlig offener und transparenter Prozess. Der vorgeschlagene Vertragstext ist seit dem 21. April 2010 veröffentlicht – hat nur lange niemanden interessiert.

        2) Lobbyismus beschreibt historisch und aktuell die Vertretung von Interessen durch Verbänden aller Art. Verbände sind nicht nur Zusammenschlüsse von Unternehmen und Institutionen, sondern auch von Bürgern (von den Gewerkschaften bis Greenpeace). Dass diese ihre oft einander völlig widersprechenden Meinungen einbringen ist völlig legitim. Ein Beispiel, wo dieser Prozess nur von einer Interessensseite beeinflusst worden wäre, kenne ich nicht. Transparenz und öffentliche Kontrolle ist für diesen Prozess allerdings entscheidend. Ich noch einmal der Versuch mit dem Link:
        http://www.bundestag.de/dokumente/parlamentsarchiv/sachgeb/lobbyliste/index.html

        3) Die Entscheidung für eine Partei ist immer die Entscheidung für das geringste Übel: Ich kenne auch keine Partei, deren Programm ich völlig zustimme, bin aber doch einer Partei beigetreten, weil nur gemeinsam mit anderen etwas zu erreichen ist. Dazu muss man eben Kompromisse schliessen. Ich bin übrigens auch „auf dem Land“ aufgewachsen und weiß, dass dort manches schwieriger ist ….

        4) Nach meiner Überzeugung sind die Grundwerte der Demokratie – Achtung der Menschenrechte, Akzeptanz der Mehrheitsregel und Verzicht auf die Anwendung individueller Gewalt – universelle Werte und deshalb trete ich überall dafür ein. Auch im Internet muss der Respekt vor anderen Meinungen gelten. Ich finde im Blick auf demokratische Grundwerte kann es keine Kompromisse geben. Den Gegnern von Freiheit und Demokratie muss man überall entgegentreten.
        Was Anonymous betrifft, kann ich nur das Verhalten derjenigen beurteilen, die sich als Anonymous-Anhänger ausgeben. Auf diesem Blog finden Sie ja viele Beispiele dafür, dass die meisten von Ihnen die demokratische Toleranz des „agree to disagree“ ablehnen. Deshalb haben sie auch die Zugangsdaten zu meiner Homepage gestohlen und dort unliebsame Texte gelöscht und manipuliert.

        Schade, dass wir die Diskussion nicht im persönlichen Gespräch fortsetzen können. Ich bin aber ganz sicher, dass dazu die örtlichen Abgeordneten aller demokratischen Parteien bereit sind, wenn Sie diese ansprechen.

        Ich kann ihnen ersatzweise gerne mein Buch schicken, wenn sie mir Ihre Postanschrift mailen (stephan.eisel@gmx.net).

  13. Arno Blumenstein said

    Hallo Herr Eisel.

    Erstmal möchte ich Ihnen für Ihrem rhetorischen Zirkus den Sie in Ihrem Blog vollbracht haben danken.
    Sehr genau kann man als einigermaßen gebildeter Mensch erkennen wie Sie Geschichte und Gegenwart für Ihre Zwecke gebrauchen. Ich vermeide hier bewusst das Wort missbrauchen da ich nicht vorhabe Sie unnötig zu beleidigen.

    Grundsätzlich sympathisiere ich mit Menschen, welche sich zu Wehr setzen gegen Ungerechtigkeiten in unserer demokratischen Gesellschaft. Grundsätzlich habe ich eine gute Erziehung genossen und grundsätzlich funktioniert meine emotionale Intelligenz relativ gut.

    Zu meiner Person ist zu erwähnen das ich 47 Jahre bin und mich mit meiner Selbständigkeit zum unteren Mittelstand zähle. Also sind meine Ansichten durchaus kapitalistisch angehaucht.

    Nun zu Ihrem Bericht.
    Sie prangern an das sich eine Gruppe welche sich Anonymous nennt formatiert um gezielt gegen gewissen Webseiten und Unternehmen Attacken zu iniziieren.
    Sie vergleiche diese mit diktatorischen Terrorismus.
    Sie Herr Eisel erwähnen dabei nicht warum es genau zu solchen Gruppierungen kommt.
    Genau DAS läßt Sie als unglaubwürdig erscheinen und als lobbyistischen Handlanger dastehen.

    Warum kommt es zu Widerstand in der Bevölkerung….
    Nun wenn man sich die Politik anschaut die hier seit einigen Jahren betrieben wird kommt man schnell selbst auf den Gedanken, das das was hier in Deutschland geschieht wenig mit Demokratie zu tun hat. Unsere demokratische Gesetzgebung ist fast gleich zu der die nach dem zweiten Weltkrieg auf dem Weg gebracht wurde. Nur wird der Keil zwischen Recht haben und Recht bekommen immer größer in unserer heutigen Zeit. Gewiefte Advokaten legen Recht grade so aus wie es sich für sie am besten eignet. Heutzutage wird Politik nicht mehr von Politikern gemacht, sondern von Menschen welche als Lobbyisten der Industrie in die Politik gehen.

    Natürlich müssen kapitalistische Demokratien wirtschaftlich unabhängig sein, sollten produzieren um ihre Gesellschaft zum Wohlstand zu führen. Aber in der heutigen Zeit stellt sich der kapitalistische Gedanke über das demokratische Recht des Menschen und genau hier liegt die Crux.
    Genau jetzt greift ein Mechanismus derer, die in diesem Kapitalismus leben und zu Opfern dessen werden.

    Deutschland heißt

    Niedriglöhne im 3 Euro Sektor
    Politiker welche sich am Staat bereichern (siehe Wulff)
    Politiker welche vor der Wahl nachweislich Dinge versprechen von denen sie nach der Wahl nichts mehr wissen wollen
    Politiker welche in vielen Bereichen sehr ungebildet sind aber trotzdem glauben zu wissen was Recht ist in diesen Bereichen (Vorratsdatenspeicherung, ACTA, Internet als Gesamtes)

    In unserem Land läuft vieles schief, das schlimmste daran ist aber die Tatsache das diejenigen, welche eigentlich als Vorbilder agieren sollten mit dem Finger auf das niedere Volk zeigen und bei diesem Volk, Das verurteilen was sie selbst gesät haben. Nämlich Angst, Hass, unsoziales Verhalten!

    Wenn mich ein Sprecher der EU-Kommission als Terrorist bezeichnet und das nur weil ich mich aktiv durch Demonstrationen gegen ACTA wehre, stellt sich bei mir die Frage was dieser Mensch eigentlich gelernt hat und auf wessen Seite er steht und warum ich mich von ihm derart beleidigen lassen muss.
    Wenn ein Herr zu Guthenberg durch BETRUG seine politische Karriere anfeuert er dann damit auffliegt und man sieht welche Strafe ihn dafür erwartet. Ist es dann nicht rechtens zu fragen in welchem Rechtsstaat wir leben?
    Ist es nicht berechtigt sich dagegen zu wehren Milliarden von Euro an Griechenland mitzutragen obwohl damals schon jedem klar war das Griechenland das Niveau welches ein EU Beitritt bedeutet gar nicht erfüllen kann?
    Erklären Sie doch mal dem Menschen welchen Sinn es macht das jährlich Milliarden an Steuergeldern für Subventionen von absurden Dingen ausgegeben werden das jährliche Million von Euro für absolut unbrauchbare Projekte verpulvert werden.

    Na klar für Sie Herr Eisel ist es ein leichtes zu behaupten…Nein ich war da nicht dabei und/oder das war vor meiner Zeit. Ihresgleichen windet sich wie ein Aal wenn es darum geht Fehler einzugestehen. Die Arroganz vieler Politiker ist eine Schande und gefühlt würde man ihnen für ihre Dreistigkeit am liebsten ins Gesicht hauen.
    Das ist Fakt in unserer Bevölkerung. Viele Umfrage lassen immer wieder ersehen welchen Status Politiker in Deutschland vor der Bevölkerung haben. Unehrlich, Ungebildet, Habgierig, Machtbessen.

    Auch Sie Herr Eisel, können das mit ihrem geschickt Rhetorischen Schaukelpferdchen auf dem Sie hier galoppieren nicht kleinschreiben.
    Teile der Bevölkerung fangen an sich aktiv zu wehren und das ist gut so!

    Ich könnte hier nun noch ewig weiter aufführen das würde mehrere Din A4 Seiten füllen. Aber für Sie sollte es langen um zu erkennen warum sich der Pöbel formatiert.

    Demokratie bedeutet das Volk bestimmt in welcher Form auch immer und genau das passiert in unserer heutigen Zeit.
    Anstatt diejenigen zu verkriminalisieren, welche ein Teil dieser Bevölkerung darstellen sollten Sie Herr Eisel lernen zu verstehen und einen Dialog suchen vom dem das Gefühl ausgeht, das er ehrlich gemeint ist.

    Und solange Politiker wie Sie aktiven Widerstand gegen die Politik die hier in Deutschland gemacht wird als eine Art Terrorismus bezeichnen, habe ich keinerlei Respekt vor Ihnen.

    Schönen Tag noch!
    Arno Blumenstein

    Da ich aktiver Demokrat bin und Ehrlichkeit keine kriminelle Handlung darstellt, habe ich auch kein Problem meinen vollständigen Namen hier anzugeben

    • Sie fragen danach, warum Gruppen wie Anoynmous unliebsame Internetangebote unterdrücken – aktuell zum Beispiel durch den Diebstahl der zugangsdaten zu meiner Homepage, mit deren Hilfe dort Texte gelöscht und manipuliert werden.
      Es gibt aber keine Rechtfertigung für derartige Willkür. Wer in unserer Demokratie einen Politikwechsel kann dafür mit Argumenten werben und sich Wahlen stellen. Selbstjustiz im Internet ist dabei kein legitimes Mittel.

      • mac said

        Hallo Herr Eisel,

        ich lese hier schon einige Zeit mit, dabei fällt mir auf, das Sie immer wieder den „Datendiebstahl“ betonen. Dabei sehen Sie aber doch, das Sie bzw. auch staatliche Autoritäten nicht dazu in der Lage sind, die Daten der Bürger zu schützen.. auf der anderen Seite wird von staatlicher Seite immer wieder Vorratsdatenspeicherung, Legitimierung von Abhöraktionen bishin zum Einsatz von Trojanern gefordert.. hier beisst sich doch die Katze in den Schwanz.. der Staat will Daten sammeln, ist aber nicht dazu in der Lage diese Daten auch vor Fremdnutzung zu schützen!

      • Das handeln des Staates ist einer Demokratie durch Mehrheiten legitimiert und überprüfbar durch unabhängige Gerichte. Bei dem Diebstahl der Zugangsdaten zu meiner Homepage, um dort unliebsame Texte zu löschen oder zu manipulieren, handelt es sich um durch nichts legitimierte willkürliche Selbstjustiz. Dies sagt alles über diejenigen, die zu solchen Mitteln greifen, wenn sie kritisiert werden.

      • Arno Blumenstein said

        Genau so eine Antwort habe ich erwartet von Ihnen.
        Nicht mit einem Wort sind Sie auf das eingegangen was inhaltlich zu dem passen würde, was von mir geschrieben wurde.
        Vielen Dank dafür

      • Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie meiner Meinung zustimmen.

    • Arno Blumenstein said

      Ihre Meinung zu was?
      Beziehen Sie doch mal bitte Stellung zu dem was ich hier oben schrieb.
      Als Person des öffentlichen Leben sollten Sie mal etwas mehr Courage zeigen und sich solchen Fragen stellen und hier nicht hochtrabend irgendwelche populistischen Gassenhauer ala böses Anon-Volk unters Volk streuen.

      • Ich wüsste nicht auf welche Frage im Themenfeld dieses Blogs „Internet und Demokratie“ ich eine Antwort schuldig geblieben wäre. Sie müssen mit meiner Meinung nicht übereinstimmen, können mir aber wirklich nicht vorwerfen, ich hätte keine Courage diese zu äußern.

      • Arno Blumenstein said

        Hallo Herr Eisel.

        Natürlich kann ich Ihnen das vorwerfen.
        Sie beschweren sich mit Ihrem Blog gegen Onlineaktivisten wie Anon, verweiger hier aber auf Diskussionen einzugehen wie es genau zu solchen Aktivitäten kommt.
        Beziehen Sie doch mal Stellung zu Unverschämtheiten die Ihresgleichen sich als Politiker erlauben.
        Das meine Meinung mit Ihrer nicht im Einklang ist das ist offensichtlich und muss von Ihrere Seite nicht immer wieder erwähnt werden.
        Zeigen Sie doch mal Farbe und stehen Sie Rede und Antwort auf Themen, welche nicht nur mir hier wichtig sind.
        Sie haben nun 3 mal auf meine Bitte ungenügend geantwortet.

        Ich würde gerne wissen wie Sie dazu stehen das z.B ein Wulff sich am Staat bereichert das ein Herr zu Guthenberg durch Betrug seine politische Stellung erhalten hat. Das Politiker das Griechenlandproblem bei deren Eintritt in die EU völlig ignoriert haben.
        Hier genau liegt die Crux….warum es zu dieser Anon-Aktivitäten im Internet kommt!

        Die Leute haben die Nase voll von Politikern die niemals zu akuten Themen ordentlich Stellung nehmen.
        Offensichtlich sind Sie auch einer von denen, welche durch „ignorieren ist besser als diskutieren“ versuchen unliebsame Dinge einfach wegzuschieben.

        GENAU SO funktioniert eine demokratische Gesellschaft eben nicht.
        Wir erwarten das diejenigen die unser Land führen , ordentlich Stellung beziehen zu Dingen die UNS wichtig sind.

        Also es liegt an Ihnen hier und jetzt mal Farbe zu bekennen und sich auf eine Diskussion einzulassen auch wenn Sie dabei ein paar Federn lassen können. Das ist allemal noch besser wie ein ignoranter blasierter Politiker und würde Sie für einige von uns hier eventuell etwas sympatischer erscheinen lassen.

        Um hier nochmal was zu mir zu schreiben….Ich bin durchaus in der Lage anders denkende Menschen zu akzeptieren und auch zu mögen sofern ihr „Andersdenken“ fundiert und nicht daher geredet ist.

        Bisher mag ich Sie nicht. Es liegt an Ihnen das zu ändern !

      • Niemand verlangt von Ihnen, meine Meinung zu teilen und es zwingt Sie auch niemand, sich auf meinem Blog zu äußern. Aber auch wer meine Meinung für völlig abwegig, „daher geredet“ oder „unfundiert“ hält, hat nicht das Recht, meine Meinungsfreiheit zu beschneiden.
        Genau dies geschieht mit der Blockade unliebsamer Internetangebote. Freiheit beginnt immer bei der Freiheit des Andersdenkenden.
        Im übrigen handelt es sich hier um die Blog „Internet und Demokratie“ und die Debatte um die damit zusammenhängenden Themen. Der Diskussion um andere Themen stelle ich mich beispielsweise in einem „Bonner Bürger BLOG“

      • Arno Blumenstein said

        Danke für den aufklärenden Hinweis, aber um welche Meinung dreht es sich den hier?
        Ein Mensch welcher sich eine Meinung bildet nutzt unter anderem das Hintergrundwissen warum Dinge entstehen, er informiert sich ausreichend und sollte dabei so objektiv wie möglich an ein Thema heran gehen.
        Ansonsten handelt es sich um eine oberflächliche Meinung.

        Ihr Blog der sich mit der Species Anon beschäftigt beleuchtet nicht annähernd die Hintergründe warum Dinge geschehen aber genau DAS ist der Grundstein dafür zu verstehen und dagegen zu lenken. Was Sie hier in Ihrem Blog veranstalten ist nichts anderes als eine Hetzkampagne gegen die zu starten, welche versuchen aktiv was zu ändern in Deutschland.
        Und bitte verkneifen Sie sich jetzt Ihr Geschreibe über Demokratie und demokratische Wahlen.

        Ich glaube nicht das Ihre Ausführungen zu Anon unfundiert oder daher geredet sind, darum geht es hier gar nicht und ehrlich gesagt bin ich aus dem Alter raus wo ich mich messen muss im Wortgefecht. Was ich von Ihnen erwarte bzw mir wünsche ist doch nichts anderes als das Sie sich eventuell auch mal mit den Hintergründen beschäftigen WARUM solche Gruppen wie Anon versuchen die zu schädigen die ihnen schaden.

        Herr Eisel ich finde es äusserst schade , das Sie nicht bereit sind hier eine wirklich konstruktive Diskussion in Gange zu bringen. Denn eines ist mal sicher. Um eine Krankheit zu bekämpfen langt es eben nicht nur die Symptome zu bekämpfen sondern man sollte sich mit der Ursache beschäftigen.

        Aber das wissen Sie selbst zumindest gehe ich davon aus.

        Ich würde es sehr schätzen, wenn Sie mir und einigen anderen hier mal die Chance geben Ihre Ansichten kennen zu lernen.
        Schalten Sie doch einfach mal Ihr Politiker Gen ab und diskutieren Sie wie das eben ganz normale Bürger tuhen. Mich würde das riesig freuen.

      • Sie werden sich wohl damit abfinden müssen, dass ich nach fundierter Befassung mit dem Thema Anonymous zu anderen Ergebnissen komme als Sie. Ich kann es auch nicht ändern, wenn sie die Debatte auf diesem Blog nicht für „konstruktiv“ halten. Offenbar ist diese Debatte immerhin so interessant, dass die zahl der Kommentare sei längerem erstaunlich hoch ist. Vergleichen Sie das einfach einmal mit anderen Blogs.

        Der Hinweis auf ein angebliches „Politiker-Gen“ ist im übrigen ziemlich billig. Ich engagiere mich seit vielen Jahren ehrenamtlich von Amnesty International bis zur CDU, von Kulturvereinen bis zur Brauchtumspflege. In dieser Zeit war ich ganze zwei Jahre Berufspolitiker – einmal abgesehen davon, dass auch Abgeordnete „normale Menschen“ sind….

      • Arno Blumenstein said

        Herr Eisel,
        jedem hier der einigermaßen Grips in der Birne hat, ist es ein leichtes genau dieses Gen bei Ihnen in Aktion zu sehen.
        Das Sie sich ehrenamtlich für AI einsetzen das ehrt Sie, das Sie dieses jedoch benutzen um Ihre soziale Kompetenz zu unterstreichen ist, naja sagen wirs mal freundlich…“er war stets bemüht“.

        Nachdem ich Sie mehrmals gebeten habe eine offene Diskussion hier zu starten über die Hintergründe zu Ihrem Thema und Sie mehrmals mit Worthülsen geantwortet haben und sich winden wie ein Aal, belasse ich es auch dabei.

        Sie haben mir und einer Menge andere gezeigt was Ihre wirkliche Gesinnung ist.
        Es geht Ihnen nicht um ein Beleuchten der Problematik vielmehr darum diesen Blog dazu benutzen Sie als Opfer von Cyberterrorismus darzustellen. Ich fühle mit Ihnen!

        Ignoranz und Hochmut sind zwei Dinge die einen früher oder später bittere Früchte ernten läßt.
        Guten Appetit damit.

      • Die Bewertung wieviel „Grips in der Birne“ hinter den verschiedenen Kommentaren steht, überlasse ich getrost den hunderten von Lesern, die sich täglich auf diesem Blog umsehen. Dass Sie mir nicht zustimmen, akzeptiere ich natürlich. Dass Sie meinen, Zweck dieses Blogs sei nicht die offene Debatte, ist abentuerlich. das kann jeder sehen, der hier die Kommentare liest.

  14. Ernst Haft-Witzig said

    Herr Eisel,

    bei Protesten ist es ausnahmslos immer eine Frage der Sichtweise, ob sie als Terrorist oder Freiheitskämpfer angesehen werden.

    Sie vergessen wohl nur zu gerne, dass sie als Politiker die Interessen des Volkes vertreten sollen. Da sie nicht der einzige Politikier sind, der seinen Job aufs sträfliche verfehlt und vernachlässigt, ist das Volk dazu gezwungen die eigenen Interessen selbst zu vertreten.

    Es ist nicht im Interesse des Volkes sich einem totalitären Staat zu unterwerfen, der den Bürger ohne Verdachtsmoment unter Bewachung stellt.

    Herr Eisel, wir haben seit Ende des zweiten Weltkrieges bis 1989 für die Freiheit der unterdrückten Bürger der Deutschen Denokratischen Republik gekämpft und dürften mit ansehen, wie das Sicherheitsorgan jenes Staates, das Amt für Staatssicherheit, dem Volk nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Ein Staat stand dem Volk machtlos gegenüber.
    Sie wissen was es zu bedeuten hat, wenn ein Staat seine Bürger unterdrückt und tief in die Grundrechte der Menschen eingreift.

    Ich kann ihnen versprechen

    • Ernst Haft-Witzig said

      Ich kann ihnen versprechen, dass wir kurz davor stehen zu erkennen, dass das Maß voll ist.
      Wollen sie allen ernstes, dass das deutsche Volk aufsteht und die Regierung dem machtlos gegenüber steht.

      Was sie als Faustrecht und anarchistische Verhaltensmuster ansehen ist ein gewaltfreier, waffenloser Kampf gegen die Aufgabe von Grundrechten und gegen Unterdrückung.
      Es kann ihnen doch nicht lieber sein stattdessen einer neuen Zelle der Roten Armee Fraktion gegenüber zu stehen.

      Ich hoffe wirklich, dass Änderungen stattfinden, ehe sich Einzelne Subjekte dazu berufen fühlen einen offenen Kampf mit Waffen und Gewalt zu führen.

      • Die Unterdrückung unliebsamer Internetangebote oder der Diebstahl von Daten (z. B. um Inhalte auf meiner homepage zu löschen oder zu manipulieren) hat überhaupt nichts mit „Gewaltfreiheit“ zu tun. Ob „das Volk“ gegen „die Regierung“ aufsteht, entscheiden Wahlen und nicht selbsternannte Sprecher, die zu feige sind, sich Wahlen und offenen Debatten zu stellen.

      • J. Dettmann said

        Sind sie ernsthaft der Meinung, dass man sich in Deutschland durch Wahlen gegen die Willkür der hier fabrizierten Politik wehren kann?
        Wird das Volk in der Politik Repräsentiert? Nein
        Hat das Volk !wirksame! Möglichkeiten zur direkten Einflussname auf politische Entscheidungsprozesse? Nein
        Nun sagen sie mir doch bitte, warum ich lieber scheinheilige Marionetten wählen soll anstatt selbst um mein Recht zu kämpfen.
        Im Gegensatz zu ihnen bin ich nicht der Auffassung, dass man sich nach Wahlen mit den völlig vernebelten Ideen der Politik zufriedengeben muss.
        Die Vergangenheit hat doch häufig genug gezeigt, dass Veränderungen nur durch Handeln herbeizuführen sind.
        Anonymous kämpft nicht im Einzelinteresse, Anonymous vereint sich um den Verfall der demokratischen Verhältnisse zu verhindern.
        In Anbetracht dieser Umstände ist ihr gehacktes Passwort als Denkzettel zu sehen. Die Menschen sollen aufwachen und genau das wird passieren.

      • In der Tat bin ich der Überzeugung, dass freie Wahlen das beste Mittel sind den politischen Willen der Mehrheit des Volkes zu ermitteln. Welche Methode schlagen Sie denn vor ???
        Der Diebstahl von Zugangsdaten (m)einer Homepage, um dort Texte zu löschen oder zu manipulieren, die einem nicht gefallen, hat mit Demokratie überhaupt nichts zu tun, sondern ist willkürliche Zensur.

    • Ob eine Regierung die „Interessen des Volkes“ vertritt, bestimmen nicht irgendwelche selbsternannten Sprecher, sondern wir in freien Wahlen ermittelt. Entweder Regierungen stellen sich als Diktaturen solchen Wahlen nicht oder sie werden als Demokraten von Mehrheiten bestätigt oder abgewählt.

      Dass Sie die Bundesrepublik Deutschland auf dem weg in einen totalitären Staat, kann ich bei allen politischen Meinungsunterschieden überhaupt nicht verstehen. Schon allein, dass Sie diese abwegige Meinung fei äußern können, belegt das exakte Gegenteil.

      Auch die Frage „Terrorist“ oder „Freiheitskämpfer“ ist keine Frage der „Sichtweise“: Terroristen wollen mit dem Mord an Unschuldigen ihre Ziele durchsetzen. So etwas kommt einem „Freiheitskämpfer“ nie in den Sinn: Er würde sich nicht für die Freiheit auf Kosten der Freiheit einsetzen

      • J. Dettmann said

        Sie würde also lieber die Missachtung aller Grundrechte zulassen,nur weil sie bei einem Versuch dies zu stoppen die Freiheit oder Privatsphäre anderer einschränken?
        So verändert man in der Welt nichts Herr Eisel.
        Anonymous attackiert niemanden nach Willkür, denn der Selbstjustiz stehen immer weniger Alternativen zur Verfügung.

      • Die Missachtung von Grundrechten besteht darin, dass viele Anonymous-Anhänger versuchen, die Verbreitung unliebsamer Meinungen zu unterdrücken. Maßstab ist dabei nur die eigene Gesinnung: Das ist reine Willkür. Freiheit dagegen beginnt immer mit dem Respekt vor der Freiheit des Andersdenkenden.

  15. Marvin said

    Lieber Herr Eisel,
    ich glaube sie unterschätzen die chaotische Struktur von Anonymous. Zu keinem Zeitpunkt sieht sich diese Bewegung als einheitliche Gruppierung. Eben das ist ihre Schwäche und Stärke. Gewisse Aktionen die unter diesem Namen durchgeführt werden, stoßen bei Leuten, die sich den selben Namen geben, auf harte Kritik.

    Anonymous ist keine Terroristenvereinigung, sondern in die Tat umgesetzter Zeitgeist einer begrenzten Menge an Menschen. Und eben wie die Menschen selbst, entwickelt sich diese „Idee“, wie sie sich selbst bezeichnen, in viele Richtungen. Sie können also immer nur bestimmte „Anschläge“ bewerten, nie aber die gesamte Bewegung.

    Für mich spielt es kaum eine Rolle, was genau Anonymous tut, bisher wurde durch diese Internetproteste nämlich noch kein Mensch tatsächlich verletzt. Ich finde es eher bemerkenswert, dass die herbe Kritik am hier und jetzt durch Anon tatsächlich in die Alltagsrealität vordringt.

    Glauben sie ernsthaft es hätten so viele Menschen gegen beispielsweise ACTA demonstriert, gäbe es solche Internetaktivisten nicht? Bevor ich gegen etwas seien kann, muss ich wissen, dass es überhaupt da ist. Und eben hier erfüllt Anonymous seinen Zweck. Sie zerren Dinge in die Öffentlichkeit, wo sie dann, und zwar erst dann, vom Volk diskutiert werden können. Deshalb ist es gut, dass sie Emails „klauen“. Deshalb ist es gut das sie Antifaschistische Inhalte auf rechte Seiten stellen. Deshalb ist es gut, dass sie Großkonzerne hemmen.

    Natürlich geht das einher mit einer Kampfansage, gegen die, die sich eben hieran stören. Ich bin kein Anhänger irgendwelcher Verschwörungstheorien, werfe auch niemandem vor, seine Macht zu missbrauchen, aber das große Firmenkomplexe unglaublich mächtig werden können ist kein Geheimnis mehr. Das sie politischen Einfluss haben, oder der freie Informationsfluss durch sie behindert werden kann, auch nicht.

    Das ein Großteil der ans Tageslicht tretenden Anonymen sich nicht gerade als edle Helden auszeichnen ist sowohl klar, als auch bedauernswert. Aber ich persönlich glaube, die Bewegung hat ihren Zweck in dieser Gesellschaft, und solange sie nicht anfängt Bomben zu legen ist sowohl der Vergleich mit Guy Fawkes, als auch mit Terroristen hinfällig. Es sind Demonstranten, die einen Weg gefunden haben die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf sich zu ziehen. Ohne so etwas funktioniert eine Demokratie nicht. Denn der Meinungsbildung muss immer das Wissen vorausgehen.

    • Im Unterschied zu Ihnen interessiere ich mich sehr wohl dafür, was Anhänger von Anonymous konkret tun und ich kritisiere, wenn sie dabei zu undemokratischen Mitteln greifen. Dazu gehört die Unterdrückung unliebsamer Internetangebote wie beispielsweise gerade durch Manipulationen an meiner Homepage. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel.

      • Marvin said

        Eben um das Mittel geht es mir ja. Ich habe noch nie davon gelesen, dass Anonymous Gewallt oder Vergleichbares androht. Ihre Seite wurde manipuliert, ja. Wie hoch ist der Schaden den sie davontragen? Sehr gering. Die Manipulationen sind dermaßen auffällig, dass die Inhalte niemals ihnen unterstellt werden würden. Die Täter haben ihr Werk sogar unterzeichnet. Eine solche Tat, verursacht minimalen bis gar keinen Schaden.

        Andere Taten sind reine Informationsfreigabe. Diese Schaden nur, wenn die Informationen selbst den Betroffenen belasten. Hätte er nichts unrechtes/unmoralisches getan, wessen er sich schämen müsste, würde die Informationsweitergabe ja nicht stören.

        Enstehen tatsächlich große finanzielle Schäden bei Personen, die nichts mit „der Sache“, welche das auch immer sein mag, zu tun habe, so spreche ich mich dagegen aus, und hinterlasse entsprechende Kommentare auch in den von Anonymous genutzten Plattformen.

        Der Zweck heiligt in der Tat nicht die Mittel. Steht das Mittel allerdings in einem gewissen Verhältnis zum Zweck, so wird es angewandt. Das ist in der Politik und überall sonst nicht anders. Der Großteil der Aktionen von Anonymous hat als Ziel Informationen zu beschaffen und diese zu verteilen. Das finde ich sogar sehr demokratisch.

        Und von Extremismus ist auch Anonymous nicht frei. Aber das ist eben nur ein Bruchteil des Gesamtbildes. Können wir den Religion verurteilen weil es Fundamentalisten gibt? Nein. Können wir die NPD verbieten, weil es Rechtsradikalismus gibt? Nein, erst wenn sie als Gesamtes extrem wird. Und genau so sollte man hier auch urteilen.

        Das Problem liegt hierbei daran, das die Struktur des Netzwerkes um ein vielfaches undurchsichtiger ist, als Terrornetzwerke und Parteien. Es fällt einfach leichter, die gesamte Bewegung zu bewerten, als die Einzelgruppen, die tatsächlich dahinter stecken, da diese gar nicht sichtbar sind.

      • Wer bestimmt eigentlich, was bei solchen Aktionen ein „geringer“ Schaden ist, das ist doch reine Willkür zu Lasten Dritter. Wem etwas im Internet nicht gefällt, der soll sich argumentativ damit auseinandersetzen. Die Blockade unliebsamer Internetangebote gehört jedenfalls nicht zu den legitimen Mitteln im Meinungsstreit.

        Sie schreiben: „Der Zweck heiligt in der Tat nicht die Mittel. Steht das Mittel allerdings in einem gewissen Verhältnis zum Zweck, so wird es angewandt.“ Wer bestimmt eigentlich, was ein „gewisses Verhältnis“ ist. Mein Kritik sich genau dagegen, dass sich hier einige (in diesem Fall Anonymous-Anhänger) anmassen, anderen ihre Meinung aufzuzwingen und sich der Debatte verweigern.

        Mit Demokratie hat das nichts zu tun

      • nichtsoanonym said

        wo und wie wurde denn Ihre Homepage manipuliert?

      • Durch Hackerangriffe wurden Zugangsdaten und Passwörter gestohlen und damit Inhalte meiner Homepage manipuliert und gelöscht.

  16. Tja das mit den Terroristen ist immer eine solche Sache. Da befanden wir uns bei Gay Fawkes ja in einer Zeit, in der sich Christen untereinander einen erbitterten und brutalen Glaubenskrieg lieferten, so wie sich heute Muslime in gewissen Ländern zwischen den einzelnen Abspaltungen einen erbitterten Glaubenskrieg leisten.

    Und ob wir um 1600 von einer Demokratie sprechen können, nun ich bin in britischer Geschichte nicht bewandert um dies zu beurteilen.

    Doch in der Tat bezieht sich auch der Comic oder der Film auf jenen Gay Fawkes, weil eine Minderheit gewaltsam unterdrückt wurde. Was passiert bei gewaltsamer Unterdrückung. Gibt es eine Legitimation gewaltsame Unterdrückung mit Gegengewalt zu beantworten. Wer beurteilt und wertet das. War dann der Bombenanschlag auf Hitler auch ein terroristischer Anschlag? Stauffenberg ein Terrorist, weil er ein totalitäres Regime durch ein anderes ersetzen wollte?

    Also die letztendliche Frage der Legitimation des Tyrannenmordes!

    Was beschreibt der Film V wie Vendetta eigentlich. Eine Gesellschaft die so geworden ist wie sie geworden ist, weil Politiker die Freiheit mit dem Abbau von Freiheitsrechten schützen wollten. Also praktisch, das Ergebnis des Weges, welcher heute eingeschlagen wird. Die scheußlichen Verbrechen in Frankreich zeigen sehr deutlich, wie sie genutzt werden können um Stimmungen zu manipulieren. Ich nenne es nicht Terrorismus, sondern schlicht und einfach Verbrechen. Wenn ein Bankräuber eine Bank überfällt und jemanden erschießt ist das ja auch kein Terrorist. Verbrecher werden von der Polizei verfogt, doch Terroristen ????

    Die Bezeichnung Terrorist ist ein politischer Begriff um bestimmte Reaktionen den Staates zu rechtfertigen, sogar den Abbau von Freiheitsrechten.

    Wenn wir uns also heute das Internet anschauen, dann passiert nichts anderes als vor 40 Jahren auf einem anderen technischen Niveau und anderen Bedürfnissen. Ich habe mit dem Kassettenrecorder vor dem Radio gesessen und habe mir die Rockmusik auf Kassette gezogen. Besonders gute Sachen habe ich gekauft. Dann wurden die Ansagen der Titel nicht mehr vor dem Abspielen der Schallplatten im Radio gemacht, sondern in die ersten Takte der Lieder. Das war natürlich Mist für uns damals.

    Nun leben wir in einer anderen Zeit und die Medien haben sich geändert. Doch wieso darf China plagieren, kopieren und Technologie stehlen, ohne das sich jemand darüber aufregt. Wenn also der Schutz von Eigentum abhängig vom wirtschaftlichen Interesse der Handelspartner liegt, dann wird es kompliziert. Wenn China Technologie klaut und von staatlicher Seite hackt, dann ist das ein Kollateralschaden der allgemein akzeptiert wird, wenn eine privater User sich wie ich vor 40 Jahren ( da kam im Jahr mal ein Album heraus und Filme wurden monatelang im Kino gezeigt ) ein Song an der Musikindustrie vorbei downloadet, das ist ein Kapitalverbrechen.

    Zur Frage der Anonymität im Netz. Ein Freiheitsrecht, das es zu verteidigen gilt. Ja es gibt Helden, wie einige chinesische Dissidenten oder sind es Meinungsterroristen?? Doch es gibt auch Menschen die keine Helden sind, die aber ihre Meinung dennoch äußern wollen. Niemand hat sich öffentlich gewagt dem Kalifen von Bagdad Harun-al-Rashid die Meinung zu geigen, somit ist er anonym und unerkannt in die Basare der Stadt geschlichen um die Meinung seiner Untertanen zu hören.
    Freiheit, auch die Freiheit der Anonymität, ist ein unteilbares Rechtsgut. Ich z.B. werde keine Arbeit bekommen, weil man mich googeln kann und dann weiß jeder Arbeitgeber das ich ein Aktivist bin, der ausgebildet an einer Gewerkschaftshochschule, noch nicht mal beim DGB eine Stelle bekommen hat, weil er sich in dem 1980ger Jahren für Ökologie und Frieden eingesetzt hat, was bei der Gewerkschaft damals nicht so gut ankam. Welcher Unternehmer setzt sich also so einen in die Firma, der das Betriebsverfassungsgesetz kennt, der Betriebsräte gegründet hat. Upps, reden wir gerade über das Leben in der Bundesrepublik. So was, wir leben in einer Demokratie und wer eine bestimmte Ansicht vertritt, bekommt keine Arbeit, weil Personaler googeln und facebooken. In den USA unseren durch und durch demokratischen Freunde der Allianz, da sollen die Bewerber sogar ihre Facebookaccounts für den Chef freischalten.

    Freiheit ist ein riskantes Gut das jeder für alles nutzen kann. Freiheit kann man im Namen der Freiheit niemals einschränken, ohne die Freiheit abzuschaffen. Verbieten sie den Kauf von Küchenmesser, weil man es in der Küche als auch für einen Mord benutzen kann. Keiner käme auf die Idee.

    Anonymus ist ein Schwarm der uns zeigt was schief läuft. Wenn die Daten von Privatarmeen gehackt werden, ist das Terrorismus oder deckt man hier etwas auf was zutiefst undemokratisch ist und schnell in eine Diktatur führen kann. Wenn die Kundendaten nationalkrimineller Verlage und Versandhäuser gehackt werden ist das Terrorismus. Wenn die Spielerdaten von Sony gehackt werden, zeigt das Schwachstellen auf, die Kriminelle auch nutzen könnten. Ein Schwarm der, marktwirtschaftlich argumentiert, aus dem Bedarf geboren ist. Also sollten Sie sich mal überlegen, wie man den Bedarf negieren kann, als zu versuchen mit den Mitteln die diesen Bedarf erst erzeugt hat zu bekämpfen.

    • Mit Terrorismus bezeichnet man ein Verhalten, das den Tod Unschuldiger bewusst in Kauf nimmt oder gar herbeiführt, um eigene politische Ziele durchsetzen. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Guy Fawkes hat sich mit seinem (gescheiterten) Bombenanschlag auf das britische Parlament zu solchen Methoden bekannt – dabei spielt es keine Rolle in welchem Gesellschaftssystem man zu solchen Methoden greift. Auch in Diktaturen gibt es – neben dem staatlichen – diesen „privaten“ Terrorismus, der nicht zu rechtfertigen ist.

      Davon zu unterscheiden ist der sog. Tyrannenmord (z. B. Stauffenberg-Attentat), der den Terror einer Diktatur auf kosten Unschuldiger ja beenden will.

      In einer freiheitlichen Demokratie gibt es die Anwendung von individueller Gewalt oder Gegengewalt keinerlei Rechtfertigung, weil sich Demokratie gerade durch die Möglichkeit des friedlichen Machtwechsels durch Mehrheit auszeichnet.

      • Marion said

        Aber genau in dieser Unterscheidung liegt doch schon wieder das Problem, wer legt fest wer der Tyrann ist und wer nicht? Wer entscheidet ob jemand Freiheitskämpfer oder Terrorist ist?

        Ihre Argumente kommen mir sehr polemisch und in weiterer Folge unhaltbar vor, gerade wenn man bedenkt dass wir in Zeiten leben in denen ganze Länder die gewaltsame Verteidigung von „Demokratie“ benutzen um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen und Politiker nur noch darum bemüht sind sich ihr eigenes Nest zu bauen.

        Zu guter Letzt erscheint es mir etwas befremdlich, dass sie sich offenbar immer nur die Zeit nehmen die ersten zwei Absätze der Kommentare zu lesen und darauf zu antworten.

      • Wer sich nicht der Gefahr des Machtverlustes durch freie Wahlen stellt ist ein Diktator/Tyrann – oder haben Sie einen anderen Maßstab ?

        Im übrigen werden sie nicht viele Blogs finden, in denen Kommentare so ausführlich beantwortet werden wie hier ….

      • Eine wunderbare Beschreibung von Terrorismus, aber jeder Krieg wäre dann ein terroristischer Akt, da er den Tod unschuldiger in Kauf nimmt um die eigenen Ziele durchzusetzen. Somit wird Terror also mit Terror bekämpft.

        Nun hat das Attentat Stauffenbergs natürlich in einem militärischen Komplex stattgefunden, doch gab es auch Anschläge die im öffentlichen Raum stattgefunden haben, von Privatpersonen, also Anschläge auf Hitler die auch „Unschuldige“ getroffen hätten. Das dürfte dann nach ihrer Definition nicht möglich sein. Georg Elser wäre dafür ein Beispiel.
        Also ist Elser ein Terrorist und Staufenberg nicht.
        http://www.welt.de/kultur/article5099523/Darf-ein-Hitler-Attentaeter-Unschuldige-toeten.html

        Hier müßten wir uns also dem Wangengleichnis unterwerfen. Ist aber eine solche Einstellung nicht gerade die Einladung an Diktatoren oder Hedgefonts. Bedient Euch, euch wird nichts geschehen und wenn die Politik versagt, die Bevölkerung darf sich nicht wehren.

        Nun ist das Problem der sogenannten freiheitlichen Demokratie, das Freiheitsrechte genommen werden sollen und das sich dagegen Menschen auflehnen. Sie haben sich zwar meiner simplen Anspielungen angenommen, doch wie ist es mit den der Recht auf Anonymität im Netz? Auch in Deutschland haben Menschen mit beruflichen Konsequenzen zu rechnen, auch in einer freiheitlichen Demokratie. Solange es z.B. auch Parallelgesellschaften gibt, die neben dem Staat ein Rechtssystem aufgebaut haben, das die Grund- und Freiheitsrechte aufgrund von religiösen Vorstellungen aufheben.

        Und das generelle Problem der Freiheit. In einer freiheitlichen Ordnung gibt es leider auch die Freiheit Verbrechen zu verüben. Nun gibt es zwei Lösungsansätze: A) ich schränke die Freiheit deswegen ein oder b) der marktwirtschaftliche Weg,( ich bin ein überzeugter Verfechter der Marktwirtschaft, das sich dieses System auf alle Bereiche des Lebens anwenden lässt) ich entziehe dem Verbrechen seine Nachfrage.

        Schaffe ich Elend, schaffe ich Nachfrage für Verbrechen. Wenn ich ein Lohn und Sozialniveau chinesischer Wanderarbeiter benötige, um konkurrenzfähig zu bleiben, aber an sonsten ein Preisniveau eines entwickelten Industrielandes pflege, dann schaffe ich einen Markt für Verbrechen.

        Wenn ich dann noch die Freiheit einschränke um dem Verbrechen auf die Spur zu kommen, dann gleichen sich die beiden Länder sowohl im Sozialen als auch im Politischen an. ( Stichwort: marktkonforme Demokratie der großen Vorsitzenden)

      • 1) Georg Elser wollte (!) nicht Unschuldige töten, um die Nazis zu stoppen, – aber er hat es wohl billigend in Kauf genommen. Zwischen beidem besteht ein fundamentaler Unterschied, was nichts daran ändert, dass auch der Tyrannenmord eine ethisch außerordentlich komplexe Angelegenheit ist. Vom Widerstandskreis des 20. juli wissen wir, dass sich darum viele intensive Diskussionen drehten.

        2) In einer freiheitlichen Demokartie kann jeder für seine Ziele eintreten, solange er nicht die Demokratie selbst abschaffen will. Aber in der Demokratie gilt auch die Mehrheitsregel. Was ein „Verbrechen“ ist, kann deshalb nicht jeder einfach für sich selbst entscheiden,

        3) im Unterscheid zu ihnen bin ich nicht für eine unbegrenzte Marktwirtschaft, sondern für eine „Soziale Marktwirtschaft“, die den Kräften des Marktes Grenzen setzt und sie Regeln unterwirft. Sonst hätten wir im Wirtschaftsleben nämlich das Faustrecht des Stärkeren, das ich in diesem blog im Blick auf das internet immer wieder kritisere.

      • Haio said

        UND warum hat er einen anschlag verüben wollen?

      • Da ich das Prinzip „Der Zweck heiligt die Mittel“ ablehne, gibt es auch keine Rechtfertigung für terroristische Aktionen wie einen Bombenanschlag. Deshalb führt die Frage nach dem „Warum“ solcher Anschläge auch nicht zu eine Legitimation dafür..

  17. Moin moin,

    im großen und ganzen muss ich ihnen wirklich ein Kompliment machen ein sehr guter gemachter Artikel. Die Hintergrund Informationen sind etwas schwammig und viel gemutmaßt dennoch aber grundsetzlich richtig.
    Nun zerpflucken wir es mal wie meine Vorredner es getan haben.
    Absatz eins:
    Wie gesagt grundsetzlich richtig, nur bei Anonymus kann jeder mitmachen ein gemeinsames Feindbild ist nicht von nöten. Das die von Ihnen genannten Feindbilder in der Bewegung meist geteilt werden lässt sich aber nicht verleugnen.

    Absatz zwei:
    Ein Terrorist als Vorbild? Nun können wir uns nun streiten ob der „wahre“ Guy Fawks gemeint ist oder doch eher V die Comic Figur bzw. der Held des Films „V wie Vendetta“ (den ich Ihnen persönlich ans herz legen möche).
    Das Guy Fawks nicht der strahlende Held ist als der er hoch stilisiert wird ist vielleicht nicht allen klar. Jedoch ist er denke ich eher zu vernachlässigen die Maske wird aus dem Film „V wie Vendetta“ übernommen. In dem V (der held mit Maske) gegen ein Totalitäres Regime zieht und der Geselschaft einen Spiegel vorhält. Nachdem der Umbruch „im gange“ ist opfert er sich mehr oder weniger und stirbt als Kind der Revolution. Dies mit Anonymus gleiczusetzen wäre Utopie. Auch wenn es nach meiner persönlichen einschätzung das noch realistischste ist.
    Nichts desdotrotz ist und bleibt Guy Fawks / V ein Terrorist. Nun wage ich aber die Probe aufs Exempel sind die USA dann nicht auch Terroristen?

    Absatz drei:
    Mir ist bis jetzt kein Fall bekannt in dem Anonymus direkt Privatpersonen angegriffen hätte. Haben sie für die behauptung Belege ?
    Das bei veröffentlichungen von E-mails auch Mails von Privatpersonen dabeisein !können! will ich nicht ausschließen, jedoch ist dies wohl eher als Kolleteralschaden zu sehn, was nichts an der tatsache mindert das es weder gut noch legal, noch in irgndeiner Weiße rechtfertigbar ist.
    Mit Kontodaten ist es im Grunde genau das selbe zwar wesendlich brisanter und dadurch extremer, jedoch ist mir bis dato noch kein Fall bekannt in dem Anonymus genau auf eine person abziehlte.
    Der Anarchistische Grundgedanke den Sie hier gefunden haben ist vorhanden nur ist er bei weiten nicht so radikal, wie Sie ihn dagestellt haben. Wenn man sich Kommentare bei bestimmten Youtube-videos ansieht begreift man recht schnell das auch der nicht so bewanderte teil der Menschheit seinen weg ins Netz gefunden hat. Auch jene haben ein Recht ihre meinung zu sagen.
    Denn sie sie schon sagen:
    “Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.”: Voltaire (soll kein angriff Ihrer Meinung sein.)
    Das dies nicht immer im angemessenen Ton passiert, ist wohl auch jedem klar der sich mehr als „nur selten“ im Netz bewegt.
    Ihc möchte auch hier mit einer Frage schließen: Ist wenn Anonymus das Recht auf gegengewalt nutzt und dies verwerflich ist. Die „grünen“ Bewegung aus den 70gern die ebenfalls das „recht“ auf gegengewalt nutzt nicht ebenso verwerflich?

    Absatz vier:
    Das von sogenante Faustrecht ist auch im Grundkonsens richtig. Die Taten die von Anonymus ausgehn sind im Grunde gesetzteswiedrig und geprägt von Selbstjustiz.
    Nun ist die Frage ob dies nicht zu verschmähen ist wenn dadurch ein wirksamer Gegenpol zu großkonzernen Gebildet wird der sie „zwingt“ ein soziales Gewissen zu integrieren?

    Absatz fünf:
    Ich würde die überschrift Umdrehn „Des Gutdünkens, Willkür“
    Wie sie schon sagten, selbst Anonymus gibt zu das sich unter dem Denkmantel der Anonymität aufführen wie die Axt im walde. Distanziert sich aber auch von solchen Personen. Sie werden über kurz oder lang aus dem Kollektiv ausgeschlossen. Anonymus gehört eben zur grauen Fraktion der Hacker, weder gut noch böse. Viel wollen etwas gutes tun zwar mit fragwürdigen mitteln jedoch gutem Grundgedanken und ein paar Schwarze schafe sind nun mal in jeder Herde dabei.

    Absatz sech:
    Stimmt auch wieder Anonymus bescheidet die Rechte Dritter, ohen frage. Nur sind dies meist Rechte die sie Nach meinem moralisches Verständniss nicht verdiehtn bzw garnicht haben.
    Letzenendes stimmt es Anonymus ist ambivalent. Jedoch sollte man beide seiten sehn. Sie haben eindrucksvoll die dunkle seite beleuchtet vielleicht wagen sie auch mal das Experiment und schreiben einen Beitrag über die Positiven seiten und stellen diese dann in einer persönlichen einschätzung gegeneinander. Würde mich sehr freun dieses zu lesen.

    Hochachtungsvoll

    Benedikt Sch.

    • Vielen Dank für Ihre differenzierte Stellungnahme. Dazu einige Gedanken:

      1) Ich will nicht ausschliessen, dass sich viele bei der Verwendung der Fawkes-Maske auf den Comic und den entsprechenden Film (die ich natürlich kenne) beziehen und die historische Figur nicht kennen. Aus diesem Grund weise ich ja auf den terroristischen Ansatz von Guy Fawkes hin, denn es ist m. E. sehr problematisch, wenn man gedankenlos Personen popularisiert, deren tatsächliches Verhalten sehr kritikwürdig ist.

      2) Physische Angriffe von Anonymous-Anhängern auf Privatpersonen sind mir nicht bekannt. Aber die Blockade unliebsamer Internetangebote auch von Privatpersonen oder persönlichen Verunglimpfungen wie dem Hitler-Vergleich sind ja nun keineswegs harmlos. Schon die deutsche Geschichte lehrt (Reichsprogramnacht) das etwa die Schein-Unterscheidung zwischen „Gewalt gegen Sachen“v und „Gewalt gegen Personen“ in die Irre führt.

      3) Das Konzept der „Gegengewalt“ ist im demokratischen Staat nicht legitim, weil das staatliche Gewaltmonopol der demokratischen Kontrolle unterliegt. Wer sich diesem mit „Gegengewalt“ widersetzt, kehrt zum Faustrecht zurück, dessen Überwindung eine der wichtigsten zivilisatorischen Leistungen bleibt – denn Faustrecht ist immer das „Recht“ des Stärkeren gegenüber dem Schwachen.

      4) Selbstjustiz ist zu verurteilen, weil sie als Maßstab lediglich das eigene Gutdünken, also die pure Willkür, hat und sich jeder demokratischen Kontrolle entzieht. Ihre Basis ist die Selbsterhebung über andere, deren Verhalten und Existenz dem eigenen Verständnis gegenüber als minderwertig betrachtet wird. Der demokratische Staat stellt dem die Verteidigung gemeinsamer Grundwerte (Menschenwürde, Mehrheitsregel, individueller Gewaltverzicht) gegenüber.

      5) Für „gute“ Ziele „fragwürdige“ Mittel einzusetzen führt zum Grundsatz. „Der Zweck heiligt die Mittel“.Im demokratischen Rechtsstaat ist dies inakzeptabel, weil Mittel die den Grundkonsens verletzten (z. B. die Menschenrechte missachten) auch den angestrebten Zweck „entheiligen“. Angewandte Mittel und angestebtes Ziel lassen sich nicht trennen.

      Im Rahmen meiner Analysen, die ja im Zusammenhang mit meinem Thema „Internet und Demokratie“ stehen, sind mir grundlegend positiv zu bewertende Strukturen der Anonymous-Bewegung nicht aufgefallen. Es gibt auch einen Grund dafür, dass sich Anhänger der Bewegung nicht zu erkennen geben, sondern in der anonymität verstecken. Sie sehen offenbar selbst die Problematik ihres Verhaltens und dafür offen einzustehen.

      • Stephan said

        Sie verkennen anonymous.

        Anonymous ist viel weniger als die organisierte Stuktur die Sie beschreiben und zugleich viel mehr. Ich persönlich würde mich nicht als Mitglied bezeichnen, denn ich kenne weder die Wurzeln noch irgendwelche anderen Mitglieder. Anonymous ist aus dem Fernsehen, der Zeitung und vor allem dem Internet zu mir gekommen. Trotzdem kann ich mich im im Großen und Ganzen mit ihren Zielen (dazu unten mehr) indentifizieren.

        Es gibt andere wie mich. Viele andere.

        We are Legion.

        Anonymous verstehe ich als ein Phänomen einer Gesellschaft die nach Selbstregulierung strebt.

        Die Wissenschaften entwickeln sich viel schneller als die meisten Menschen ahnen. Neue Probleme treten auf: Gestern die Atomenergie, heute die Gentechnik… und morgen das Copyright.

        Sie und die anderen alten Herren betrachten sich als Verfechter der Demokratie und verteufeln anonymous als Terrororganisation, als ewig Gestrige die die Säulen der lang gedienten parlamentarischen Demokratie angreifen.

        Und dabei ist anonymous so viel demokratischer als ihr jemals sein könntet. Jeder kann mitmachen. Nationalität? Egal. Aussehen? Egal. Einkommen? Egal.

        Überall im Internet melden sich Menschen unter dem Kürzel anonymous zu Wort. Und alle haben verschiedene Meinungen auch wenn es ein gemeinsames Ziel oder vielleicht eher „Verlangen“ gibt:

        Es ist scheiße und es muss besser werden.

        Die Demokratie wie wir sie kennen ist den Anforderungen der Wirklichkeit nicht mehr gewachsen. Die Meinungsbildungs ist zu selektiv, deswegen schlecht und außerdem viel zu langsam. Die parlamentarische Demokratie hat ausgedient.

        Ihr seid alt geworden und während ihr noch denkt ihr seid modern hat die Zeit euch doch längst überholt.

      • Fällt Ihnen eigentlich auf, mit welcher Selbstverständlichkeit Sie die Legitimität anderer Meinungen in Frage stellen und Entscheidungen der Mehrheit für sich einfach nicht akzeptieren wollen, indem Sie behaupten, wir lebten nicht in einer Demokratie ?

        Dass viele Anhänger von Anonymous nichts von Toleranz halten und nicht selten mit Beschimpfungen ihre Argumentationsarmut offenlegen, können Sie in vielen Kommentaren auf diesem Blog nachlesen. Dass unliebsame Internetangebote ausgeschaltet werden – im Moment versuchen sich Anonymous-Anhänger an meiner Homepage – zeigt, wie wenig man sich vor Kritik glaubt standhalten zu können.

      • Test Streifen said

        „Das Konzept der “Gegengewalt” ist im demokratischen Staat nicht legitim, weil das staatliche Gewaltmonopol der demokratischen Kontrolle unterliegt. Wer sich diesem mit “Gegengewalt” widersetzt, kehrt zum Faustrecht zurück, dessen Überwindung eine der wichtigsten zivilisatorischen Leistungen bleibt – denn Faustrecht ist immer das “Recht” des Stärkeren gegenüber dem Schwachen.“
        Da möchte ich Sie fragen, ob Sie, Herr Eisel, allen ernstes behaupten wollen, dass die staatlichen Kontrollinstanzen wirklich zum Wohl des Bürgers eingesetzt werden. Und ob Sie der Meinung sind, dass die Bürger die immer extremer werdende Ungleichbehandlung ihrer „Vertreter“ dulden und akzeptieren müssen. Ich möchte nur Schröder& Gazprom, Wulff& Ehrensold sowie Abgeordnete& Diäten erwähnen. Falls Sie auch nur in einem einzigen Fall den Verdacht haben, dass es dem Aufstocker (Hartz4) gegenüber, welcher sich täglich Abrackert und kaum genug zum Leben hat, nicht ganz gerecht ist, möchte ich Sie fragen, ob das nicht schon eine rechtfertigung für die Gruppierung „Anonymous“ ist. Denn mit den Mitteln, welche die Bürger zur Hand bekommen kann man solche (aus meiner Sicht) zum Himmel schreiende Ungerechtigkeiten nicht stoppen.

        Ihre Antwort wäre sehr interessant. Denn in einem unteren Beitrag schrieben Sie „Auch ein Verbrechen, das sie subjektiv glauben nicht verhindern zu können, müssen Sie in unseren freiheitlichen Rechtsstaat dr Aufklärung zuführen: “Wer schweigt, wird mitschuldig.”“

        Ich bin gespannt, was Sie dazu sagen (und in Wahrheit: Wie Sie sich da raus reden wollen).

      • Sie fragen, „ob ich allen ernstes behaupten wolle, dass die staatlichen Kontrollinstanzen wirklich zum Wohl des Bürgers eingesetzt werden.“

        Das „Wohl der Bürger“ wird einer Demokratie durch Mehrentscheidung festgelegt, wobei der Kern der Verfassung wie der Schutz der Menschenrechte, die Achtung der Mehrheitsregel und die Durchsetzung des individuelllen Gewaltverzichts durch das staatliche Gewaltmonopol auch durch Mehrheiten nicht in Frage gestellt werden darf. Darüber wacht bei uns das Bundesverfassungsgericht.

        Wenn Sie meinen, die staatliche Exekutive würde nicht dem Wohl des Bürgern dienen, müssten Sie versuchen, die Mehrheit der Bürger davon zu überzeugen, damit durch Wahlen einer anderen Legislative die Exekutive abgelöst werden kann. Ein solch friedlicher Machtwechsel ist das Lebenselexier der Demokratie – wenn er denn von der Mehrheit gewollt wird.

        Gruppen wie Anonymous erkennen die Mehrheitsregel nicht an, sondern nehmen für sich ein Sonderrecht in Anspruch, weil sie die Mehrheit nicht von sich überzeugen können. Statt auf die Kraft eigener Argumente zu setzen, legen sie u. a. durch die Blockade unliebsamer Internetangebote (das wird gerade von Anonymous-Anhängern mit meiner homepage versucht) die eigene Argumentationsarmut offen.

  18. Nero said

    Ich habe bewusst ihre Standpunkte nicht konkret angegriffen.

    Die frage nach „Was ist Anonymous“ genauso schwierig zu beantworten ist wie „Was ist der Mensch“. Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Das musste ich selbst lernen, als ich damals nach meinen Antworten gesucht habe.

    In meinen Augen hat es NICHTS mit Fortschritt zu tun, ihre Aussagen durch den Dreck zu ziehen, meine Standpunkte als besser darzustellen und ihre Person als Realitätsfremd oder ähnliches zu beschimpfen. Mir ist es eher wichtig, das sie sich mehr mit der Thematik beschäftigen und die Illusion des „Supermächtigen randalierenden Anarchistenhaufens“ fällt. Wir sind auch nur Menschen, die sich eine Plattform für ihre Meinung suchen. Und unter dem Weizen gibt es immer Spreu. Und wir sind Vielfältig wie die Meinungen der Menschen. Das macht es schwierig uns unter gleichen Merkmalen zusammenzufassen.

    https://webirc.prooops.eu/?randomnick=1&channels=germany
    Sie haben über den IRC Weitreichenden Zugang zu unserer Kommunikation. Bitte beachten sie, das Prooops ein kleineres, Deutschsprachiges IRC-Netz ist. Desweiteren ist ihnen vielleicht der Umgangston etwas rau. Er entsprich dem üblichen Niveau in der Netzkultur.

    “Peace cannot be kept by force; it can only be achieved by understanding.”

    R. Atsushi

    • Vielen Dank für diese differenzierte Stellungnahme.

      Die „philosophische“ Betrachtung, was und wer Anonymous ist, führt für die wissenschaftliche Analyse nicht weiter, denn für die Bewertung dieser Bewegung bleibt nur die Möglichkeit, das auszuwerten, was Menschen äußern, die sich selbst dazu bekennen.

      Natürlich gibt es hier eine Vielfalt von Äußerungen, aber eben auch eine klar dominierende Meinung – nämlich die Rechtfertigung der Blockade unliebsamer Internetangebote bis hin zur Verteidigung von Hackerangriffen. Dies ist das Ergebnis meiner Analyse der Anonymous-Kommunikation im Netz. Insofern haben wir wohl eine sehr unterschiedliche Wahrnahme über das Verhältnis von „Spreu und Weizen“.

      Die Radikalität mancher Äußerungen hat wohl auch damit zu tun, dass sich die Autoren in der Anonymität verstecken können und insofern nicht die Verantwortung für ihr Reden und Tun übernehmen.

  19. RK said

    Guten Abend,

    Ihr Text enthält Fehler.

    1. Anonymous hat keine Markenzeichen. Anonymous ist ein Teil der Netzkultur. Daraus folgt, das Teile dieser Kultur Anonymous prägen.
    Geschichtlich: Die Notwendigkeit, sich bei Scientology Demos zu vermummen, traf zufällig auf den „Meme“ (was das ist sollten sie als Netzkundiger, wie sie sich wohl einschätzen, wissen) namens Fail Guy. Das passte für viele Anons sehr gut zur Thematik, und so wurde die Maske eingesetzt. Nach wie vor heißt es im Prinzip, das es bei diesen Aktionen egal ist, wie man sich vermummt. Hauptsache man tut es – der eigenen Sicherheit willen. Guy Fawkes ist nur eine Möglichkeit. Sie wird wohl nur desshalb bevorzugt genutzt, damit man in der Gruppe nicht zu sehr hervorsticht – denn darum geht es bei Protesten ja nicht.

    Das die Maske auch für andere Aktionen genutzt wird ist nicht unbedingt erforderlich für Anons. Es steht auch nirgens geschrieben, dass diese immer benutzt werden muss. Wenn man einige Oldfags (=mehrjährige Anons) dannach fragt, bekommt man das auch bestätigt.

    Wie sich Anonymous gibt, prägt sich durch viele Meme’s des Internets, wie sie auch andere Netzuser prägen. Das ist Kultur.
    Die wirklichen Hintergründe haben nicht sehr oft wirklich was damit zu tun. Wir sehen uns ja nicht alle als Terroristen die Parlamente sprengen wollen. Wenn Sie über Autobahnen, die zu Nazideutschlands Zeiten erbaut wurden, fahren, fühlen Sie sich ja auch nicht sentimental dem Führer hingezogen. oder?

    2. Thema Angst.
    Die Allermeisten die ich kenne haben zu Anonymous eine neutrale bis sehr positive Einstellung. Wirklich niemand hat Angst vor uns. (zumindest bei Privatpersonen bin ich mir da sehr sicher) Ich weiß nicht wieviele sie gefragt haben, aber die Sprüche alleine, die gewollt dick aufgetragen sind, lösen noch keine Angst beim Rest der Menschheit aus. Mit dem Klotzen wird auch nicht gespart, ist wieder so ein Ding der Netzkultur. Es gibt auch dezentere Typen im Kollektiv, die fallen nur eben aus selbigen Grund nicht so sehr auf wie die Anderen.

    Übrigens die verwerflichen Aktionen werden nichtnur Außerhalb kritisiert. Auch intern wird darüber gestritten, ob das alles noch der Grundidee entspricht. Von einigen speziellen Hackangriffen auf Kreditkartenunternehmen distanziere ich mich auch. Und das ist übrigens problemlos möglich, auch für Anons. Den Grund dafür könnte ich noch weiter ausführen, aber das sprengt erstens den Rahmen, zweitens sollten sie das auch herausfinden können.

    Was ich dazu aber noch anmerken will: Nur weil einige sich nicht davon distanzieren, heißt das nicht, dass diese auch Verbrecher sind. Es ist Teil der freien Meinung, einer Straftat nicht negativ gegenüberstehen zu müssen!

    Nur was ich mich frage…. Wie soll eine Distanzierung ihrer Meinung nach aussehen?
    Sollen Leute, die Anonym im Netz aktiv sind, sich bei Ihnen in einer Reihe aufstellen und sich distanzieren? Wozu? Es reicht sich als Anon eine Meinung dazu zu bilden. Wenn man gefragt wird, kann man diese ja nett äußern. Dazu muss man aber nett fragen, und das kam bei ihren von Anfang an verurteilenden Blogeinträgen nicht sehr nett rüber.

    3. Thema Anonymität allgemein.
    Ich habe nicht verstanden was sie damit sagen wollen. Mir kommt es so vor als würden sie alle Aussagen und alle Aktionen von Anonymous auf eine fiktive Persöhnlichkeit bündeln, um sich dann zu wundern, wie absolut wiedersprüclich das am Ende ist. Herzlichen Glückwunsch, das ist der erste Schritt Ihrerseits, zu verstehen, was Anonymous ist.

    Expect Us

    • 1) Natürlich ist es Markenzeichen, wenn bei allen Aktionen von Demos bis hin zu YouTube-Videos das gleiche Outfit verwendet wird (Fawkes-Maske) und alle Stellungnahmen, e-mails usw von Anonymous-Anhängern mit der gleichen Schlussformel beendet werden.
      2) Wer sich eine Fawkes-Maske aufsetzt, sollte sich kundig machen, wer Guy Fawkes war. Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass er hunderte von Menschen töten wollte, in dem er das englische Parlament in die Luft sprengen wollte. Wer sich von solchen terroristischen Methoden distanziert, sollte die Maske nicht aufsetzen. Wer die Maske aussetzt muss sich fragen lassen, was er mit dem Bekenntnis zu Fawkes eigentlich sagen will.
      3) Um Scientology zu bekämpfen – was ich für richtig halte – muss man sich keineswegs vermummen. Ausgenommen sind ev. in ihrer persönlichen Sicherheit gefährdete Aussteiger. Im Gegenteil hat die Auseinandersetzung mit solchen Sekten und Extremisten viel mejr Gewicht, wenn man das mit offenem Visier tut. In der Auseinandersetzung mit Scientology tun das auch die meisten – ich gehöre dazu.
      4) Wer Andersdenkende übel beschimpft, unliebsame Internetangebote blockiert oder mit Hackerangriffen Daten stiehlt, hat kein Interesse an Überzeugungsarbeit durch Argumente und Debatte. Aber worum geht es dann ? Offenbar sollen doch Andersdenkende durch Aufbau eines Drohpotentials dazu gebracht werden, zu verstummen. Das nennt man, angst verbreiten. Lesen sie einfach die Kommentare auf diesem Blog.
      5) Wie ist denn die Formel von Anonymous-Anhängern zu verstehen, wenn nicht als Einschüchterungsversuch:
      “Wir sind Anonymous. – Wir sind viele. – Wir vergeben nicht. – Wir vergessen nicht. – Erwartet uns.”
      Lesern Sie mal „1984“ von George Orwell oder schauen Sie den film an, dann werden Sie diese Kritik verstehen. Die Ähnlichkeiten mit „Big Brother is watching you“ gehen bis zur Gestaltung der Anonymous-Videos-
      6) So einfach ist das nicht: „Es ist Teil der freien Meinung, einer Straftat nicht negativ gegenüberstehen zu müssen!“ Ab einem gewissen Punkt ist die Hinnahme einer Straftat auch durch Passivität „Beihilfe“ …
      7) Wieso muss man „nett fragen“, wenn es um die Distanzierung von üblen Beschimpfungen bis hin zum Hitler-Vergleich geht. Von solchen Methoden sollte sich jeder anständige Demokrat ungefragt distanzieren. Aber die allermeisten, die sich auf Anonymous berufen, haben sich in diesem Blog oder meiner Facebook-Seite nicht nur nicht distanziert, sondern diese Methoden (z. B. mich mit Hitler zu vergleichen) sogar verteidigt. Lesen Sie einfach nach …

      • RK said

        1) Wie gesagt nicht unbedingt, da es keinen Zwang gibt, diese Phrase und Maske zu nutzen. Es ist optional. Sie sehen mit diesen Videos ja auch nur die Oberfläche vom Kollektiv. Aber letztendlich ist es mir egal, wie sie Markenzeichen definieren. Sie sollten nur nicht davon ausgehen, das jeder Anon diese Sachen nutzt.
        2) Ich nehme an, sie distanzieren sich auch von der kirchlichen Institutionen, welche Ihren Glauben für Verbrechen gerechtfertigt hat? Wenn ja, können wir uns weiter darüber unterhalten.
        3) Ich habe bei einer Demo mit einem Journalis gesprochen, welcher durch seine Kritik von Scientologen bis nach Hause verfolgt wurde. Es ging jahrelang so weiter, bis er einen Kontakt aus der Politik um Hilfe bat. Erst dann wurde er nicht mehr belästigt. Ihr Verständnis zur Kritikreaktion von Scientology mag sagen, es sei nicht so extrem mit der Verfolgung. Wir allerdings, die als EInzelner nicht den politischen EInfluss haben um diese Probleme so einfach zu lösen, müssen uns maskieren. Mal davon abgesehn das die Demos damit auffälliger sind und dadurch auch effektiver.
        4) Wer ist „wer“? Ich bin Anonymous, aber ich stehle keine Informationen (Die Formulieren ist an sich auch falsch). Außerdem debattiere ich doch hier. Ich will sie nicht verstummen lassen, ich will sie nur aufklären, warum ihre Aussagen so einen Groll bei anderen Anons auslöst.
        5) Markus 5 Vers 9: „Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.“ Und von personifizierten Erwartungen braucht man beim Thema Bibel garnicht erst anfangen. Die Bibel wird von vielen (allen?) Christen als heilige Schrift aktzeptiert. Muss ich euch nun auch als Vereinigung mit der Einschüchterung als Waffe ansehen?
        6) Doch so einfach ist es. Denn bei Verbrechen, die man nicht aufhalten kann und dessen Drahtzieher man nicht kennt, da kann auch keine Beihilfe durch Unterlassen geschehen. Sich zu distanzieren macht weder ein Verbrechent ungeschehn, noch hilft es Ermittlungen.
        7) Der Hitler-Vergleich kam wohlgemerkt erst NACH ihren ersten Blogeintrag. In Diesem haben sie verallgemeinert jeden Anon dazu bezichtigt, Hackitvist zu sein und demokratiefeindlich zu sein. Es ist nunmal typisch, das die Reaktionen ziemlich derb sind. Der Umgangston herrschte aus der Ecke des Netzes schon bevor es Anonymous gab. Ich hätte den Scherz nicht abgelassen (zu extrem für mich), kann aber Verstehen, wie das entstanden ist, da ich die Plattform dazu kenne.

      • Vielen Dank für die ausführliche Replik. Auch von meiner Seite noch einmal zu den Punkten:

        1) Ich habe nicht behauptet, dass es einen „Zwang“ gibt die Fawkes-Maske zu tragen. Diejenigen, die es tun, tun es sicherlich freiwilig. Deshalb müssen sie sich auch fragen lassen, zu wem sie sich eigentlich freiwliig bekennen und was diese Maske inhaltlich aussagen soll.
        2) Natürlich distanziere ich mich von kirchlichen (oder politischen) Institutionen (z. B. Inquisition) oder religiösen Gruppierungen (z. B. IRA), die nicht nur die Freiheit Andersdenkender unterdrücken, sondern auch ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit gefährden.
        3) Dass die Auseindersetzung mit Scientology anonym geführt wird, ist (abgesehen von Aussteigern) eine Ausnahme. Viele Einzelpersonen, Gruppen, Institutionen und Journalisten tun das ganz offen. Das heisst nicht, dass die Gegenwehr von Scientology harmlos wäre, aber von einer persönlichen Gefährdung von Leuten, die an einer Demonstration gegen Scientology teilnehmen, habe ich noch nie gehört. Wer in seinem Kampf gegen politischen und religiösen Extremismus der Anonymität den Vorrang vor dem offenen persönlichen Bekenntnis gibt, muss sich schon fragen lassen, ob er damit nicht den Einschüchterungsversuchen dieser Gruppen unzulässsigen Raum gibt.
        4) Ich habe nirgends behauptet, dass sich alle (!), die sich auf Anonymous berufen, in einer bestimmten Weise verhalten. Meine Bewertung der Bewegung ergibt sich aus dem Verhalten einer großen Mehrheit derer, die sich als Anhänger zu erkennen geben. Sie können das gerne in entsprechenden Foren, Anonymous zuzurechnenden Homepages oder den Einträgen in der Auseinandersetzung mit mir überprüfen.
        5) Sie werden doch nicht im Ernst behaupten, dass sich die Anonymous-Anhänger auf die Bibel berufen – einmal abgesehen davon, dass Sie offenbar die Stelle nicht kennen. Es geht nämlich um die Austreibung „böser Geister („Wir sind viele“). Interessant, dass Sie Anonymous damit vergleichen. Lesen Sie mal die Geschichte im im Markus-Evangelium im Zusammenhang:

        „Als Jesus aus dem Boot stieg, lief ihm aus den Grabhöhlen ein Mann entgegen, der von einem bösen Geist besessen war. Er hauste dort in den Grabhöhlen und niemand konnte ihn bändigen, nicht einmal mit Ketten. Schon oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber jedes Mal hatte er die Ketten zerrissen. Kein Mensch wurde mit ihm fertig. Er war Tag und Nacht in den Grabhöhlen oder auf den Bergen und schrie und schlug mit Steinen auf sich ein.

        Schon von weitem sah er Jesus, rannte auf ihn zu, warf sich vor ihm nieder und schrie: »Jesus, du Sohn des höchsten Gottes, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!« Denn Jesus hatte dem bösen Geist befohlen, aus dem Mann auszufahren. Nun fragte Jesus ihn: »Wie heißt du?« Er antwortete: »Legion. Wir sind nämlich viele!« Und er flehte Jesus an: »Vertreib uns nicht aus dieser Gegend!«

        In der Nähe weidete eine große Schweineherde am Berghang. Die bösen Geister baten: »Schick uns doch in die Schweine!« Jesus erlaubte es ihnen. Da kamen sie heraus aus dem Mann und fuhren in die Schweine, und die Herde raste das steile Ufer hinab in den See und ertrank.“

        6) Auch ein Verbrechen, das sie subjektiv glauben nicht verhindern zu können, müssen Sie in unseren freiheitlichen Rechtsstaat dr Aufklärung zuführen: „Wer schweigt, wird mitschuldig.“

      • RK said

        Hallo, zu Ihren Antworten:

        1) Für die allermeisten, nach persöhnlicher Einschätzung, hat die historische Bedeutung Guy Fawkes kaum bis nichts mit Anonymous zu tun. Das Gesicht erhält durch uns eine neue Bedeutung. Ich persöhnlich trage auch nur eine aus dem Grund, weil sie für mich Anonymous darstellt, nicht Guy Fawkes. Es gibt sicher noch andere Beispiele in der Geschichte, in denen Symbole für etwas neues aus dem alen Kontext gerissen wurde.
        2) Gut, ich distanziere mich auch von Leuten, die Parlamente sprengen wollten. Und so wie ich trotzdem noch die Maske trage, so gehen sie auch noch in eine materielle Kirche, die vielleicht auch einst ein Ort war, wo vor vielen Generationen einige nicht so schöne Taten Gang und Gebe waren.
        3) Ich habe direkt von Menschen gehört, dass genau das der Fall war. Informieren Sie sich einmal über „Fair Game“ im Kontext zu Scientology.
        4) Das Problem, dem Sie wie auch viele Journalisten auf den Leim gehen, ist, das sie falsch beurteilen, was die Mehrheit bei Anonymous ist. Wir als Bürger bewerten Parteien auch oft nach den Führungspersonen, obwohl diese nur einen prozentual sehr kleinen Anteil ausmachen. Sie sind aber eben die jenigen, die in der Presse zu finden sind. Darum richtet sich die Meinung zu einer Partei auch nach den Taten dieser weniger. Da Anonymous allerdings keine Herrarchie besitzt, kann man es sich hier nicht so einfach machen, und die auffälligsten Taten auf das ganze Kollektiv verallgemeinern.
        5) Das witzige ist, die von uns oft genutzte Zeile „We are Anonymous, we are legion, wie do not forget, we do not forgive, expect us!“ stammt genau aus diesem Bibelzitat. Allerdings drüfte das wirklich ehr aus populistischen Gründen kopiert worden sein, denn Anon bezieht sich natürlich nicht auf die Bibel. Ich wollte damit jediglich ausdrücken, das auch in der Bibel einige Ansichten vertreten sind, die auch nicht so ganz meiner und Anderer Moral entsprechen. Damit, das ich den genauen Kontext des Verses nicht kannte, haben Sie mich allerdings kalt erwischt!
        6) Hacktivismus zielt darauf ab, bekannt zu werden. Es sind ja allermeistens nur symbolische Aktivitäten. Es wird schon alleine durch die Medien so stark verbreitet, das wir einzelne Anons mit Distanzierungen nicht zur Aufklärung beitragen. Von daher kann ich Ihre Aussage nicht nachvollziehen.

      • 1) Den Versuch, zwar die Fawkes-Maske zu nutzen und zu tragen, aber nichts mit Fawkes zu tun haben zu wollen, halte ich abwegig und ehrlich gesagt ziemlich naiv.
        2) Bei einer wissenschaftlichen Analyse von Anonymous bleibt nur der Weg, das zu untersuchen, was Leute äußern und tun, die sich auf Anonymous berufen und bei unterschiedlichen Strömungen die dominierende zu bewerten.
        3) Ich kenne der Auseinandersetzung mit Scientology und deren Methoden sehr gut, weil ich selbst daran beteiligt war und bin. Das treibt mich aber nicht in die Anonymität. Ich lasse mich von denen genauso wenig einschüchtern wie von anderen Extremisten.
        4) Nachweisbar ist der Anonymous-Slogan meines Wissens erstmals in dem YouTube-Video gegen Scientology 2008. Eine Quelle wird dort nicht angegeben. Einen Bezug zur Bibel habe ich nirgends gefunden (wäre auch bei der zitierten Stelle abwegig).
        5) Kennen Sie Orwells „1984“ – wenn nein, schauen Sie sich mal den Film an und vergleichen „Big Brother“ mit „Wir sind viele, aber Du weisst nicht wer – wir sind überall, aber Du weisst nicht wo“ ….

      • RK said

        2) Dann ist das aber keine wissenschaftliche sondern ehr populistische Analyse. Würden Geophysiker nur dem Sichtbaren, Oberflächlichen und optisch Dominierenden Beachtung schenken, würden sie wohl kaum wissenschaftliche Analysen hervorbringen können. Man muss schon etwas tiefer graben, um die Vorgänge beschreiben zu können. Ich habe vom Buch „We are Anonymous“ (ISBN13 978-3442102402) zwar nur eine Leseprobe gelesen, aber was ich dort las entspricht viel ehr meiner Interpretation von Anonymous, als Ihre Erklärungsversuche. Auch wenn das Buch wahrlich nicht als die reine Wahrheit angesehen werden darf.
        3) Da ich keine Lust habe, von denen wer weiß wie lange belästigt zu werden, trage ich eben eine Maske. Mit Einschüchterung hat das für mich erst etwas zu tun, wenn ich aus Angst garnicht mehr demonstrieren gehe. Meiner Ansicht nach ist es ohnehin egal, wer ich bin. Es geht um meine Meinung, und die sollte nicht durch meine Person gewichtet werden. Anonymität und Gesichtslosigkeit erleichtert das. Außerdem möchte ich nicht außerhalb der Situation weiter damit in Verbindung gebracht werden. Vermutlich sehe ich das so ernst, weil ich von der Datensammelwut von Konzernen und Staat ziemlich beeindruckt bin. Wenn andere meine Daten nicht schützen, dann tue ich das.
        4) Ich war beim Erstellen des Videos nicht dabei, aber es gibt viele Gerüchte die bis in die Zeit zurück gehen und das behaupten. Es macht für mich Sinn und so glaube ich das. Da es für mich auch nicht sonderlich wichtig ist, reicht mir das als Erklärung, sonst wäre ich da skeptischer.

      • 1) Eine Analyse ist nicht „populistisch“, wenn sie von nachprüfbaren öffentlichen Daten ausgeht – in diesem Fall von öffentlichen Äußerungen derer, die sich unter Berufung auf Anonymous äußern. Andere Daten stehen nicht zur Verfügung, sondern sind reine Spekulation. Deshalb eignen sie sich für wissenschaftliche Analysen nicht.

        2) Demokratie braucht Demokraten, die sich offen bekennen. Der Rückzug in die Anonymität ist für mich kein Beitrag dazu, sondern in der politischen Auseinandersetzung in einer freiheitlichen Demokratie die Flucht vor der Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun.

        3) Gerüchte sind für mich keine verlässlichen Quellen für beispielsweise die Aussage, der Anonymous-Slogan beziehe sich auf die Bibel.

      • RK said

        1) Wenn Ihnen öffentliche Aussagen von Anons reicht, dann sollten sie hunderte Taten und Aussagen aus jeweils jedem Land mit Internet finden können. Die Aussage „Andere Daten stehen nicht zur Verfügung“ können sie gerne bringen, wenn sie das Internet und Darknet auswendig gelernt haben. Ansonsten findet sich immer etwas. In ihren Blogeinträgen beziehen sie sich nur auf Aktionen, die so viel Medienaufmerkasmkeit auf sich gezogen haben, sodass ich unterstellen könnte, sie haben noch nicht einmal das Internet zu ihrer Arbeit herangezogen, sondern nur anhand von Zeitungsartikeln sich eine Meinung gebildet.

        2) Demokratie braucht Demokratie!
        Wo kann ich denn zusammen mit meinen Mitmenschen über die Eurorettung verbindlich abstimmen? Wie bietet das System mir diese Möglichkeit? Werde ich jemals gefragt? Es gibt kaum Mittel zur direkten Demokratie. Ich kann nur demonstrieren und für Politiker unverbindliche Petitionen unterschreiben. Aber Volksbefragungen kommen Politikern nicht in den Sinn.
        Wie hat sich mir die Schlagzeile ins Gedächtnis gebrannt, als Papandreous in Griechenland eine Volksbefragung zur Eurorettung machen wollte. Wie können sich Politiker anderer, europäische Mitgliedsstaaten diese Frechheit erlauben, und einen Ministerpräsidenten scharf dafür zu kritisieren, sein Volk zu befragen? Auch wenn der Untergang einer Wirtschaft katastrophal zu sein scheint, ein Aussterben der Demokratie ist ein ganz anderes Kaliber. Und auch Frau Merkel ist nicht umsonst für das Unwort „alternativlos“ bekannt.
        Mal ganz davon abgesehn braucht Demokratie Transparenz. Ich habe quasi keine Ahnung, was die Regierung derzeit macht und plant. Vieles passiert unter Ausschuss der Öffentlichkeit. Als Angabe bekommt man, Geschäftssituationen und Diplomatie stehen im Vordergrund. Aber Diplomatie wird (über Volksvertreter) mit einem GANZEN Land betrieben. Da gehöre ich auch dazu. Und wenn man mich als Bürger schon nicht fragt, wie ich darüber denke, so will ich doch zumindest wissen, was dort passiert. Worauf soll ich sonst meine Meinung bilden? Aber auch das passiert nicht.
        Nein, stattdessen muss ich mir anhöhren, wie sich Politiker darüber streiten, Vorratsdatenspeicherung einzuführen.

        Und um auf ihre Aussage einzugehen: Ich flüchte nicht vor der Verantwortung zum eigenen Tun – nein – wenn alles richtig laufen würde MÜSSTE ich mich für mein legales und privates Tun garnicht rechtfertigen. Vor keinem Richter, keiner Maschine welche aufzeichnet, was ich tue und wo ich bin, und auch nicht vor religiöse Sektenspinner. Ich habe nunmal Sorge um meine Privatsphäre. Ich habe Sorge um meine Freiheit. Je mehr man mir diese nimmt, desto mehr muss ich zusehen, anonym zu sein, um den letzten Teil meiner Freiheit und Privatsphäre zu schützen. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass sich Politiker dafür interessieren. Sie müssen sich immer im Klaren sein, das es Möglichkeiten gibt, alle Überwachungsformen legal funktionsunfähig zu machen.
        Seit ich politisch bin, habe ich das Gefühl, dass es mit der Demokratie zurückgeht. Wir wählen zwar noch unsere Regierungen, aber alle 2 Jahre Kreuze machen ist mir nicht Demokratie genug. Es wird niemals über die Verbesserung der Demokratie nachgedacht. Es wird immer mehr hinter verschlossenen Türen Politik gemacht.

        Sie sagen, Demokraten zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich zu ihrer Arbeit bekennen. Wieso wird dann die Information verwehrt, welche Politiker am Tisch während der ACTA Verhandlungen saßen? Als Grund wird angegeben, die öffentliche Sicherheit ist in Gefahr. Das kann es allerdings nicht sein, im Extremfall ist nur die Sicherheit der jenigen Politiker in Gefahr. Und das halte ich für eine übertrieben Einschätzung.

        Sie predigen Demokratie, aber die Demokratie, die wir heute haben, ist meilenweit davon entfernt, wirklich eine gute Demokratie zu sein. Und das wir damit noch relativ weit oben in der Skala stehen, zeigt, wie traurig es noch um unsere Welt steht. Ich setze große Hoffnung darin, dass das Internet dazu beiträgt, die Menschen wieder zum politischen Bewusstsein zurückzubringen. Das Politiker dies schaffen könnten, das habe ich schon längst aufzugeben zu hoffen.

      • 1) Natürlich kann man sich bei soliden Arbeiten zum Internet nicht auf Veröffentlichungen über das Internet verlassen, sondern muss ins Netz selbst gehen und dort die Quellen analysieren. Lesern sie einfach mein Buch „Internet und Demokratie“ und Sie finden viele Beispiele für diese selbstverständliche Arbeitsweise zur erstellung meiner Analysen.

        2) Kein Mensch verlangt von Ihnen, zwischen den Wahlen nichts zu tun. Machen Sie doch wie viele Millionen von Bürgern, die sich zwischen Wahlen in Parteien, Bürgerinitiativen, Vereinen, Verbänden usw. engagieren, um so an der Willensbildung des Volkes mitzuwirken und ihre Interessen wahrzunehmen. Das ist in der Demokratie des Grundgesetzes nicht nur möglich, sondern auch gewollt.

        In einigen Bundesländern und Kommunen gibt es darüber hinaus auch Volksabstimmungen. Ich halte davon wenig und habe das in einem anderen Blog auch ausführlich begründet:
        http://burgerbeteiligung.wordpress.com/2011/11/02/reprasentativ-oder-plebiszitar/
        Sie können dort auch diesen Beitrag gerne kommentieren.

        Dass nicht wissen, was „die Regierung plant“, können Sie leicht ändern: Alle Gesetzesentwürfe, die ins Parlament eingebracht werden, sind unter www. bundestag.de zu finden. Das gleiche gilt übrigens für die Landtage und das Europäische Parlament. Dort waren auch seit längerem alle Informationen zu ACTA öffentlich zugänglich – nur hat sich niemand dafür interessiert.

        Transparenz gehört ohne Zweifel zu den entscheidenden Voraussetzungen demokratischer Mitwirkung und ist deswegen im parlamentarischen Prozess selbstverständlich.

        Und wenn Sie eine Information nicht finden, wenden Sie sich doch einfach einmal an Ihren Abgeordneten. Fast möchte ich wetten, dass Sie diesen Versuch der direkten Kontaktaufnahme z. B. in einer Bürgersprechstunde noch nie unternommen haben – aber ich kann natürlich völlig falsch liegen …

      • gnarrzapp said

        Einwurf: Das Tragen der Maske ist KEINE Stellungnahme für Guy Fawkes, einen Terroristen der selber ein katholisch-theokratisches Regime errichten wollte. Die „Guy-Fawkes-Maske“ entspringt ja, wie sie bestimmt wissen, dem Film „V for Vendetta“ und ist ein Zeichen des Widerstandes.

        Viele Grüße

      • Ich halte es für sehr problematisch als Zeichen des „Widerstands“ (gegen was auch immer) ausgerechnet eine Figur wie Guy Fawkes auszuwählen – auch wenn das über den Umweg eines Comics geschehen ist. Vermtlich wissen die allermeisten Träger dieser Maske garnicht wer Guy Fawkes war . Deshalb ist es wichtig darüber zu sprechen: wer eine Fawkes-Maske nutzt, sollte wenigstens wissen, wer Fawkes war….

    • moritzk said

      Ich kann der Argumentation von „RK“ nur zustimmen.

      Zur angeblich so tollen Informationspolitik:
      So werden die Proteste gegen ACTA von der EU selbst als „Ausfluss unzureichender Informationspolitik bezeichnet“. Aufgrund der Demos ist heute zwar ein Großteil der Informationen zugänglich, brisante Informationen werden aber immernoch zurückgehalten:
      http://netzpolitik.org/2012/bundesregierung-acta-transparenz-gefahrdet-offentliche-sicherheit/

      Nochmal zur Vendetta Maske:
      Von der geschichtlichen Bedeutung abgesehen, steht die Maske heute für Anonymous und somit Anonymität. Egal welche Maske damals gewählt worden wäre, sie stände heute für Anonymous. Die Vendetta-Maske stilisiert einfach das Gesicht eines hämisch lächelnden Helden oder „Rächer“ und hat keine größere Bedeutung für einen der Maskenträger. Dieser will damit nur seine Zugehörigkeit bzw Zustimmung zu Anonymous bekunden.

      Ich finde es Schade dass sie versuchen unter anderem über eine Maske die Intention und/oder Absicht von tausenden von Anonymous-Mitgliedern festzulegen, bzw in Frage zustellen.
      Es ist schlichtweg nicht möglich die allgemeine Absicht eines Kollektivs, welches verschiedene Gruppen und Meinungen beinhaltet, zu bestimmen.

      • Es spricht überhaupt nichts gegen Demonstrationen gegen politische Vorhaben, die man ablehnt. Wenn diese Demonstrationen friedlich bleiben, sind sie ein demokratischen Grundrecht und ein legitimes Mittel den politischen Diskurs zu beeinflussen.
        Die Unterdrückung unliebsamer Internetangebote (z. B. durch Diebstahl von Zugangsdaten um Texte auf emienr Homepage zu manipulieren oder zu löschen) ist kein legitimes Mittel, sondern blanke undemokratische Willkür.

        Wer die Fawkes-Maske nutzt, muss sich schon damit auseinandersetzen, zu wem er sich da eigentlich bekennt. Schließlich hat man nicht eine Phantasiefigur gewählt, sondern eine historische Figur.

      • moritzk said

        Danke für die Antwort,
        ich finde es nur schade dass sie immer wieder auf andere Themen ausweichen:

        Das mit den Demos ist ja klar, das sollte so in jeder Demokratie gewährleistet sein.
        Ich wollte mit dem Absatz

        „Zur angeblich so tollen Informationspolitik:
        So werden die Proteste gegen ACTA von der EU selbst als “Ausfluss unzureichender Informationspolitik bezeichnet”. Aufgrund der Demos ist heute zwar ein Großteil der Informationen zugänglich, brisante Informationen werden aber immernoch zurückgehalten:
        http://netzpolitik.org/2012/bundesregierung-acta-transparenz-gefahrdet-offentliche-sicherheit/

        eigendlich darauf aufmerksam machen, dass in vielen Themen das gegenteil einer offene Politik, eine abgehobene, nicht volksnahe Politik, geführt wird. Ich finde es einfach nur peinlich, wenn Dokumente unveröffentlicht bleiben, weil sie „die Ratifizierung von ACTA gefährden“. Das ist einseitige Politik, ich kann doch nicht nur die guten Studien veröffentlichen und alle schlechten geheimhalten. So kann man sich auch selbst lächerlich machen.

        Anonymous ist ein Kollektiv, ihre Seite wurde gehackt, ob man daraus so eine show machen muss ist die diskutierte Frage. Ich denke sie haben es nunmal herausgefordert…

        Ich persöhnlch habe nichts dagegen wenn man mal eine größere Webseite knackt um dort Hinweise oder Videos zu verlinken. Bei ihrer Seite habe ich dass Gefühl dass eine Splittergruppe am Werk war, die sich selbst besonders lustig findet. Mit der eigendlichen Intention von Anonymous für Anonymität und Rechte zu kämpfen hat das eigendlich nichtsmehr zu tun.

        Wer die Maske trägt, kauft sie nicht um sich mit fawkes, sondern mit anonymous zu identifizieren. Gehen sie auf die nächsten Demos und fragen sie die Leute mal. Besser als sich selbst was auszudenken.

        Mfg

      • 1) Die Tatsache, dass die Namen der Beamten nicht veröffentlicht werden, die für die Bundesregierung verhandelt haben, ist doch keine Verweigerung wichtiger Informationen. Verantwortlich für die Verhandlungen ist die Bundesregierung und die zuständigen Minister. Diese sollten Adressaten der Kritik sein und nicht weisungsgebundene Beamte.

        2) Dass Anonynmous-Anhänger die Zugangsdaten zu meiner Homepage gestohlen haben, um damit unliebsame Texte zu löschen und zu manipulieren, ist ein Akt willkürlicher Selbstjustiz und das exakte Gegenteil von demokratischen Verhalten. Dies zu bennen ist keine Show – dazu sind demokratische Grundwerte zu wichtig.

        3) Wer eine Maske trägt, die eine historische Person darstellt, muss sich schon fragen lasssen, ob er sich mit deren Verhalten identifiziert.

      • moritzk said

        1. Sollen wir uns bei der Justizministerin beschweren? Die ist doch selber kritisch?
        Man kann Namen zensieren, es geht um den restlichen Inhalt und die unverschähmte Begründung.

        2. Das Argument mit ihrer webseite ist langsam ausgelutscht… Ich habe ja schon selbst Kritik an diesem Hack geäußert, mit anderen Aktionen von Anonymous, zB gegen Paypal um gegen die Blockade der finanziellen Mittel für Wikileaks zu demonstrieren, sympathisiere ich durchaus.

        3. Die Maske stellt heute Anonymous dar, die historische Bedeutung rückt immer mehr in den Hintergund.

        Ich finde es durchaus gut, dass man hie raktiv mit ihnen diskutieren kann, habe aber nicht dass Gefühl mit ihnen nach Argumenten zu diskutieren… Oder finden sie es vertretbar, von einer offenen Informationspolitik zu sprechen, während die ersten Sammelklagen gegen die Zurückhaltung der ACTA-Dokumente anläuft?

      • 1) Wenn sie gegen ACTA sind, ist der demokratische Weg, die Mehrheit mit Argumenten zu überzeugen, Ihnen zuzustimmen. Dann würde die Ratifizierung scheitern.

        Welche ACTA-Dokumente werden denn Ihres Wissens zurückgehalten – abgesehen davon, dass aus verständlichen Gründen, die Namen von Mitarbeitern und Beamten nicht veröffentlicht werden ?

        2) Ich erlaube mir, auf meinem eigenen Blog meine Sichtweise auch wiederholt darzustellen, wenn immer neue Kommentare eingestellt werden.

        3) Dass die historische Bedeutung von Guy Fawkes von denen, die Maske tragen, in den Hintergrund gedrängt oder ignoriert wird, ist gerade mein Kritikpunkt: Ich halte Geschichtslosigkeit für gefährlich.

      • moritzk said

        Genau das ist im Moment der Fall, immer mehr Menschen erfahren von Acta und fühlen sich in ihrer Freiheit im Internet und der Privatsphäre von den logischen Folgen von ACTA (Ipred 2 und co) eingeschränkt. Das ACTA Thema ist groß, zu groß als Nebenthema.

        1. Derjenige, der die sich bei den ACTA-Verhandlungen mehr für Lobbyisten als für sein Volk, welches er vertritt einsetzt, sollte für diesen Fehler mit seinem Ruf einstehen.

        2. Auf die Frage nach den Teilnehmern, folg die Frage: „Zu allen Sitzungen alle im Ministerium vorliegenden Dokumente zu den einzelnen Sitzungen und Schreiben an und von den Delegationen an das Ministerium.“

        3. Es geht nicht imme rnur um Vergangenheit, sie müssen mit den Veränderungegn klarkommen. Egal wie sie es sehen, für die Generation bis 30 ist die bedeutung klar Anonymous-

      • Verantwortlich für solche Verhandlungen sind die zuständigen Minister: An sie muss sich Lob und Kritik, denn dafür sind sie gewählt.

  20. *gähn* said

    Ich möchte mich dafür Entschuldigen das ich den Fehler gemacht habe,in meinem Post,den Eindruck zu erwecken für die Bürger sprechen zu wollen. Das war nicht beabsichtigt und lag wohl am zu geringen Kaffeekonsum zu dieser Uhrzeit😉.

    Selbstverständlich sind Wahlen das einzig richtige und legitime Mittel in einer Demokratie mitgestallten zu können.Auch wenn ich persönlich derzeit keine für mich vertretbare Wahloption sehe, werde ich mir bis dahin Gedanken machen, denn Nichtwählen unterstützt erst recht die Falschen.

    Und ich möchte noch etwas kurz anmerken : die von mir angersprochenen Foren befinden sich in Bereichen des Internets, wo es aufgrund ihrer Struktur, nahezu unmöglich ist einen realen Verantwortlichen zu Identifizieren. Ich haben schonmal, vor vielen Jahren, versucht mit Screenshots und IP Adressen eine Anzeige zu erstatten und wurden von der Polizei fast ausgelacht und deshalb sehe ich die Chancen des Rechtsstaates dort eher kritisch, auch wenn ich selbstverständlich auf ihn vetraue.

    • 1) Politische Entscheidungen (auch bei Wahlen) sind immer auch Entscheidungen für das „geringste Übel“, denn es wird kaum eine politische Gruppierung geben, mit der man völlig und in allen Fragen übereinstimmt. Nichtwähler stärken im übrigen tatsächlich de facto am meisten diejenigen, die sie am meisten ablehnen.

      2) Soweit es nicht um strafrechtlich relevante Dinge wie Kinderpornographie oder Terrorismus geht, bevorzuge ich den Weg der demokratischen Debatte. das kann zumindest dazu beitragen, dass anti-demokratische Gruppen und Ideologien auch über das Netz nicht weitere Anhänger finden.

  21. wastl said

    Hallo Herr Eisler,

    war der alte Bombenleger Stauffenberg auch ein Terrorist?
    Er hat ja schließlich versucht, das Deutsche Staatsoberhaupt in die Luft zu jagen.

    • Beim Stauffenberg-Attentat handelt es sich um Widerstand gegen ein Diktator. Die ethische Rechtfertigung des Tyrannenmordes ist seit den Diktaturen im alten Griechenland (z.B. Sparta) ein heftig diskutiertes Thema. Ich halte diesen letzten Schritt für gerechtfertigt, wenn dadurch andere Leben gerettet werden können. So war auch die Motivation der Attentäter des 20. Juli 1944: Das Attentat auf Hitler sollte ein schnelles Kriegsende ermöglichen. Dadurch wären hundertausende von Menschenleben gerettet worden.

      Es ist absurd, die Aktionen derer, die sich in einer freiheitlichen Demokratie auf Anonymous berufen, in einen solchen Zusammenhang zu stellen.

      • wastl said

        Ach so, die Deutschen haben gar keinen Anriffskrieg geführt!
        Die Deutsche Aristokratie ist mit stolzgeschwellter Brust in den Krieg
        gezogen, um Menschenleben zu retten!

        Guy Fawkes wollte das englische Parlament sprengen.
        „Der Grund hierzu lag in der Verfolgung, der Angehörige der katholischen
        Kirche ausgesetzt waren.“ …“Scherzhaft sagt man in Großbritannien,
        dass Guy Fawkes der einzige Mann sei, der je mit ehrlichen Absichten in
        das Parlament ging.“(Quelle: Wikipedia)

        Genau hier liegt der große Unterschied zu ihrer „Interpretation“.
        Fawkes wollte eine verfolgte Minderheit gegen eine übermächtige
        Obrigkeit verteidigen und genau das macht ihn zum Wiederstandskämpfer.

      • 1) Natürlich war der 2. Weltkrieg ein Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschland.

        2) Wenn Sie schon meinen Fawkes mit Stauffenberg vergleichen zu müssen: Stauffenberg wollten einen Diktator durch ein gezieltes Attentat töten. Fawkes wollte mit zwei Tonnen Schwarzpulver weit über hundert Menschen töten. Die Bereitschaft Unschuldige zu töten, beschreibt einen der wesentlichen Unterschiede zwischen dem Widerstandskämpfer und dem Terroristen.

        3) Im übrigen rate ich dazu, bei der Bewertung historischer Fakten mehr zu Rate zu ziehen als Wikipedia.

    • Olivia said

      Was für ein Vergleich.
      ????Anonymous und der Tyrannenmord???

      Erst denken (und informieren), dann schreiben.
      Unglaublich, wirklich….

  22. abi sachmet said

    guten tag herr eisel,
    wenn sie das hier lesen werden sie verstehen warum für uns (die bevölkerung) die politiker viel anonymer sind als anonymous.
    mit besten grüßen abi

    http://pastebin.com/LcRA7Zk2

    • Ich kenne diesen Text.
      Es ist interessant mit welcher Selbstverständlichkeit Sie und andere, die sich auf Anonymous berufen, sich das Recht herausnehmen für „die Bevölkerung“ zu sprechen. wer die Bevölkerung vertritt, entscheiden in einer Demokratie Wahlen. Treten Sie doch einfach an und stellen sich der Wahl, dann lässt sich Ihre Unterstützung messen.

      • abi sachmet said

        wir unterstützen die piraten weil die wenigstens teilweise im 21`jahrhundert angekommen sind. sind ganz gute zahlen die die hinlegen🙂
        in ein paar jahren kommen auch sie dahinter das die feudalzeit von politikern dem ende zugeht.

      • Was die Unterstützung der Piratenpartei in der Bevölkerung angeht, werden Wahlen Aufschluss geben.
        Man kann übrigen durchaus eine Partei unterstützen ohne die Anhänger oder Mitglieder anderer Parteien für zurückgeblieben und geistig beschränkt zu halten. Denken Sie mal drüber nach und lesen dann nochmal Ihren Kommentar.

      • Sehr geehrter Herr Eisel,

        Sie mögen den Text kennen, aber Sie machen den Anschein ihn nicht wirklich gelesen, verstanden oder gar kritisch reflektiert zu haben. Sinn und Zweck des Verweises auf Sie war Sie zur Reflektion zu bewegen, doch weiterhin sprechen Sie vom hohen Ross mit dem vermeintlichen Pöbel. Diese Selbstverständlichkeit und Arroganz ist leider nicht nur bei Ihnen zu finden… Sie zieht sich durch die politische Kaste.

        Sie waren MdB und ihr Arbeitsauftrag war, nach Artikel 38 GG, Vertreter des ganzen Volkes zu sein. Sofern Sie noch Vertreter des Volkes und aufrichtiger Demokrat sind, hätte ich erwartet das Sie bei Abi nachfragen warum er uns, Anonymous, als weniger anonym als unsere Volksverter hätl. Ich hätte erwartet das Sie nach Gründen suchen und es besser machen wollen, doch ihre selbstgerechte Art leert mich dies als Utopie zu sehen.

        9% vertrauten im Herbst letzen Jahres noch der Regierung, welche die Menschen vertreten sollte. Woher kommt das wohl? Vielleicht aus dem Fakt das sich die anderen 91% nicht mehr von Ihnen repräsentiert sehen? Ja, wir leben in einer Demokratie und da entscheiden Wahlen wer die Bevölkerung vertritt. Um es genauer zu spezifizieren: Wir leben in einer demokratischen Republik, was auch auf die DDR zugetroffen hat. Wurden in der DDR die Bürger vertreten? Wir haben bald, trotz unserer Vielfalt an Parteien, die demokratischen Zustände der DDR erreicht. Wir haben die Wahl wer uns NICHT vertritt, aber ja… wir haben die Wahl.

        Sofern Sie wirklich Demokrat sein sollten, so unterhalten Sie sich mit den Bürgern quer durch die Schichten, nur um zu erfahren ob die sich noch vertreten fühlen. Wenn ich meinerseits Frage, so fühlen sich die Menschen eher getreten, denken aber alleine nichts ändern zu können. Dies ist quer durch alle Schichten, ob Manager, Punk, Skin, konservativ, lieberal, alt, jung, oder was auch immer. Vlt bewegen Sie sich nur in Kreisen die von Ihnen profitieren. In den Kreisen der, frei nach George Orwell´s „Animal Farm, Schweine die Gesetze machen von denen die Schweine profitieren.

        Wenn das Ihr Verständnis von „Vertreter des ganzen Volkes“ und Demokratie ist… ja dann liegen Sie mit ihrer Einstellung richtig. Gern können Sie mir auch vorschlagen in eine Partei einzutreten, doch dem ganzen ist nicht über Parteiarbeit beizukommen. Unser System ist krank und um zu genesen bzw zu den Idealen der Demokratie zurückzukehren ist es von Nöten die Menschen zu einen.

        An dieser Stelle möchte ich Ihnen danken. Auch wenn ich keine vernünftigen Resultate ihres Projektes „Internet und Demokratie“ gesehen habe, so liefern Sie mir doch die wahrscheinlich gängigen Argumentationen warum e-Democracy nicht funktionieren könnte. Sie erleichtern mir damit ungemein dir Arbeit, auch wenn es nicht ihr eigentliches Anliegen ist. Machen wir uns doch nichts vor. Mit der Wahl des Projektleiters für das Thema „Internet und Demokratie“ ist der Ausgang klar gewesen. Es ist ihr Job sich keine Lösungen für die Probleme von e-Democracy auszudenken.

        Die Piraten haben gute Vorarbeit geleistet, aber wirkliche Veränderung kann nur durch die Masse der nicht vertretenen Bürger kommen. Wir haben in den letzten Jahren viel gelernt, einen großen internationalen Markennamen aufgebaut, Netzwerke geknüpft, Methoden ausprobiert und diskutiert. Ob es die Proteste bezüglich Wikileaks waren, die Unterstützung der Menschen in Tunesien, Ägypten, Bahrain, Lybien, Syrien oder Occupy-Wallstreet war. Wir wissen was wir bewegen können und wir werden weiter daran arbeiten in einer gerechteren Welt unsere Zukunft zu verbringen. In einer Welt in der die Menschen entscheiden wohin der Weg geht. Menschen mit den gleichen Problemen und Ängsten wie auch wir.

        Die Wissenschaft hat uns die Technologie gegeben Demokratie wieder mit ihren ursprünglichen Idealen zu beleben. Es ist nun an uns dies umzusetzen und dann, anstelle uns damit zu brüsten, unsere Accounts zu löschen und neuen Mutes der Zukunft entgegen zu blicken.

        Expect us!

        Anonymous #OpDemocracy

      • 1) Ihr merkwürdiges Demokratieverständnis zeigt sich schon daran, dass Sie die Diktatur der DDR gleichsetzen mit der freiheitlichen Demokratie des Grundgesetzes.

        2) Mit Ihren merkwürdigen Zahlenspielen (9 Prozent) ignorieren Sie völlig, dass beispielsweise an der letzten Bundestagswahl 70 Prozent der Wahlberechtigen teilgenommen haben. Das Parlament repräsentiert also durchaus die Mehrheit der Bürger.

        3) Lesen Sie einmal in Ruhe Ihren eigenen Kommentar durch und fragen sich, was Ihre Herabsetzung Andersdenkender mit Toleranz und offenen Debattenkultur in wechselseitigem Respekt zu tun hat.

        4) Schon auf Twitter habe ich Sie darauf hingewiesen, dass Sie sich einmal mit Benjamin Franklin befassen sollten, bevor Sie seien Namen als Pseudonym benutzen. Franklin war nämlich ein ausdrücklicher Befürworter der parlamentarischen Demokratie. Als er nach der verfassungsgebenden Versammlung 1787 nach dem Ergebnis gefragt wurde, sagte er: „A republic if you can keep it.“ das war schon damals das ziemlich exakte Gegenteil, der von Ihnen vertretenen Konzepte.

  23. *gähn* said

    neue Argumente wären mal schön, anstatt Gebetsmühlenartig immer und immer zu wiederholen. Es wird langsam langweilig .

    • —offenbar so „langweilig“, dass Sie es gelesen haben. Dann kann´s ja so schlimm nicht gewesen sein.

      • *gähn* said

        Ja ich habe es gelesen Herr Dr. Eisel und ich wollte nur einmal feststellen, dass Sie doch genau dasselbe tun, was sie Anonymous zu Vorwurf machen. Sie wiederholen auch nur Ihre Argumente. Wenn Sie besser sein wollen, sollten Sie neue finden.
        Das kann Ihnen allerdings nicht gelingen, wenn sie Ihre Informationen nur auf den div. Facebook Seiten sammeln. Ja dort werden populistische Bildmontagen gepostet und vllt. Enthalten diese Halbwahrheiten. Und? Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Ich glaube in NRW stehen doch auch grade an jeder Hausecke populistische Bildchen mit Halbwahrheiten, nur in dem Falle nennt es sich Wahlkampf. Und Wahlkampf ist das ganze legitim, aber im Internet nicht?
        Sie kritisieren die Maske und den Hype darum, sie werden es kaum glauben, aber das tue ich auch. Die Maske hat offline nur einen Sinn beim Project Chanology. Um sich selbst vor den Folgen der Fair Game“ Regeln“ der SO zu schützen. Alle die sie anderweitig nutzen, sind für mich persönlich nur Mitläufer. Aber auch die haben ihre Daseinsberechtigung weil sie Anonymous anders auslegen als ich es mache.
        Sie kritisieren die Hackerangriffe und DoS Attacken. Und auch hier stimme ich Ihnen Teilweise zu. Ja es werden unliebsame Angebote blockiert .Und vllt. Sind auch einige dieser Aktionen nicht bis zum Ende durchdacht. Aber es werden doch Interessante Ergebnisse erzielt. Übrigens in einer der Umstrittensten Aktionen wurden Daten offengelegt, die zeigen, dass einige ehemalige Staatsminister der Bayrischen Staatsregierung zu den Spendern Rechtsnationaler Zeitungen gehören. Und welcher Partei diese angehören, muss jetzt nicht extra erwähnt werden, oder?
        Weiterhin wurden Internetforen die zweifelsfrei von Pädophilen genutzt worden sind, blockiert. Ich kann mir Ehrlichgesagt nicht vorstellen das Sie, Herr Dr. Eisel in dem fall gegenargumentieren wollen das auch die ein Recht hätten sich darüber auszutauschen wo sie ihren nächsten Opfer finden.
        Das Sie beleidigt und angefeindet wurden finde ich übrigens auch nicht richtig, den es sollte schon zur Meinungsfreiheit gehören zumindest respektvoll miteinander Umzugehen, aber wenn ich eine Live Übertragung aus dem deutschen Bundestag schaue und sehe wie sich Abgeordnete dort benehmen, sollte dieses Verhalten doch nun nicht wirklich wundern. Ich schon als Kind gelernt das das Mindestmaß an Höflichkeit und Respekt ist sein Gegenüber erst ausreden zu lassen. Und genau das tut doch kaum noch ein Politiker, sei es im Parlament oder in einer Talkrunde. Das sich insbesondere die Jungend nun dieses Verhalten abschaut braucht doch dann nun wirklich nicht zu wundern.
        Abschießend erlaube ich mir meine These aufzustellen : Ja Anonymus gebraucht das digitale Faustrecht und sie tun dieses zum einen weil sie es können und zum anderen weil sie es gezeigt bekommen haben das sie nur so Aufmerksamkeit für ihre Anliegen bekommen und von wem haben sie das gelernt? Von der Politik. D.h. nicht Anonymous ist das Problem, sondern die Politik und solange die Politik nicht versteht das sich die Bürger nicht mehr damit abfinden bei einer Wahl das für sie persönlich kleinere Übel zu wählen, solange wird Anonymous gebraucht.

      • Zunächst einmal finde ich es erfreulich, dass Sie sich zu einer differenzierteren Antwort entschlossen haben.
        Es bleiben allerdings grundlegende Meinungsunterschiede zwischen uns:
        1) Sie argumentieren, verschiedene – auch von Ihnen zumindest teilweise kritisierte – Verhaltensweisen von Anonymous-Anhängern seien gerechtfertigt, weil sich auch manche in den Parteien ähnlich verhielten. Völlig abgesehen davon, ob dies zutrifft, widerspreche ich Ihrer Argumentation: Eigenes Fehlverhalten lässt sich nicht damit rechtfertigen, dass auch andere sich falsch verhalten.
        2) Sie rechtfertigen Internet-Blockaden und Hackerangriffe von Anonymous-Anhängern damit, dass es doch manchmal auch die „Richtigen“ träfe. Auch hier widerspreche ich Ihnen: Es kann nicht vom eigenen Gutdünken abhängen, welche unliebsamen Internetangebote man nun gerade blockiert und welche Daten man stiehlt. Das ist reine Willkür. Wer im Internet Straftaten vermutet – z. B. Kinderpomographie – hat die Pflicht, diese zur Anzeige zu bringen, damit nach den Regeln des demokratischen Rechtsstaats dagegen vorgegangen werden kann. Alles andere ist reine Willkür von einigen, die sich für besser halten als andere.
        3) Mit beachtlichem Selbstbewusstsein glauben Sie, für „die Bürger“ sprechen zu können. Wer aber für die Bürger spricht, wird in Wahlen ermittelt. Die ganze übergroße Mehrheit der Bürger hält dies auch für den besten Weg der Bürgerbeteiligung. Vgl. dazu http://burgerbeteiligung.wordpress.com/2011/11/28/wahlen-sind-der-hit/
        Es ist schlicht anmaßend, sich selbst zum Sprecher der Bevölkerung zu machen ohne sich solchen Wahlen zu stellen. Mit freiheitlicher Demokratie hat dies jedenfalls nichts zu tun.

  24. gromulutus said

    Das Internet darf kein Rechtsfreier Raum sein, genau Herr Eisel!
    Diese Internetnutzer sollten alle mal ins Arbeitslager geschickt werden,
    dieses Schmarotzerpack aus der digitalen Hängematte.
    Unter Hitler hätte es sowas nicht gegeben.

    • Es ist immer wieder entlarvend mit welcher Niveaulosigkeit und Argumentationsarmut sich einige auf diesem Blog meinen verewigen zu müssen.

    • Olivia said

      So ein unsoziales und ungebildetes Pack a lá GROMUTULUS hat in einer Demokratie sowieso nichts verloren; also machen „Sie“ sich mal lieber um ihre Psyche sorgen und wie bzw. ob Sie wieder gesund werden können.

      Ich teile die Meinung von Ihnen, Herrn Eisel, nicht.
      Ich werde zu mich zu einem späteren Zeitpunkt gerne konkretisieren, da ich ARBEITEN muss.
      Bis dahin einen schönen sonnigen Tag.

      O.Schumacher

      • Auch wenn ich völlig anderer Meinung als „gromutulus“ lehne ich solche Beschimpfungen ab und wäre dankbar, wenn Sie das auf meinem Blog seinlassen.
        Auf Ihre Argumente bin ich gespannt.

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